Im Elfmeterschießen entwickelte sich ein Krimi: 18 Schützen traten insgesamt an, am Ende hatten die Hünfelder die besseren Nerven. Keeper Jannis Maul, der zuvor bereits gegen Sho Sannomiya parierte, hielt auch den letzten Pohlheimer Elfmeter von Kento Mitsushiro – und weil Jakob Göbel mit dem letzten Schuss des Tages cool blieb, zog der HSV unter dem Strich verdient ins Achtelfinale ein und empfängt nun Regionalligist FSV Frankfurt. „Da freuen wir uns jetzt richtig drauf“, bilanzierte ein erleichterter HSV-Trainer Benjamin Fuß nach dem Abpfiff: „Es war ja grundsätzlich ein Bonusspiel für uns, aber natürlich sind wir hier hin gefahren, um eine Runde weiterzukommen.“
Nach dem Pausenrückstand brachte Fuß Jemal Kassa und David Costa Sabate für Boas Kümmel und Bartosz Witkowski – und die Einwechslungen sollten sich sofort bezahlt machen: Nur vier Minuten nach Wiederanpfiff traf Kassa nach schöner Vorarbeit von Petr Paliatka zum Ausgleich. In der Folge entwickelte sich ein munteres Pokalspiel, beide Teams agierten mit offenem Visier. Der HSV hatte in der Nachspielzeit durch Maximilian Fröhlich die große Chance zum Siegtreffer in der regulären Spielzeit, sein Versuch wurde jedoch in letzter Sekunde geblockt – aber auch Pohlheim hatte zuvor durchaus Chancen auf den Siegtreffer, im Zweifel war jedoch stets HSV-Schlussmann Maul zur Stelle – wie dann auch wenig später im Elfmeterschießen. „Beide hatten noch ihre Chancen, letztendlich war es dann aber wohl das typische Unentschieden-Spiel. Elfmeterschießen ist dann immer irgendwo Glückssache, aber die waren von uns alle mit Überzeugung geschossen, sodass wir dann auch eine Runde weiter sind. Und darüber sind wir happy“, freute sich Fuß.
Schon in der ersten Halbzeit entwickelte sich ein munterer Schlagabtausch. Der Hünfelder SV war um Spielkontrolle bemüht, Pohlheim beschränkte sich auf lange Bälle und Umschaltsituationen – die Gastgeber waren allerdings brutal effizient vor dem Tor: Bereits der erste Abschluss von Philipp Cloos saß (14.). Die Hünfelder ließen sich davon jedoch nicht beirren, die Elf von Benjamin Fuß spielte weiter ihren Stiefel runter und kam nur wenig später zum vermeintlichen Ausgleich – beim Treffer von Maximilian Fröhlich sechs Minuten später ging allerdings die Fahne des Assistenten hoch (20.). Beim tatsächlichen 1:1 von Max Lindemann hatten die Unparteiischen allerdings nichts auszusetzen – und der Ausgleich fiel durch ein absolutes Traumtor: Lindemann zirkelte den Ball aus halblinker Position wunderschön ins rechte Kreuzeck – nichts zu halten für Pohlheims Keeper Linke (35.). Mark Uth hätte die Partie nur wenig später komplett drehen können, verzog jedoch knapp. Stattdessen klingelte es auf der anderen Seite: Sho Sannomiya stellte nach einem erneuten Konter den alten Abstand wieder her. „Die erste Halbzeit war nicht gut von uns“, konstatierte Benjamin Fuß: „Das haben wir aber angesprochen in der Kabine und wollten mutiger spielen. Das ist uns dann auch gelungen nach der Pause.“ Nach dem Ausgleich durch Kassa kurz nach dem Wiederanpfiff musste schließlich das Elfmeterschießen herhalten – mit dem besseren Ende für die Hünfelder.
Pohlheim: Linke; Fernouchi, Alpsoy, Mukasa, A. Toprak, Filsinger, Sannomiya, J. Toprak, Aral, Cloos, Kayembe
Hünfeld: Maul; Häuser, Dücker, Paliatka, Uth, Fröhlich, Witkowski (46. Costa Sabate), Trabert, Kümmel (46. Kümmel), Lindemann, Banh
Schiedsrichter: Alexander Hauser (Waldbrunn)
Tore: 1:0 Phlipp Cloos (14.), 1:1 Max Lindemann (35.), 2:1 Sho Sannomiya (41.), 2:2 Jemal Kassa (49.)
Zuschauer: 400
