Gerade nach dem schweren Pokalspiel in Pohlheim unter der Woche war Trainer Benjamin Fuß voll des Lobes für sein Team, das in Pfungstadt direkt nachlegte: „Wie wir wieder so eine Leistung abgeliefert haben – davor kann ich nur den Hut ziehen. Das fällt auch nicht einfach so vom Himmel, wir müssen dafür viel tun und viel arbeiten“.
Beim SVH entwickelte sich vom Start weg ein munteres Hessenliga-Spiel – gespielt wurde auf der Ausweich-Anlage des Gegners in Pfungstadt, der allerdings aus HSV-Sicht keine hessenliga-taugliche Infrastruktur vorweist. Richtig zufrieden waren die Gäste mit Platz oder Kabinen nicht, doch trotzten der Lage. „Die Jungs haben gezeigt, dass sie nicht nur Fußball spielen können, sondern auch andere Tugenden an den Tag legen“, so Fuß.
Los ging es mit der Führung durch David Costa Sabate, der nach einer Flanke von Häuser richtig stand und per Kopfball in den Winkel traf. Hummetroh wehrte sich jedoch und glich zügig aus – wenige Minuten vorher verhinderte Maul schon den Einschlag, dann war Philipp Hamm im Strafraum zur Stelle. Doch der HSV machte weiter, und das imponierte Fuß: „Wir wollten unbedingt das zweite Tor schießen, haben gedrückt. Das zeichnet uns auch aktuell aus. Die Jungs hätten sich nicht mit dem 1:1 zufriedengegeben“, so der Trainer. Jemal Kassa hatte Maxi Fröhlich klasse bedient, der konnte dann schon den Keeper überwinden, nicht aber einen Verteidiger, der den Ball noch von der Linie kratzte. Es war die beste Hünfelder Chance nach dem Ausgleichstreffer, doch nach dem Seitenwechsel ging es druckvoll weiter.
Es wurde zudem etwas intensiver – viele Fouls und Gelbe Karte reihten sich aneinander. Die Chancen hatte aber überwiegend der Gast. Costa Sabate verpasste sein zweites Kopfballtor, Kassa scheiterte ebenso und schoss knapp vorbei. Dann sorgte Maximilian Fröhlich aber für das Highlight und den Siegtreffer: Er traf in „Tor des Monats“-Mainer, nahm einen fast unmöglichen Ball in der Luft an und setzte den Lupfer punktgenau über den Torhüter des SVH hinweg.
„Ich bin einfach froh und stolz“, sagte Fuß nach dem Spiel erleichtert: Es war der fünfte Sieg im sechsten Spiel für seine Hünfelder – und mit vier Auswärtssiegen ist die Bilanz in der Fremde weiter blitzblank. „Wir wollen einfach immer daran glauben und die Gier nach Erfolgen haben. Das wollen wir der Mannschaft vorleben, und momentan funktioniert es super“. Die Momentaufnahme, dass sein HSV damit nun erstmal an der Hessenliga-Tabellenspitze steht, will Fuß nicht zu sehr in den Fokus rücken: „Die Tabelle interessiert uns im Moment nicht. Wichtig war nur, dass wir wieder ein gutes Spiel abliefern – und das haben wir gemacht“.
Hummetroth: Leonhard; Hamm, Mladenovic (86. A. Somow), Akkus Rodriguez (80. Klein), Signorelli, Götze (80. Gräf), Metzler, Knezevic, Zehnder, Karaj (63. I. Somov, 75. Dogan), Pavisic.
Hünfeld: Maul; Häuser, Dücker, Paliatka jr. (68. Trabert, 80. Witkowski), Uth (90.+1 Roth), Fröhlich, Kümmel (60. Göbel), Lindemann, Costa Sabate, Banh, Kassa (89. Kemmerzell).
Schiedsrichter: Marcus Rolbetzki (Schröck)
Tore: 0:1 David Costa Sabate (11.), 1:1 Philipp Hamm (15.), 1:2 Maximilian Fröhlich (84.)
Zuschauer: 150
