Der SGEL-Coach zog nach dem verkorksten Saisonstart mit drei Niederlagen aus den ersten drei Spielen die Reißleine und verließ den Verein auf eigenen Wunsch – der bisherige Co-Trainer Simon Schilling übernimmt nun die Verantwortung und will dafür sorgen, dass am Eiterfelder Hain wieder Ruhe einkehrt: „Andjelko hat sich am Montag zu diesem Schritt entschlossen und es der Mannschaft am Dienstag persönlich mitgeteilt und sich verabschiedet“, gibt Schilling Einblicke in die turbulenten letzten Tage: „Das hat er sich auch verdient, sich von jedem nochmal persönlich zu verabschieden. Natürlich hat uns das alle erstmal ein bisschen mitgenommen.“ Begonnen hatte die Abwärtsspirale mit ausbleibenden Ergebnissen am Ende der vergangenen Verbandsliga-Saison, resultierend im Abstieg nach dem verlorenen Relegationsfinale gegen Grebenstein. „Ehrlicherweise haben wir vor der Relegation noch nicht so richtig realisiert, dass wir absteigen können und wollten das auch danach nicht so richtig wahrhaben“, erläutert Schilling: „Die Vorbereitung war dann ganz gut, die Negativserie ging aber in den Punktspielen weiter.“
Die ersten drei Ligaspiele verlor die SGEL allesamt und findet sich aktuell auf dem letzten Tabellenplatz wieder – obwohl die Mannschaft mit Ausnahme von Levi Köller komplett zusammengeblieben ist. „Wir müssen ankommen jetzt. Die Jungs sind bei uns geblieben und wir müssen jetzt zeigen, dass wir den Bock umstoßen können“, nimmt der neue Coach sein Team in die Pflicht – und womöglich kommt das prestigeträchtige Derby in Dittlofrod für die SGEL gerade recht: „So ein Derby ist immer etwas Besonderes, da wird sowieso alles auf null gesetzt. Da ist es egal, ob du vorher drei Mal gewonnen oder drei Mal verloren hast.“ Entsprechend hofft Schilling, dass gegen den Aufsteiger der Knoten platzt und die ersten drei Punkte auf das Konto wandern. „Wir haben am Dienstag trainiert und danach nochmal zusammen gesessen, da ging es aber eher um grundsätzliche Sachen. In so einer kurzen Zeit wird es keine großartigen Änderungen geben, das Wichtigste ist, die Köpfe frei zu bekommen. Wir wollen die Jungs nicht überfordern, sie sollen einfach den neuen Impuls mitnehmen“, gibt der 31-Jährige die Marschroute vor und betont: „Wir haben eine herausragende individuelle Qualität im Kader – jetzt gilt es, das auch zu zeigen.“ Schilling selbst laboriert aktuell noch an einer langwierigen Schambeinentzündung und fällt als Spieler daher noch länger aus – der Fokus liegt nun aber ohnehin auf dem Job an der Seitenlinie: „Ich konzentriere mich jetzt voll auf die Trainertätigkeit“, betont der Coach, dem für das Derby bis auf die Langzeitverletzten alle Spieler zur Verfügung stehen.
Auch in Dittlofrod wurde der Trubel am Hain natürlich wahrgenommen – Trainer Marko Karamatic betont aber, dass sich sein Team davon nicht beeinflussen lassen darf: „Wir müssen anders auftreten als in den beiden Auswärtsspielen am Wochenende. Der Auftakt gegen Lütter zuhause war gut, aber letztendlich zählt morgen alles nicht mehr, was vorher war. Wir müssen auf uns schauen und nicht nach Eiterfeld.“ Die aktuelle sportliche Situation beim Gemeinderivalen bestätigt Karamatic ohnehin nur noch mehr in der Annahme, dass in der Liga jeder jeden schlagen können. „Keiner ist unverwundbar. Wir sind uns aber im Klaren darüber, dass wir in jedem Spiel eine absolute Topleistung brauchen, um mithalten zu können.“ Das gelte natürlich auch für das anstehende Derby – ungeachtet der Eiterfelder Formkrise: „Das wird etwas Besonderes, ein absolutes Highlight für uns. Wir sind aufgestiegen, um genau solche Spiele spielen zu können“, betont Karamatic voller Vorfreude: „Das ganze Dorf wird da sein, die Jungs müssen brennen und alles investieren, und dann schauen wir mal, was dabei rauskommt. Es ist in dieser Liga unmöglich, irgendeine Prognose abzugeben.“ Wie auch bei der SGEL sieht die personelle Situation beim Aufsteiger gut aus, lediglich Tobias Witzel fehlt urlaubsbedingt. „Dazu gibt es noch ein oder zwei kleinere Fragezeichen“, so Karamatic abschließend.
