Lokales FD 12.08.2026

Fuldaer Inklusionskonzept beispielhaft - Runder Tisch zu Perspektiven

Fulda – Von Marilena Alt – Über Reformperspektiven für die Eingliederungshilfe wurde am Montag bei antonius in Fulda bei einem runden Tisch diskutiert. Neben Jürgen Dusel, dem Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, tauschten sich Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Sozialwirtschaft aus.

Foto: Steffen Waßmann für antonius

Ein zentrales Thema waren dabei mögliche Sparmaßnahmen der Bundesregierung. „Wir dürfen nicht über die Kostenreduzierungen bei passgenauen Leistungen für Menschen sprechen, sondern bei der völlig überbordenden Bürokratie“, sagte Dusel. Für ihn stand dabei eine Frage besonders im Mittelpunkt: „Können Menschen ihre Rechte auf Teilhabe nur nachlesen oder auch einlösen?“ In Fulda gibt es dafür mit Perspektiva einen besonderen Ansatz. Beim in Fulda entwickelten Inklusionskonzept „Ich mach‘ mein Ding“ sollen die individuellen Stärken gefördert und eine Teilhabe am regulären Arbeits- und Gesellschaftsleben ermöglicht werden, ohne auf staatliche Unterstützung angewiesen zu sein. „Das Projekt ist sehr gut, da es für junge Menschen Wege eröffnet“, betonte Dusel. Für das Lebenskonzept, für das er auch bundesweit werben wolle, haben sich im Landkreis Fulda bereits 130 Unternehmen engagiert.

Auch Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld sprach von viel Innovationskraft und Flexibilität und hob die Bedeutung hervor, solche Modelle auch bundesweit zu verbreiten. „Als Oberbürgermeister freue ich mich, dass so viele Fachleute hier versammelt waren“, sagte Wingenfeld. Am Runden Tisch nahmen viele Personen aus der Region und darüber hinaus teil, unter anderem Bundestagsabgeordneter Michael Brand, Landrat Bernd Woide, Vertreter aus Vorstand und Geschäftsführung von Aktion Mensch, Vertreter von Hochschulen und dem hessischen Sozialministerium, Michael Wißler und Dr. Christian Gebhardt aus dem Perspektiva-Kuratorium, Vertreter von antonius und Perspektiva, die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda Katharina Henkel, Vertreter des Landeswohlfahrtsverbands Hessen und Lea Widmer als Vorsitzende des Beirats der Menschen mit Behinderung Fulda. 

Runder Tisch in Fulda. Fotos: Marilena Alt.