Damals als Kind hat Viola M. J. Schmidt schon mit ihrem Vater das Musical zu „Tabaluga“ gesehen und mit ihrer fünfjährigen Tochter hört sie die CDs, weswegen es für sie ein besonders persönliches Projekt gewesen sei. Die Lieder von Peter Maffay berührten sie schon als Kind, da die 36-Jährige damals schon Melancholie und Hoffnung in seinen Songs wie „Ich wollte nie erwachsen sein“ spürte. „Es war besonders schön für mich, meinen Vater an Bord zu holen und mit ihm gemeinsam mit Peter Maffay zusammenzuarbeiten“, erzählt Viola M. J. Schmidt.
Die Zusammenarbeit mit ihrem Vater Mathias R. Schmidt, der selbst Journalist und Texter ist, lief sehr harmonisch, wie sie gegenüber Osthessen-Zeitung berichtet. Statt im Writers Room wurde dann auch mal in München, Berlin oder auch in ihrer Heimat in Fulda geplottet, erzählt die 36-Jährige. Zwischendurch sei ihre Tochter Mia dazugekommen und auch ihre Mutter, die babysittete, brachte dann die ein oder andere gute Idee ein. „Es war schön, so als Familie zusammenzuarbeiten und ich habe meinen Vater jetzt schon beim nächsten Kinderfilm für MDR und WDR wieder dazu geholt“, sagt die Drehbuchautorin.
Während den Arbeiten am Drehbuch wurden sie und ihr Vater außerdem zu Peter Maffay nach Hause eingeladen, wo sie Frau und Kind der Rocklegende kennenlernen durften. Der Sänger zeigte ihnen das Studio, was besonders Schmidts Vater gefiel, der selbst früher eine Rockband hatte. In den Pausen philosophierten ihr Vater und Maffay über Bob Dylan, erzählt die 36-Jährige. Maffay habe sich freundlich und offen gezeigt, weshalb es für Viola M. J. Schmidt ungewohnt war, als der Sänger in Fulda vor vielen Fans ein Konzert gespielt hatte.
Im neuen „Tabaluga“-Film soll es darum gehen, dass der kleine Drache auf der Suche nach seinem verschwundenen Drachen-Vater Tyrion in die Menschenwelt gerät. Dort soll er einen Jungen kennenlernen, der sich in seiner Adoptivfamilie fremd fühlt. Der Junge und seine neue Schwester wollen zu einer Familie zusammenwachsen, während sie Tabaluga die Welt zeigen und ihm helfen wollen, seinen Vater zu finden. „Es wird also eine ganz neue, originäre Geschichte“, erklärt Viola M. J. Schmidt gegenüber Osthessen-Zeitung. Die Original-Songs von Peter Maffay sollen jedoch darin vorkommen und auch die Themen, welche Tabaluga ausmachen, sind vertreten: Familie, Erwachsen werden und Kinder stärken. „Es wird ein Musical, Peter Maffay wird bei den Songs persönlich an Bord sein, Klassiker werden neu aufgenommen und es gibt auch ganz neue originäre Songs“, erzählt die 36-Jährige und fügt hinzu: „Einige singt Maffay selbst, andere die Kinderdarsteller.“ Voraussichtlich in den Sommerferien im kommenden Jahr sollen die Dreharbeiten beginnen.
Über ihre Agentur wird Schmidt für konkrete Projekte angefragt, wie die Drehbuchautorin erzählt. „Dann trifft man sich, Autor und Produzenten schauen, ob es passt und man auf eine gemeinsame Vision kommt“, erklärt Schmidt. Über die Produktionsfirma „Flimmer“ sei sie zunächst bezüglich eines anderen Projekts angefragt worden. „Ich habe aufgehorcht, als sie mir erzählten, dass sie die Rechte für ‚Tabaluga‘ haben“, erinnert sich die Drehbuchautorin. Es wurde sich darüber unterhalten, was „Tabaluga“ ausmache. In dem Gespräch mit der Produktionsfirma kam ihr die Idee, dass das zentrale Thema die Vater-Sohn-Geschichte sei und schlug vor, ihren Vater mit ins Boot zu holen. Sie überlegten zusammen, was bei „Tabaluga“ besonders aussagekräftig sei und reichten eine Ideenskizze ein, die sowohl den Produzenten als auch Peter Maffay gefiel.
Durch eine Theater-AG der Freiherr-vom-Stein-Schule ist Schmidt zum Schreiben gekommen. Dabei habe sie gemerkt, dass das Schreiben und Schauspielern ein Ventil sind. „Ich kann zeigen, wie ich mich fühle, wie ich die Welt sehe“, erzählt die Drehbuchautorin. In Bayreuth studierte sie Theater- und Medienwissenschaften, und durch Praktika und Stipendien für junge Autoren ergatterte sie einen der begehrten Plätze an der staatlichen Filmschule HFF München. Seitdem lebt und arbeitet Schmidt in der bayerischen Landeshauptstadt als Autorin.
Besondere Freude hat sie an Kinderfilm, Crime und Mystery. Schmidt hat aktuell ihren dritten „Tatort“ beendet und die Mystery-Serie „Ritus“ mit Moritz Bleibtreu startet im Herbst in der ARD-Mediathek. Ihr erster großer deutscher Kinderfilm „Die Schule der magischen Tiere“ lockte nach der Pandemie wieder viele Familien in die Kinos. Es war ihr Debüt-Film nach der Zeit an der HFF München, der dann sogar deutschlandweit der bestbesuchte Film des Jahres war – dies habe ihr viele Türen geöffnet, wie Viola M.J. Schmidt abschließend betont.
