Lokales FD 14.08.2026

Fulda, Eichenzell und Ebersburg erklären den Wassernotstand

Osthessen (pm/pf) – Die Situation der Trinkwasserversorgung in der Region hat sich weiter verschärft. Deshalb haben die Stadt Fulda sowie die Gemeinden Eichenzell und Ebersburg am Freitag den Wasserversorgungsnotstand ausgerufen. Damit gelten ab sofort verbindliche Einschränkungen beim Trinkwasserverbrauch. Bürger sowie Betriebe sind dringend aufgefordert, ihren Wasserverbrauch auf das absolut Notwendige zu beschränken. Bei Verstößen gegen die Vorgaben können Bußgelder verhängt werden.

Symbolfoto: Pascal Fischer

„Die Situation ist mehr als angespannt“, sagt Dr. Arnt Meyer, Geschäftsführer der RhönEnergie Gruppe, die für die Wasserversorgung in den drei Kommunen zuständig ist. „Die lang anhaltende Trockenheit mit außergewöhnlich geringen Niederschlägen hat dazu geführt, dass die natürlichen Quellen deutlich weniger Wasser abgeben. Dieser Rückgang nimmt immer größere Ausmaße an. Zudem sinken die Wasserstände in den Tiefbrunnen deutlich. Unsere Förderanlagen laufen inzwischen rund um die Uhr. Eine weitere Steigerung der Fördermengen ist nicht möglich.“

Gleichzeitig ist der Wasserverbrauch nach Beobachtung der RhönEnergie stark angestiegen. Aktuell liegt er rund 40 Prozent über dem Normalniveau. Damit die Wasserversorgung auch weiterhin aufrechterhalten werden kann, ist es jetzt zwingend erforderlich, den Verbrauch deutlich zu reduzieren. Trinkwasser darf nicht für Zwecke verwendet werden, die derzeit nicht unbedingt notwendig sind.

Mit den Allgemeinverfügungen untersagen die drei Kommunen deshalb bestimmte Wasserverbräuche. Komplett untersagt ist unter anderem das Bewässern von Rasen, Blumen und Pflanzen im heimischen Garten, das Befüllen von Pools und Zisternen, das Waschen von Autos, das Kühlen mit Leitungswasser und Reinigungsarbeiten an Haus und Hof, beispielsweise mit dem Gartenschlauch oder dem Hochdruckreiniger. Die Texte der Feststellungen des Wassernotstands sind auf den Internetseiten der Kommunen veröffentlicht. Die Gemeinde Petersberg hatte eine entsprechende Anordnung schon am Montag erlassen.

Die Stadt Fulda hatte bereits am Montag – parallel zur Gemeinde Petersberg – den Trinkwassernotstand für die Stadtteile Bernhards und Dietershan erklärt. Jetzt gilt der Wassernotstand für das gesamte Stadtgebiet mit Ausnahme der Stadtteile Edelzell und Lüdermünd, die bei der Trinkwasserversorgung an jeweils andere Netze angeschlossen sind. Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld und Bürgermeister Dag Wehner werben um Verständnis für die Maßnahmen, die jetzt unumgänglich seien: „Das Zusammenspiel von extremer Hitze, Trockenheit und Wind hat in den vergangenen Tagen die Lage deutlich verschärft. Jetzt sind alle aufgerufen mitzuwirken, dass nicht noch schärfere Maßnahmen ergriffen werden müssen.“ 

Johannes Rothmund, Bürgermeister der Gemeinde Eichenzell, unterstreicht die Dringlichkeit der Verordnung. Er sagt: „Wir appellieren eindringlich an alle Bürgerinnen und Bürger, die Einschränkungen ernst zu nehmen und ihren Wasserverbrauch auf das Notwendigste zu reduzieren. Es geht hier nicht um Komfort oder Bequemlichkeit, sondern um die sichere Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser. Wer jetzt unnötig Wasser verbraucht, verschärft die Situation für alle.“

Benjamin Reinhart, Bürgermeister der Gemeinde Ebersburg, erklärt: „Wir müssen jetzt gemeinsam handeln. Wasser ist keine unerschöpfliche Ressource, und unsere technischen Möglichkeiten sind ausgeschöpft. Wenn sich die Verbrauchssituation nicht deutlich verbessert, können wir die sichere Wasserversorgung nicht einfach als selbstverständlich voraussetzen. Jeder Liter, der jetzt eingespart wird, hilft dabei, die Versorgung zu stabilisieren.“

Für Anfang nächster Woche sind sinkende Temperaturen und auch Niederschläge angekündigt. Die Rathauschefs der drei Kommunen und die RhönEnergie gehen jedoch nicht davon aus, dass die erwarteten Regenfälle die Versorgungssituation kurzfristig spürbar verbessern werden. Die bestehenden Einschränkungen bleiben daher zunächst bestehen. Die Kommunen und die RhönEnergie beobachten die Entwicklung der Wasserstände und des Verbrauchs kontinuierlich. Über eine Änderung oder Aufhebung der Einschränkungen wird informiert, sobald sich die Versorgungslage nachhaltig verbessert.