„Ich denke, dass die Liga nochmal einen Tick stärker geworden ist als im vergangenen Jahr“, blickt Julian Treidler vor dem Saisonstart am Samstag (15 Uhr) voraus: „Dortelweil ist zwar in die Regionalliga gegangen, aber mit Haitz und Wetzlar sind zwei extrem starke Teams nach unten gekommen. Kassel stellt mit der U23 höchstwahrscheinlich eine junge, wilde Truppe und auch Wiesbaden traue ich zu, eine gute Rolle zu spielen.“ Als Titelfavoriten nennt Treidler neben Haitz auch den amtierenden Meister und Pokalsieger, die SF BG Marburg: „Sie werden versuchen wollen, genau dort wieder anzuschließen.“
Generell hat sich in der Liga viel getan: Die SGB-Frauen, Pilgerzell und Viktoria Schaafheim mussten den Gang in die Verbandsliga antreten, Haitz und Wetzlar kamen von „oben“ neu dazu und Phönix Düdelsheim, der Spvgg. Oberrad sowie dem kommenden TSG-Gegner Allendorf/Eder gelang der Aufstieg. „Aus regionaler Sicht ist es natürlich schade, dass Pilgerzell und Barockstadt abgestiegen sind. Das waren Derbys, die Zuschauer angezogen haben. Es ist traurig, dass sie jetzt nicht mehr dabei sind“, betont Treidler und weiß, dass auf sein Team nun noch mehr Kilometer zukommen – bei durchweg starken Gegner, wie der TSG-Coach hervorhebt.
Daher ist das vorrangige Ziel am Sauerbrunnen zunächst einmal der frühzeitige Klassenerhalt: „Das hat zunächst oberste Priorität. Letztes Jahr hat man gesehen, dass eigentlich jeder jeden schlagen kann – Marburg mal ausgenommen. Zum Winter hin hätte ich beispielsweise niemals gedacht, dass Barockstadt absteigt. Das zeigt, wie eng die Liga schon in der letzten Saison war. Deswegen gilt es für uns, erst einmal genügend Punkte zu sammeln“, so der Lütterer Coach, der jedoch um die Qualität seines Teams weiß – und die Saisonziele bei entsprechendem Saisonstart nach oben korrigieren will: „Ich hoffe und erwarte, dass wir das als Mannschaft gemeinsam schaffen werden. Ich schätze uns als schlagfertige Truppe ein, sodass wir nach Erreichen des ersten Ziels auf die Top Fünf schauen können.“
Allerdings weiß am Sauerbrunnen auch jeder um die Schwere dieser Aufgabe – nicht nur angesichts der starken Liga, sondern weil sich bei der TSG auch personell einiges getan hat: Mit Verena Faulstich hat die Toptorjägerin der vergangenen Jahre ihre Fußballschuhe an den Nagel gehangen, genauso wie Torhüterin Eva Lohmann. Neu dabei sind dagegen Emely Kuhnert; Nadine Blank und Lara Ruschke. Blank und Ruschke wechselten vom Eiterfelder Hain nach Lütter, Kuhnert kommt mit der Empfehlung von 37 Toren in 16 Spielen für den SV Unterhaun.
„Die Abgänge schmerzen natürlich, aber ich bin zuversichtlich, dass wir die Qualität im Kader sogar nochmal aufwerten konnten“, freut sich Julian Treidler über die Zugänge, die bereits beim Gastspiel in Allendorf zum Einsatz kommen könnten – einen Gegner, den Treidler selbst bislang wenig kennt: „Grundsätzlich spielt bei Aufsteigern aber immer die Euphorie mit. Sie haben im letzten Jahr viele Spiele gewinnen und werden entsprechend selbstbewusst auftreten. Wir nehmen die Favoritenrolle an, aber müssen von Spieltag eins an alles geben. Wir wollen gewinnen, und das sollte auch unser Ziel für jedes Spiel sein. Für das Auftaktspiel gilt das aber umso mehr, weil da auch der Kopf eine wichtige Rolle spielt“, betont Treidler abschließend: „Es ist wichtig, mit einem positivem Gefühl in die Runde zu starten.“
Frauen-Hessenliga
Samstag
15 Uhr
DFC Allendorf/Eder – TSG Lütter
16 Uhr
MFFC Wiesbaden – KSV Hessen Kassel II
17 Uhr
TuS Großenenglis – FSV Hessen Wetzlar
SG Egelsbach – SG Haiz
SV Phönix Düdelsheim – SG Bornheim/GW
