Die TSG-Mädels machten mit den Gästen aus Nordhessen schon in Durchgang eins kurzen Prozess: Allen voran Emely Kuhnert, die erst im Sommer vom Gruppenligisten SV Unterhaun an den Sauerbrunnen gewechselt war, machte mit einem lupenreinen Hattrick auf sich aufmerksam. Besonders hervorzuheben war das zwischenzeitliche 2:0: Einen Eckball konnte Klein-Linden nur in den Rückraum klären, wo Kuhnert aus über 25 Metern Maß nahm und das Spielgerät unnachahmlich in den Winkel zimmerte. „So kann man in der Hessenliga ankommen“, schmunzelte Julian Treidler: „Generell sind wir super reingestartet, haben nach dem frühen 2:0 zwei weitere Treffer nachgelegt und sind mit einer verdienten Führung in die Pause gegangen – auch wenn die vielleicht etwas zu hoch ausfiel.“
Nach dem lupenreinen Hattrick von Kuhnert legte Jana Bott noch vor der Pause das 4:0 nach – da war das Spiel aber längst entschieden, nicht nur weil Kuhnert einen absoluten Sahnetag erwischte, sondern die TSG insgesamt auch defensiv einen hervorragenden Job erledigte und über die gesamte Spieldauer kaum etwas zuließ. Nach dem Seitenwechsel nahm die TSG etwas den Fuß vom Gas, ohne die Gäste jedoch ansatzweise zur Entfaltung kommen zu lassen.
Einziger Wehrmutstropfen an einem sonst rundum gelungenen Samstag war eine Entscheidung des Hessischen Fußballverbandes: Statt sechs Punkte nach zwei Siegen aus den ersten zwei Spielen steht Lütter bei nur drei Punkten, weil die TSG im Rahmen eines Freundschaftsturniers mit Hessen Kassel und dem VfL Wolfsburg eine nicht spielberechtigte Spielerin einsetzte. Zusätzlich erhielt der Verein eine Geldstrafe. „Die Spielerin war bei Wacker Innsbruck unter Vertrag und wollte sich fit halten bei uns, sie ist dann weiter nach Belgien. Sie hatte null Ambitionen, zu uns zu wechseln. Wir haben das mit Wolfsburg und Kassel abgesprochen, ob wir sie einsetzen dürfen – einfach, um im Sinne der Spielerin zu handeln, schließlich ging es um nichts“, klärt Treidler auf und macht deutlich, was er von der Entscheidung hält: „Ich finde es sehr ärgerlich. In einem Pflichtspiel bin ich vollkommen fein damit, da müssen wir nicht drüber reden. Nach einem Freundschaftsturnier finde ich es ein bisschen hart, aber das ist nur meine Meinung.“
Lütter: Schaab; Beck, Bahr, Reith, Großer, Schöppner, Kuhnert, Klaus, Dechant, Ruschke, Bott (Maikranz, Lorenz, Jordan, Blank, Böhm)
Tore: 1:0 Emely Kuhnert (6.), 2:0 Emely Kuhnert (8.), 3:0 Emely Kuhnert (32.), 4:0 Jana Bott (41.)
Zuschauer: 60
