Dimitrij Ovtcharov verpasst möglichen Entscheidungssatz gegen Jorgic
Nach herausragenden Leistungen gegen den topgesetzten Titelverteidiger Truls Möregardh (Schweden) und den Champions-Yokohama-Finalisten Oh Junsung (Südkorea) fand Dimitrij Ovtcharovs beeindruckender Siegeszug in Malmö im Achtelfinale sein Ende. Der zweimalige Olympiadritte verlor das Duell mit dem favorisierten Slowenen Darko Jorgic nach zahlreichen sehenswerten Ballwechseln mit 7:11, 11:8, 6:11 und 10:12. In der vollkommen offenen Partie deutete im vierten Durchgang bei einer 6:0-Führung Ovtcharovs bereits vieles auf einen Entscheidungssatz hin. Doch Jorgic leitete mit für den Deutschen schwierig zu retournierenden Aufschlägen und einigen spektakulären Blocks eine erfolgreiche Aufholjagd ein. Wenige Minuten später verwandelte der Slowene beim Stand von 11:10 seinen zweiten Matchball zum 3:1-Erfolg. Schon vor der Partie hatte Ovtcharov um die Schwere der Aufgabe gewusst: „Ich habe alle letzten Begegnungen gegen Darko verloren, er liegt mir nicht wirklich.“ Wenngleich dieses Handicap zuvor auch auf die gewonnenen Duelle mit dem Weltranglistenzweiten Möregardh und Jungstar Oh zutraf, blieb Ovtcharov diesmal trotz einer erneut starken Vorstellung der dritte Sieg in Folge verwehrt.
Ying Han fordert Harimoto, bleibt aber ohne Satzgewinn
Zufrieden darf Defensivkünstlerin Ying Han mit ihrem Abschneiden beim Europe Smash sein. Die dreimalige Gewinnerin des Europe Top 16 setzte sich in den ersten beiden Runden unangefochten gegen die Polin Natalia Bajor und die Singapur-Chinesin Zeng Jian durch und sammelte mit ihrem Einzug ins Achtelfinale wichtige Weltranglistenpunkte. Im Kampf um den Einzug in die Runde der besten Acht erwies sich allerdings die Japanerin Miwa Harimoto als zu stark. Wenngleich die Sätze zwei und drei beim 9:11 und 10:12 hart umkämpft waren, zeigten vor allem die Schlussphasen der beiden Durchgänge, wie stark die Gewinnerin des Champions Yokohama derzeit auftritt. Wenn es darauf ankam, spielte die Weltranglistendritte nahezu fehlerlos und holte in Satz drei gegen die an Position 18 im ITTF-Ranking geführte Han sogar einen 2:9-Rückstand auf.
Ying Han hätte zwar zumindest den dritten Durchgang gerne für sich entschieden, erkannte die beeindruckende Leistung der 18-jährigen Harimoto aber neidlos an: „Ich bin mit einem guten Gefühl in die Box gegangen. Deshalb ärgert es mich natürlich, trotzdem den Satz nicht gewonnen zu haben. Ich habe mich danach gefragt, was ich hätte anders machen können. Aber ich denke, entscheidend war einfach, wie stark und fehlerlos sie dann gespielt hat. Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit meiner Leistung in Malmö. Das Achtelfinale ist ein starkes Ergebnis - und es immer noch etwas Luft nach oben vorhanden."
Nina Mittelham und Annett Kaufmann spielen am Abend
Zwei Eisen hat der Deutsche Tischtennis-Bund im Achtelfinale noch im Feuer. Die Berlinerin Nina Mittelham präsentiert sich in Malmö in Bestform und schaltete auf dem Weg in die dritte Runde mit European-Games-Siegerin Bernadette Szöcs (Rumänien) und der Weltranglisten-15. Joo Cheonhui (Südkorea) gleich zwei hochkarätige Gegnerinnen aus. Um 18:35 Uhr kämpft sie gegen die Weltranglistenvierte Kuai Man aus China um den Einzug ins Viertelfinale.
Erstmals in einem Grand-Smash-Achtelfinale steht Annett Kaufmann, die in Malmö eine neue Phase ihrer noch jungen Karriere einzuleiten scheint. Nach Galavorstellungen gegen die Weltranglistenneunte Zhu Yuling (Macau) und Ex-Europameisterin Elizabeta Samara (Rumänien) trifft die 20-Jährige um 19:20 Uhr auf die Nummer 12 der Welt, die ein Jahr ältere Chinesin Chen Yi. Es ist das erste Duell der beiden Kontrahentinnen.
