Der Auftragsbestand entwickelte sich dagegen positiv. Zum 30. Juni lag er mit 372,6 Millionen Euro rund elf Prozent über dem Vorjahreswert. EDAG sieht darin eine gute Grundlage für die weitere Geschäftsentwicklung. Die Ergebnisverbesserung führt das Unternehmen vor allem auf Restrukturierungs- und Effizienzmaßnahmen sowie den zunehmenden Einsatz internationaler Delivery-Strukturen zurück.
Besonders stark entwickelte sich das Defence-Geschäft. Nach Angaben des Unternehmens konnten die Umsätze in diesem Bereich im ersten Halbjahr verdoppelt werden. Gleichzeitig baut EDAG seinen Standort in Indien weiter aus. Dort sollen insbesondere die Bereiche Software, Automation und Robotik sowie Entwicklungs- und Absicherungskompetenzen für zentrale Fahrzeugdomänen gestärkt werden.
„Auch wenn die Nachfrage in wichtigen Teilen unseres Kernmarktes weiterhin verhalten bleibt, zeigen die Ergebnisse des ersten Halbjahres, dass unsere eingeleiteten Maßnahmen wirken“, sagte EDAG-Chef Harald Keller.
Auch finanziell hat sich das Unternehmen im ersten Halbjahr neu aufgestellt. Im Juni setzte EDAG eine Kapitalerhöhung über 50 Millionen Euro sowie ein Pflichtwandeldarlehen über 25 Millionen Euro um. Dadurch flossen dem Konzern insgesamt 75 Millionen Euro zur Stärkung der Eigenkapitalbasis und der finanziellen Flexibilität zu. Das Eigenkapital stieg zum 30. Juni auf 157,6 Millionen Euro, nach 88,6 Millionen Euro Ende 2025. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich von 15,1 auf 25,5 Prozent.
„Mit den erfolgreich umgesetzten Kapitalmaßnahmen und der Anfang Juli erfolgten Refinanzierung durch eine syndizierte Kreditvereinbarung haben wir die EDAG Group nachhaltig gestärkt und die finanzielle Flexibilität deutlich erhöht“, erklärte Finanzvorstand Holger Merz.
Für das Gesamtjahr konkretisierte EDAG seine Prognose. Das Unternehmen erwartet nun eine Umsatzentwicklung zwischen minus fünf und null Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig soll die adjusted-EBIT-Marge positiv ausfallen und bis zu rund drei Prozent erreichen. Bei den Investitionen rechnet EDAG mit einer Quote am unteren Ende der bisherigen Spanne von zwei bis drei Prozent.
Die EDAG Group mit Hauptsitz in Arbon ist ein international tätiger Engineering-Dienstleister mit rund 8000 Beschäftigten an etwa 70 Standorten. Das Unternehmen ist unter anderem in den Bereichen Mobility, Defence, Industry und Public Solutions tätig und erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von 714 Millionen Euro.
