Schon zu Beginn der Veranstaltung wies Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld darauf hin, dass in den letzten Jahren im Klinikum „viel in Bewegung“ war und es als Grundversorger ein wichtiger Faktor nicht nur für die medizinische Betreuung der Region ist: „Ich kenne kein Klinikum deutschlandweit in einer Stadt mit 70.000 Einwohnern, das allein die Verantwortung für einen Maximalversorger in einem Einzugsgebiet von 500.000 Einwohnern trägt. Durch die Zusammenarbeit mit der Universität Marburg wurde es noch einmal aufgewertet. Das ist alles nicht selbstverständlich.“ Die neue Notaufnahme und das MVZ zur ambulanten Versorgung leisteten weiterhin einen wichtigen Beitrag zur Entlastung der Hausärzte und zur Gesundheitsversorgung der Region.
Peter Neidhardt, Geschäftsbereichsleiter Bau und Technik, informierte im Hörsaal des Klinikums über die Entwicklung der letzten Jahre und bestätigte Wingenfelds Einschätzung: „Wir können uns mit jedem Uniklinikum vergleichen.“ In Städten wie Dortmund oder Augsburg hätten die Unikliniken keine mit Fulda vergleichbare Qualität. Gerade in den letzten sieben Jahren sei beeindruckend saniert und aufgewertet worden – angesichts der gerade im Krankenhausbereich heute doppelt so hohen Baukosten wie vor sieben Jahren rückblickend auch aus finanziellen Gründen die richtige Entscheidung. So ist das ehemalige Haupthaus mittlerweile fast komplett auf dem neuesten Stand. Die Notaufnahme wurde ins Untergeschoss verlegt, während die Radiologie sowie die Anästhesie mit jeweils neuester technischer Ausstattung in unmittelbare Nähe rückten. Im Erdgeschoss soll nun in den freigewordenen Räumen Platz für die ambulante Versorgung geschaffen werden.
Weiter investiert der Maximalversorger kräftig in den Nachwuchs: Momentan entsteht am Waidesgrund ein modernes Wohnheim mit 173 Wohneinheiten für Auszubildende und Studierende. In dieser Woche wurde mit den Hochbauarbeiten begonnen. Zudem wurden modulare Badeinheiten bestellt, die bald angeliefert und eingebaut werden. Bisher liegen die Arbeiten voll im Zeitplan, sodass der Einzug im nächsten Jahr erfolgen soll.
Tim Muth, administrativer Leiter der Notaufnahme, stellte diese anschließend vor. Die Zahl der Betten habe sich von 20 auf 40 erhöht. Der bisherige Höchststand lag bei 227 Patienten, die an einem einzigen Tag betreut wurden – und die Zahlen steigen weiter: Waren es 2019 noch circa 44.000 Patienten im Jahr, stieg die Zahl bis 2025 auf fast 59.000 an. In den letzten Monaten setzte sich dieser Trend fort. Auf den Tag umgerechnet waren es im ersten Halbjahr bereits 169 Patienten – nach 161 im Durchschnitt des Vorjahres. Weiter erläuterte Muth das Triage-System, nach dem die Behandlung je nach medizinischer Dringlichkeit erfolgt. Dabei merkte er durchaus kritisch an, dass nicht für jeden der neuen Patienten der Gang in die Notaufnahme wirklich erforderlich gewesen wäre.
Prof. Dr. med. Volker Schächinger erläuterte die neuesten Behandlungsmethoden im Herz-Thorax-Zentrum, welches im Anschluss in Gruppen besichtigt wurde. Zum Abschluss des Informationsbesuchs zog die CDU-Fraktionsvorsitzende ein positives Fazit für die kommunalpolitische Arbeit: „Das Klinikum Fulda ist das medizinische Herzstück unserer Region. Die jüngsten Millioneninvestitionen in modernste Medizintechnik und zukunftssichere Bauprojekte zeigen, dass hier Spitzenmedizin auf universitärem Niveau gelebt wird. Als Mehrheitsfraktion stehen wir fest an der Seite unseres Klinikums und der hochengagierten Mitarbeiter. Die gewonnenen Eindrücke sind für uns von unschätzbarem Wert für die anstehenden politischen Weichenstellungen und Haushaltsberatungen.“
Zum gemütlichen Ausklang ging es anschließend gemeinsam in die Germanenklause, das Vereinsheim des FSV Germania Fulda am Gallasiniring. OB Wingenfeld zeigte sich erfreut über das integrative Jugendkonzept des Vereins. Das Projekt verbinde Sportförderung mit nachhaltiger Stadtteilentwicklung im Fuldaer Ostend. Durch die enge Kooperation des Vereins mit der Stadt Fulda und der Bund-Jugendarbeit entstehe ein starkes soziales Netzwerk. Es bietet Jugendlichen verschiedenster Herkunft eine feste Anlaufstelle und fördert über den Sport gezielt den interkulturellen Austausch sowie die Sprachkompetenz im Viertel.
„Sport ist der beste Brückenbauer in unserer Gesellschaft. Die Germania zeigt eindrucksvoll, wie durch die Bündelung kommunaler und bundesweiter Ressourcen echte Teilhabe gelingt“, betonte die CDU-Fraktionsvorsitzende Patricia Fehrmann. „Dieses Engagement schafft nachhaltige Perspektiven für die Jugendlichen und stärkt das soziale Miteinander vor Ort spürbar.“ Dies sei ein Musterbeispiel gelungener Quartiersarbeit und zeige, wie Vereine als Motoren für Integration den gesellschaftlichen Zusammenhalt in den Stadtteilen festigen können.
