Begrüßt wurde die Caritas-Präsidentin unter anderem von Einrichtungsleiter Christof Schneider. Er stellte den Schwerpunkt der Einrichtung vor: die stationäre Hilfe für Kinder und Jugendliche. In den vergangenen Jahren habe dabei auch das Thema Nachhaltigkeit zunehmend an Bedeutung gewonnen. „Klimaschutz ist Kinderschutz“, betonte Schneider. Konkret setzt die Jugendhilfe Maberzell dabei unter anderem auf Elektromobilität. Der überwiegende Teil der Fahrzeuge ist inzwischen elektrisch unterwegs. Auf den Dächern der Gebäude erzeugen Photovoltaikanlagen jährlich zwischen 900.000 und einer Million Kilowattstunden Strom.
Auch auf dem Gelände selbst spielt Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle. Dort wurden mehr als 70 Obstbäume gepflanzt und Kartoffeln für den eigenen Bedarf angebaut. Zwei Wohngruppen halten zudem eigene Hühner. „Nachhaltigkeit beginnt auf lokaler Ebene“, sagte Schneider.
Für das Engagement gab es bereits mehrere Auszeichnungen. 2024 erhielt die Einrichtung den Nachhaltigkeitspreis der RhönEnergie, im Oktober folgte der Solarpreis. Das damit verbundene Preisgeld floss nach Angaben Schneiders in ein neues Projekt.
Tiere werden Teil der pädagogischen Arbeit
Die Nachhaltigkeitsprojekte haben für die Einrichtung nicht nur ökologische, sondern auch pädagogische Bedeutung. Die Kinder und Jugendlichen werden in verschiedene Arbeiten einbezogen und kommen unmittelbar mit Tieren und Natur in Kontakt. „Durch die Tiere lernen die Kinder Achtsamkeit. Sie lernen, dass jeder eine Stimme hat“, erklärte Bereichsleiterin Linda Laudon. Neben Hühnern gibt es auf dem Gelände unter anderem Ziegen und Enten. In der Einrichtung in Marbach gehört zudem eine kleine Imkerei zum Angebot. Dort wurden nach Angaben der Jugendhilfe zuletzt rund 60 Kilogramm Honig geerntet.
Bei einem Rundgang durch eine der Wohngruppen konnte sich Welskop-Deffaa anschließend selbst ein Bild vom Alltag und der pädagogischen Arbeit machen. Die Caritas-Präsidentin zeigte sich beeindruckt von dem Konzept. „Das hier ist eine Vorzeigeerfahrung für die deutsche Caritas. Man sollte das mit gutem Beispiel erzählen“, sagte Welskop-Deffaa. Zugleich richtete sie ihren Dank an die Mitarbeitenden und alle Beteiligten: „Vielen Dank an die, die das hier machen und die Zusammenarbeit untereinander. Es fasziniert mich, wie prägend das in jungen Jahren ist.“
Neben Christof Schneider und Linda Laudon waren unter anderem Caritas-Direktor Dr. Markus Juch, Finanzvorstand Ansgar Erb, Aufsichtsratsvorsitzender Prälat Christof Steinert und Ressortleiter Jugendhilfe Dominique Vilmin bei dem Besuch dabei.
