Mit den Norddeutschen wartet eine echte Hausnummer auf die Fuldaer: Die Bremer erreichten in der Vorsaison einen starken zweiten Platz hinter Rekordmeister Borussia Düsseldorf. Im Final Four war dann allerdings im Halbfinale gegen das Überteam und den späteren Triple-Sieger Saarbrücken um Superstar Fan Zhendong Endstation – dennoch dürften die Fuldaer gewarnt sein, denn personell hat sich an der Weser nichts verändert: Das Aufgebot wird angeführt vom Spitzenduo Kirill Gerassimenko und Mattias Karlsson, ergänzt von Irvin Bertrand und Marcello Aguirre – jenes Quartett, dass den Maberzellern in der abgelaufenen Saison zwei Niederlagen zufügte: Zuhause konnte lediglich TTC-Starspieler Dimitrij Ovtcharov einen Punkt gegen Gerassimenko holen, in Bremen unterlag Maberzell mit glatt mit 0:3.
„In der Liga hat sich ja so einiges getan, nur in Bremen nicht. Die Mannschaft ist identisch und spielt die letzten Jahre auf konstant hohem Niveau. Sie warn immer ein Playoff-Kandidat und sind zu 95 Prozent in den Spielen auch immer komplett“ hat Johannes Hodes aus dem Vorstandsteam des TTC Maberzell Respekt: Mattias Karlsson, der bis zum Vorjahr noch Falck hieß, spiele mit seinen Einzelbilanzen in den Top-Fünf der TTBL mit, und mit Gerassimenko habe Bremen noch einen „halben Einser, der auch im Doppel immer extrem gefährlich ist“, so Hodes.
Entsprechend „hart“ meint es der Spielplan mit den Maberzellern, doch verstecken müssen sich die Osthessen keineswegs: Die Verträge mit Abwehrspezialist Ruwen Filus und Trainersohn Fanbo Meng wurden verlängert, Dimitrij Ovtcharov und der Däne Jonathan Groth haben für die Saison ebenfalls noch ein gültiges Arbeitspapier – und darüber hinaus hat sich der TTC mit dem Rumänen Andrej Istrate sinnvoll und hochkarätig verstärkt. „Es wird eine gute Möglichkeit, mal zu schauen, wo die Mannschaft steht“, sagt Hodes. Der TTC werde in Bestbesetzung nach Bremen reisen, und Hodes ist optimistisch, dass der Auftaktsieg gelingen kann. Ovtcharov und Groth waren in Schweden beim Europe Smash zuletzt super drauf: „Dima“ bezwang Möregårdh, Groth schlug den Bremer Karlsson.
Neuzugang Istrate bringt taktische Flexibilität
Spannend wird der Einstand von Neuzugang Andrej Istrate: Der vorhandstarke Rechtshänder wechselte aus Österreich nach Osthessen und galt im Nachbarland in der abgelaufenen Spielzeit als bester Spieler der Liga. Dazu gibt der 21-Jährige den Maberzellern wertvolle Flexibilität: Aufgrund der langwierigen Verletzung von Cheng-jui Kao, der in der Vorsaison kein einziges Spiel bestreiten konnte, musste Trainer Qing Yu Meng Dimitrij Ovtcharov immer wieder im Doppel aufstellen. So konnte der Maberzeller Punktegarant oft nur ein Einzel bestreiten, außerdem war die Aufstellung des TTC für Gegner durch diese Umstände häufig leicht vorherzusehen – Istrate löst dieses Problem und macht die Fuldaer unberechenbarer. „Er ist ein junger Kerl, der zu jedem Spiel dabei sein kann. Das wollten wir haben – und er schafft auch mehr Rotationsmöglichkeiten und macht uns taktisch variabler“, stellt Hodes fest: „Er ist ein zusätzlicher Rechtshänder, kann mit Meng, Groth oder auch Ovtcharov im Doppel spielen. Er steht am Anfang seiner Karriere und war in den Gesprächen Feuer und Flamme, hier in der stärksten Liga Europas zu spielen“. Natürlich könne er Kao nicht sofort eins zu eins ersetzen, so Hodes, „aber er hat in der U21 gezeigt, was er kann“.
„Playoff-Plätze angreifen“
Was die TTBL-Saison in Gänze angeht, ist Hodes nach Platz sieben in der Vorsaison etwas optimistischer: „Wenn alles zusammenläuft und alle gesundbleiben, wollen die die Playoff-Plätze angreifen. Ziel ist es, dass wir dort möglichst lange ein Wörtchen mitreden“. Vorneweg dürfte Düsseldorf mit Neuzugang Fan Zhendong aus Saarbrücken, sowie den bisherigen Spielern Qui und Källberg und Jha die Übermannschaft der Liga sein. Aber auch Saarbrücken mit Calderano, Franziska und Co. sowie den BVB habe Hodes auf der Rechnung. Dortmund verlor den Auftakt zwar mit 0:3 gegen den FCS, „aber sie werden noch kommen“, ist sich Hodes sicher. Hinter diesen Top Drei tobt ein Kampf um den vierten Playoff-Platz, wo Maberzell, aber auch Bremen, Bergneustadt oder Mühlhausen dazugehören. „Das sind ein Haufen Teams. Wir wollen das Rennen so lange wie möglich offenhalten und unser Potenzial abrufen“, so Hodes. Das erste Heimspiel in der Hubtex-Arena steigt übrigens schon fünf Tage nach dem Auftakt in Bremen: Am kommenden Samstag, 22. August, um 19 Uhr. Es wartet das Hessenderby gegen Bad Homburg.
