Die Fuldaer rechneten sich durch die Verpflichtung des Rumänen mehr Flexibilität aus – und der Plan ging trotz der Niederlage bereits im ersten Saisonspiel beim Vorjahreszweiten auf: Dimitrij Ovtcharov konnte zwei Einzel bestreiten, Istrate trat an der Seite von Jonathan Groth im Doppel an und überzeugte direkt, auch wenn es am Ende nicht für den Sieg reichen sollte. Das Fuldaer Doppel startete bärenstark, ging schnell mit 5:0 in Führung und sicherte sich in der Folge auch den ersten Satz. Im Anschluss wurden Irvin Bertrand und Mattias Karlsson jedoch stärker und hatten in den entscheidenden Momenten die Nase vorne – die Durchgänge zwei, drei und vier gingen an die Gastgeber, der SV Werder setzte sich somit insgesamt knapp mit 3:2 durch. „Mit Mattias Karlsson hat Bremen einen früheren Doppelweltmeister, das sollte also kein Maßstab sein. Er war auch heute wieder sehr stark im Doppel“, analysierte TTC-Präsident Stefan Frauenholz.
Maberzeller Punktegarant war ansonsten – mal wieder – Ovtcharov: Auch dank Neuzugang Istrate konnte sich „Dima“ voll auf seine beiden Einzel konzentrieren und spielte an der Weser stark auf. An Position zwei besiegte der 37-Jährige zunächst den Franzosen Bertrand glatt in drei Sätzen, eher er auch das Topduell mit dem erfahrenen Kasachen Kirill Gerassimenko für sich entscheiden konnte. Gegen Bertrand musste sich der Deutsche lediglich im dritten Satz etwas mehr strecken und einen Satzball abwehren (12:10). Gerassimenko leistete anschließend größeren Widerstand – doch Ovtcharov behielt auch hier kühlen Kopf und schickte die Partie ins entscheidende Doppel. „Dima kann jetzt an eins spielen, weil wir hintenraus ein Doppel haben“, ordnete Frauenholz ein: „Die Verpflichtung von Andrej hat sich auf jeden Fall jetzt schon bezahlt gemacht.“
An Position drei hätte Jonathan Groth die Fuldaer beim Stand von 1:1 vor dem abschließenden Einzel in eine hervorragende Ausgangsposition bringen können, doch der Däne musste sich Mattias Karlsson in einem engen Match knapp geschlagen geben. Über fünf Sätze lieferten sich beide ein Duell auf Augenhöhe, mit dem besseren Ende für den Schweden. Besonders ärgerlich aus Maberzeller Sicht: Im dritten Durchgang vergab Groth beim Stand von 10:7 drei Satzbälle zum 2:1 und verlor den Satz noch mit 10:12. „Das ist sehr ärgerlich, auch mit den Satzbällen. Wenn Jonathan das gewinnt, hätten wir auch 3:1 gewinnen können“, haderte Frauenholz. Im Entscheidungssatz unterlag der Däne dann allerdings deutlich mit 3:11.
Den Auftakt machte Trainersohn Fanbo Meng an Position eins gegen Gerassimenko – und trotz deutlicher 0:3-Niederlage wäre für Meng wesentlich mehr drin gewesen: Im ersten Durchgang führte der TTC-Akteur bereits mit 5:2 und 8:5 und hatte in der Folge außerdem zwei Satzbälle – Gerassimenko holte sich in den entscheidenden Situationen aber die Punkte und damit den Satz. Während Durchgang zwei anschließend glatt nach Bremen ging, hielt Meng im dritten Satz nochmal stark dagegen und führte zeitweise mit 7:5. Am Ende setzte sich allerdings die Erfahrung des Bremers durch – und der Kasache nutzte seinen ersten Matchball. „Er hat das gut gemacht, vor allem im ersten Satz“, so der TTC-Präsident abschließend.
Werder Bremen – TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell 3:2
Kirill Gerassimenko – Fanbo Meng 3:0 (14:12, 11:4, 11:8)
Irvin Bertrand – Dimitrij Ovtcharov 0:3 (7:11, 2:11, 10:12)
Mattias Karlsson – Jonathan Groth 3:2 (11:3, 6:11, 12:10, 7:11, 11:3)
Kirill Gerassimenko – Dimitrij Ovtcharov 1:3 (5:11, 13:11, 3:11, 11:7)
Irvin Bertrand / Mattias Karlsson – Jonathan Groth / Andrej Istrate 3:1 (6:11, 11:6, 11:8, 11:5)
