Für die MT Melsungen 2 beginnt am Samstag die Saison in der 3. Liga Nord-West. Auftaktgegner ist die HSG Varel, und zwar in Guxhagen. Anwurf ist um 18 Uhr. Der letzte Test bei Regionalligist TV Hersfeld verlief positiv. Für Schlussmann Kim Hüter gab es ein großes Wiedersehen.
Der sah sich nämlich in seiner Heimatstadt nicht nur erstmals mit seinen nach Bad Hersfeld gewechselten ehemaligen MT Talents-Gefährten Julian Ley und Jonas Lüder (verletzt) als Gegner konfrontiert, sondern auch seinem Cousin Noah Hüter. Mit allen Dreien spielte er in der vergangenen Saison noch gemeinsam in der Jugendhandball-Bundesliga. „Man hat sicher von außen merken können, dass es da schon so ein kleines internes Duell gab, vor allem mit Noah“, sagt Kim mit einem Lächeln.
Auch sonst waren in der Halle und beim Gegner einige dabei, mit denen er vor seiner Melsunger Zeit im Heimatverein noch zusammengespielt hat. „Das war ein komisches Gefühl. Dazu kam ja noch, dass auch auf der Tribüne alles voll war an Kindheitsfreunden und Familie, die zum Zuschauen da waren. Es war aber eine schöne Erfahrung für mich, einmal wieder quasi wirklich zu Hause zu spielen und mich ganz daheim zu fühlen“, sagt der Melsunger Jugend-Weltmeister rückblickend.
Doch damit nicht genug des Kumpel- und vor allem Familienduells: Auf dem Spielberichtsbogen stand beim TVH nämlich auch Kai Hüter – Kims Vater. „Das war das allererste Mal, dass wir uns auf dem Handballfeld in einem Spiel gegenüberstanden“, bestätigt der mittlerweile 47 Jahre alte ehemalige Zweitliga-Torhüter der MT Melsungen verschmitzt grinsend, der sichtlich Freude hatte an diesem Aufeinandertreffen. Von dem sein Filius vorher gar nichts wusste: „Ich war ganz überrascht, als er sich vor dem Spiel plötzlich mit warm machte.“ Selbst am heimischen Essenstisch hatte es zuvor nämlich Dementis gegeben.
Denn eigentlich hat Vater Kai die Schuhe ja längst an den Nagel gehängt und ist inzwischen Sportlicher Leiter beim Regionalligisten. Aber weil einer seiner beiden Stammkeeper familiär bedingt passen musste, kam es schließlich trotzdem zum Premierenfoto von Vater und Sohn nebeneinander im Aktiven-Trikot. Wobei Kim am Ende offen zugab, nicht wirklich unglücklich gewesen zu sein, dass der Papa nicht zum Einsatz kam. „Ich hatte ganz sicher nicht meinen besten Tag, und da wäre es gar nicht schön gewesen, wenn mein Vater gegenüber hereingekommen wäre und plötzlich sein Tor zugenagelt hätte.“
Dazu kam es also nicht, wohl aber zum ersten und wohl gleichzeitig letzten gemeinsamen Foto fürs Familienalbum: Vater gegen Sohn Hüter im sportlichen Dress zweier Kontrahenten auf dem Spielfeld.
