Die Arbeit der städtischen Gärtnerei prägt das Erscheinungsbild der Barockstadt maßgeblich, wird im Alltag von den Bürgerinnen und Bürgern aber oft als selbstverständlich wahrgenommen. Um sich vor Ort ein Bild von der Leistungsfähigkeit und der täglichen Arbeit des Betriebs in der Ernst-Barlach-Straße zu machen, ließen sich die Ausschussmitglieder von Gärtnereileiter Stefan Arnold umfassend informieren. Dieser führte die Delegation über das Areal, gab einen fundierten Einblick in die Geschichte des Standorts und stellte stolz das Herzstück der Modernisierung vor: die rund 1800 Quadratmeter umfassende neue Gewächshausfläche. Jährlich werden in der Stadtgärtnerei rund 180.000 bis 200.000 Pflanzen herangezogen und jeweils im Frühjahr und im Herbst im gesamten Stadtgebiet ausgepflanzt, um Fulda zum Blühen zu bringen. „Ich bin dankbar, dass die Stadt so hinter uns steht“, betonte Arnold mit Blick auf die sechs engagierten Mitarbeiter. Mit der zukunftsweisenden Anlage sei der Betrieb langfristig hervorragend aufgestellt: „In dieser Einrichtung können wir noch die kommenden Jahrzehnte erfolgreich arbeiten.“ Der Ausschussvorsitzende Michael Ruppel würdigte den Einsatz des Teams vor Ort ausdrücklich: „Hier werden die Grundlagen geschaffen für die Erhaltung unseres Stadtgrüns, für das uns Einheimische und besonders Touristen immer wieder loben. Unsere Stadt ist bunt – all das entsteht hier in der Stadtgärtnerei.“ Wer sich für die Arbeit der Gärtnerei interessiert, hat übrigens die Möglichkeit einer Besichtigung: Stefan Arnold sprach von jährlich einigen viel genutzten Besichtigungstouren und Führungen, die besonders in der arbeitsärmeren Zeit im Winter angeboten werden.
Im anschließenden offiziellen Teil der Sitzung stand ein sensibles soziales Thema auf der Tagesordnung des Ausschusses. Die Mitglieder berieten über eine notwendige Änderung des Bebauungsplans für den Gewerbepark Münsterfeld. Dort soll in einem bereits bestehenden Gebäude künftig eine betreute Unterbringung für wohnungslose Menschen ermöglicht werden, wobei der Fokus primär auf der Schaffung von dringend benötigten Notunterkünften liegt. Das flexible Konzept sieht vor, dass jeweils zwei Einzelappartements bei Bedarf unkompliziert zu einer größeren Einheit für Familien zusammengelegt werden können. „Wir brauchen im Stadtgebiet ein konzentriertes Angebot mit einer festen Betreuung direkt vor Ort“, erläuterte Stadtbaurat Daniel Schreiner die Intention der Vorlage. Aus Sicht der Verwaltung sei der gewählte Standort im Münsterfeld für diesen Zweck optimal geeignet. Während der Aussprache äußerte Ausschussmitglied Ute Riebold allerdings Bedenken hinsichtlich einer möglichen Stigmatisierung der betroffenen Personen, sollten diese die Adresse der Einrichtung beispielsweise bei zukünftigen Bewerbungen angeben müssen. Ernst Sporer (Grüne) sah es zudem als problematisch an, Familien in unmittelbarer Nachbarschaft zu wohnsitzlosen Einzelpersonen unterzubringen. Letztere zeigten sich, gerade wenn eine Suchtproblematik vorliege, oft sozial schwerer integrierbar. Trotz dieser kritischen Anmerkungen war sich das Gremium in der Sache einig: Der Ausschuss empfahl der Stadtverordnetenversammlung den entsprechenden Beschluss schließlich einstimmig.
Weitere Beschlüsse des Ausschusses betrafen ein Grundstück, das sich zwischen dem dortigen Lebensmittelmarkt und dem Messegelände nahe der Stadtgärtnerei befindet. Hier stimmten die Mitglieder einstimmig einer Änderung des Bebauungsplans zu, um auf dem Areal künftig ein mehrstöckiges Wohngebäude zu ermöglichen. Keineswegs einstimmig verlief dagegen die Beschlussfassung darüber, dem Investor am Bardohaus den Bau weiterer Parkplätze zu erlauben. Stadtbaurat Daniel Schreiner sprach sich ausdrücklich für die Vorlage aus, da die Stadt so die Möglichkeit erhalte, die dortige Verkehrssituation im Sinne der Allgemeinheit neu zu regeln. Momentan ist ein Teil der dortigen Wegeführung lediglich über privatrechtliche Vereinbarungen auf Privatgrund geregelt; es existiert sogar ein namenloser öffentlicher Weg, der bislang völlig ohne Anbindung an das reguläre Straßennetz ist. Von den Grünen gab es jedoch deutlichen Widerspruch gegen den Beschlussvorschlag. Die Fraktion äußerte vehementes Unverständnis dafür, dass für die neuen Parkflächen Bäume gefällt werden sollen – darunter eine rund fünfzig Jahre alte, ortsbildprägende Weide. Die Vertreter der Grünen ließen sich in dieser Frage auch nicht von Peter Bleuel (CDU) überzeugen, welcher darauf hinwies, dass im Zuge des Verfahrens für jeden gefällten Baum ein gleichwertiger und gesetzlich verbindlicher Ersatz geschaffen werden muss. Bei der anschließenden Abstimmung votierten schließlich alle Fraktionen außer den Grünen für den Vorschlag, sodass die Vorlage mit breiter Mehrheit angenommen wurde.
