Kurz vor 12 Uhr gingen mehrere Notrufe ein, nachdem Zeugen Rauchentwicklung aus dem Wald nahe einer Wochenendhaussiedlung („Wingerte") gemeldet hatten. Der Rauch war bereits aus größerer Entfernung sichtbar. Im Verlauf der Löscharbeiten wurden weitere Brandstellen rund um Oberrodenbach festgestellt, sodass die Einsatzkräfte ihre Maßnahmen koordinieren mussten. Da sich die Brandherde in teils schwer zugänglichem Gelände befanden, unterstützten ein Hubschrauber sowie Drohnen der Polizei die Einsatzmaßnahmen. Der Polizeihubschrauber kam zudem mit einem sogenannten „Bambi Bucket" – einem Löschwasserbehälter – zum Einsatz und half bei der Brandbekämpfung. Auch zwei Fluggeräte der bayerischen Polizei waren mit eingebunden.
Die Löscharbeiten wurden durch den teils kräftigen Wind erschwert. Einer der Brandherde befand sich am Ortsrand von Oberrodenbach im Bereich der Tennisplätze. Ein weiteres Feuer wütete in der Nähe der Wochenendhaussiedlung und drohte sich weiter in Richtung der dortigen Gebäude auszubreiten. Durch den schnellen und gezielten Einsatz der Feuerwehr konnte eine Gefahr für Anwohnerinnen und Anwohner sowie die Gebäude abgewendet werden. Da sich zum Zeitpunkt des Brandes Personen in der Siedlung aufhielten, forderte die Polizei diese vorsorglich auf, einen Teilbereich der Siedlung vorübergehend zu verlassen. Zusätzlich wurden unter anderem dort zwischenzeitlich Schneisen angelegt, um eine weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Um Rettungswege freizuhalten, wurde vorübergehend auch ein Zufahrtsweg in den Wald abgesperrt. Nach bisherigem Stand ist eine Waldfläche von mehreren tausend Quadratmetern betroffen.
Die Löscharbeiten sind derzeit (Stand 18.40 Uhr) weiterhin im Gange; wann diese abgeschlossen sein werden, ist derzeit noch nicht absehbar. Die Ermittlungen zur Brandursache dauern an. Noch ist unklar, ob die einzelnen Brandstellen in einem Zusammenhang stehen. Die Polizei schließt eine Brandstiftung derzeit nicht aus und hat Ermittlungen aufgenommen. Wer verdächtige Beobachtungen gemacht hat beziehungsweise Hinweise zur Entstehung der Brände geben kann, wird gebeten, sich unter der Rufnummer 06181 100-123 bei der Hanauer Kriminalpolizei zu melden.
Wie der Landkreis am Montagnachmittag informiert hat, sind rund ein Dutzend Feuerwehren aus Rodenbach und Umgebung beteiligt, auch um die bisherigen Einsatzkräfte abzulösen. Zudem unterstützten auch die bayerischen Feuerwehren die Lage. Um die Wasserversorgung zu sichern, wurden sechs große Abrollbehälter mit jeweils 10.000 Liter Fassungsvermögen bereitgestellt.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hatte um 14.02 Uhr eine Warnmeldung veröffentlicht. Darin hieß es: „Meiden Sie das betroffene Gebiet. Halten Sie sämtliche Zugangswege zur Brandstelle frei. Schließen Sie Fenster und Türen und schalten Sie Lüftungen und Klimaanlagen ab“. Auch die Polizei in Unterfranken, aus dem Grenzgebiet zu Alzenau, teilt an die Anwohner im Stadtgebiet von Alzenau mit, Fenstern und Türen geschlossen zu halten.
