Ganz so groß wie bei den vergangenen Veranstaltungen war das Teilnehmerfeld diesmal nicht. Normalerweise nehmen an einem Adlertag von Eintracht Frankfurt rund 200 Kinder teil, in Fulda waren es zuletzt etwa 170. Tobias Ronsdorf, bei Eintracht Frankfurt unter anderem für Kinderfußball und Kooperationen mit Vereinen und Schulen zuständig, sieht die geringere Teilnehmerzahl allerdings gelassen.
„Nur weil jetzt quantitativ die Gruppe etwas kleiner ist, muss nicht zwingend heißen, dass weniger Talente dabei sind“, sagt Ronsdorf. Ganz im Gegenteil: Aus seiner Sicht waren diesmal sogar besonders viele talentierte Spieler aus Fulda und der Region dabei. Dass weniger Kinder gekommen waren, könne unter anderem daran gelegen haben, dass es der letzte Ferientag war.
Für die Eintracht geht es bei der Veranstaltung ohnehin nicht allein darum, möglichst viele Spieler zu finden. Die Kinder sollen vor allem möglichst viele Ballaktionen bekommen. Auf unterschiedlichen Feldern wurde gespielt, gedribbelt, gepasst und auf Tore geschossen. Mal ging es mit Torwart auf dem Feld zur Sache, mal wurde auf kleineren Spielfeldern gespielt. Anschließend standen weitere Übungsformen auf dem Programm.
Für einige Nachwuchskicker könnte der Tag dennoch der Beginn eines weiteren Weges bei der Eintracht sein. „Für heute werden in der Gruppe hier bestimmt fünf Kinder zum Eintracht-Training eingeladen“, kündigt Ronsdorf an. Bei diesen sogenannten Adlerperspektivtrainings können die jungen Talente in Frankfurt weiter beobachtet und kennengelernt werden.
Dabei setzt die Eintracht bewusst auf eine langfristige Entwicklung. Gerade im Kinderfußball sei der Verein großzügig, wenn es darum gehe, Nachwuchsspieler zu einem Kennenlernen einzuladen. „Wir möchten in den Grundschulaltersklassen viele Kinder selber kennenlernen und vielleicht ihren Weg auch ein Stück weit begleiten“, erklärt Ronsdorf. Möglich sei das durch regelmäßige Trainingseinheiten in Frankfurt oder auch über eine Vermittlung an Partnervereine.
Ein direkter Wechsel nach Frankfurt sei dagegen für die meisten Kinder aus Osthessen zunächst kein Thema. „Grundsätzlich sollen sie in Osthessen in ihren Vereinen bleiben“, sagt Ronsdorf. Der Grund ist vor allem der Aufwand: Eine Fahrt nach Frankfurt könne für die Familien schnell eine Stunde dauern – und das mehrmals pro Woche.
Erst ab den Altersklassen U12 und U13 komme ein Wechsel häufiger infrage. Eine Ausnahme bilden außergewöhnliche Talente. „Das machen wir in den jüngeren Altersklassen wirklich nur dann, wenn wir das Gefühl haben, dass jemand auch bei uns im Mannschaftskontext im oberen Drittel mitspielt“, erklärt Ronsdorf.
Für die SG Barockstadt ist der Adlertag damit nicht nur eine Möglichkeit für die eigenen Nachwuchsspieler, sich zu zeigen. Durch die Kooperation mit Eintracht Frankfurt erhalten Talente aus der gesamten Region die Möglichkeit, frühzeitig mit dem Nachwuchsbereich eines Bundesligisten in Kontakt zu kommen – ohne dafür ihren Heimatverein sofort verlassen zu müssen.
