Hintergrund ist die Fortsetzung der Koalition aus CDU und SPD nach der Kommunalwahl. In ihrem Koalitionsvertrag haben die beiden Parteien unter anderem vereinbart, dass die CDU als mitgliederstärkere Fraktion künftig den Ersten Kreisbeigeordneten stellen soll. Marquart strebt das Amt an, Hofmann wird im Zuge des Wechsels aus dem Kreisausschuss ausscheiden.
Landrat Thorsten Stolz würdigt Hofmanns bisherige Arbeit ausdrücklich. Er bezeichnet ihn als „leidenschaftlichen Kommunalpolitiker und überzeugten Sozialdemokraten mit klarer Haltung, Weitsicht und ausgleichender, vermittelnder Art“. Gerade die vergangenen beiden Jahre seien von großen Herausforderungen geprägt gewesen. „Die zurückliegenden beiden Jahre waren gerade in seinem Dezernat mit großen Themen und Umbrüchen verbunden, die er mit Gestaltungskraft, Übersicht und Geduld gemanagt hat“, so Stolz.
Zu den Aufgaben Hofmanns gehörte unter anderem der Sozialbereich. Nach der Auskreisung der Stadt Hanau musste das Amt für soziale Förderung und Teilhabe neu aufgestellt werden. Auch beim Kommunalen Center für Arbeit sowie bei der gemeinnützigen Gesellschaft für Ausbildung, Qualifizierung und Arbeit (AQA) standen Veränderungen an. Das „QU Azubiquartier“ nimmt inzwischen konkrete Gestalt an. Die Entwicklung wurde maßgeblich durch das Verwaltungsteam von Hofmann und die AQA begleitet.
Auch im Bereich Tourismus und der Förderung des ländlichen Raums setzte Hofmann nach Angaben des Kreises Akzente. Verschiedene Projekte sollen dazu beitragen, den Main-Kinzig-Kreis als Wohn-, Arbeits- und Erholungsregion weiterzuentwickeln. Als Aufsichtsratsvorsitzender der Spessart Tourismus und Marketing GmbH setzte Hofmann zudem auf eine engere Zusammenarbeit zwischen Hessen und Bayern.
Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit lag in der Abfallwirtschaft. Dort wurde die interkommunale Zusammenarbeit zwischen den Kommunen und dem Main-Kinzig-Kreis weiter gestärkt.
Nach den Plänen von CDU und SPD soll der Kreistag am 4. September zunächst über die Abwahl Hofmanns abstimmen. Mit den entsprechenden Mehrheiten soll anschließend Jannik Marquart zum neuen Ersten Kreisbeigeordneten gewählt werden. Das Amt würde er zum 5. September übernehmen.
Die Entscheidung über den künftig weiteren Kreisbeigeordneten soll dagegen zu einem späteren Zeitpunkt fallen, voraussichtlich in der Kreistagssitzung im Oktober. Bis dahin werden Landrat Thorsten Stolz und Jannik Marquart die politische Verantwortung für das bisherige Dezernat Hofmanns sowie für verschiedene Funktionen in Kreisgesellschaften und Betrieben untereinander aufteilen.
So soll Stolz übergangsweise unter anderem das Amt für soziale Förderung und Teilhabe sowie das Amt für Umwelt, Naturschutz und ländlicher Raum mitbetreuen. Marquart soll vorübergehend für das Amt für Sicherheit, Ordnung, Migration und Integration zuständig sein.
