Lokales FD 14.08.2026

40 Jahre POMA Systems: Vom Garagenbetrieb zum Global Player

Kalbach (jah) – Ein bisschen Abenteuer, ein bisschen Geselligkeit und vor allem ganz viel Gemeinschaft: POMA Systems hat am Freitag sein 40-jähriges Bestehen gefeiert. Für die Belegschaft des Kalbacher Maschinenbauunternehmens stand dabei nicht nur ein gemütlicher Abend im Fuldaer Hopfenglück auf dem Programm. Bereits am Morgen war das gesamte Team zum gemeinsamen Jubiläumstag aufgebrochen. Der Ausflug führte die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zunächst tief unter die Erde ins Erlebnisbergwerk Merkers, anschließend zurück nach Kalbach und schließlich zum gemeinsamen Ausklang nach Fulda.

Fröhliche Gesichter im Hopfenglück: POMA Systems feierte am Freitag 40-jähriges Bestehen. Foto: Janosch Hensel

40 Jahre POMA Systems – das sind vier Jahrzehnte Maschinenbau, Automatisierung und Lackiertechnik. Es ist aber auch die Geschichte eines Unternehmens, das einmal in einer 20 Quadratmeter großen Garage in Wallroth begann und heute international tätig ist. Am 30. Mai 1986 legte Firmengründer Rüdiger Mathiak den Grundstein für die heutige POMA Systems GmbH. Geschäftsführer Christian Mathiak, der das Unternehmen heute gemeinsam mit seinem Team führt, blickte am Freitag vor allem auf die Menschen, die diese Entwicklung möglich gemacht haben. Das 40-jährige Bestehen sei deshalb bewusst nicht mit einem großen Fest auf dem Firmengelände begangen worden, sondern mit einem gemeinsamen Tag für die Belegschaft. „Wir haben in der Vergangenheit immer große Feste im Betrieb gemacht“, erzählt Mathiak. In diesem Jahr habe sich das Unternehmen jedoch bewusst für einen anderen Weg entschieden. „Wir haben sehr viel zu tun, und ein großes Fest bindet auch immer sehr viel Kapazität von der Planung mit Musik, mit Tontechnik, mit Catering und allem Drum und Dran.“ Also hieß es: raus aus dem Arbeitsalltag, rein ins gemeinsame Erlebnis.

Jubiläumstag beginnt unter Tage

Am Freitagmorgen traf sich die Belegschaft zum gemeinsamen Start. Erstes Ziel war das Erlebnisbergwerk Merkers. Dort bekamen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Einblicke in die Welt unter Tage, bevor es anschließend zu einer kleinen Mittagspause zurück nach Kalbach ging. Danach führte der Weg weiter zur Wiesenmühle, wo bei einigen Getränken bereits auf das Jubiläum angestoßen wurde. Am Abend schließlich wartete das Hopfenglück in Fulda. Dort ließ die Belegschaft den ereignisreichen Tag bei Essen, Getränken und Gesprächen gemütlich ausklingen. „Wir haben uns gesagt, wir machen mal was Neues, machen einen schönen Ausflug und lassen den Abend schön ausklingen“, beschreibt Mathiak die Idee hinter dem Jubiläumstag. Und der Geschäftsführer ist überzeugt, damit genau den richtigen Rahmen gefunden zu haben. Auch die Wahl des Hopfenglücks war kein Zufall: „Unser Betriebsleiter ist ein guter Freund vom Chef, und da konnte man das sehr gut arrangieren.“ 
Vor allem aber ging es Mathiak um eines: Danke zu sagen. Denn 40 Jahre POMA Systems sind für ihn nicht allein eine Geschichte von Maschinen, Anlagen und technischen Entwicklungen, sondern vor allem eine Geschichte der Menschen, die das Unternehmen tragen. „40 Jahre POMA wären ohne die Menschen hinter dem Unternehmen nicht möglich gewesen.“ Das Jubiläum solle deshalb vor allem ein Dankeschön an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sein, die POMA mit ihrem Einsatz, ihrem Know-how und ihrer Leidenschaft jeden Tag voranbringen.

Von 20 Quadratmetern zur modernen Fertigung

Wie weit der Weg tatsächlich war, zeigt ein Blick in die Firmengeschichte. Angefangen hatte alles am 30. Mai 1986 in einer gerade einmal 20 Quadratmeter großen Garage in Wallroth. Noch im selben Jahr zog das junge Unternehmen in die Jeppestraße nach Flieden, wo rund 100 Quadratmeter zur Verfügung standen. Nach etwa viereinhalb Jahren folgte der nächste Umzug innerhalb Fliedens in das Gebäude „Am Weiher“ mit rund 800 Quadratmetern. 1996 kam dann der Schritt nach Kalbach. Am heutigen Standort „Im Weinfeld“ standen zunächst 1.500 Quadratmeter Produktions- und Montagefläche sowie ein 600 Quadratmeter großes Bürogebäude zur Verfügung. 
In den folgenden Jahren wuchs der Standort weiter: 2006 kamen 700 Quadratmeter hinzu, 2008 wurde das benachbarte Gelände „Im Weinfeld 1“ mit rund 2.175 Quadratmetern übernommen und 2016 folgte eine weitere Erweiterung um 1.600 Quadratmeter für die Großmontage. Aus dem kleinen Betrieb ist längst ein modernes Technologieunternehmen geworden. Heute ist POMA Systems Spezialist für Sondermaschinenbau, Lackiertechnik und Engineering. Das Unternehmen entwickelt individuelle Lösungen für industrielle Lackier- und Beschichtungsprozesse – von der Konstruktion und Entwicklung bis zur Umsetzung.

Alles unter einem Dach

Genau darin sieht Christian Mathiak eine der großen Stärken des Unternehmens. „Unser Steckenpferd ist eigentlich, dass wir alles unter einem Dach haben“, erklärt der Geschäftsführer. Von der Entwicklung und Konstruktion über die Fertigung und Montage bis hin zur Inbetriebnahme: Die einzelnen Schritte bleiben bei POMA Systems im eigenen Haus. „Wenn der Kunde zu uns kommt und eine Aufgabe für uns hat, dann wird das zu 100 Prozent bei uns im Haus erledigt“, beschreibt Mathiak das Prinzip. 
Das ist in einer Zeit, in der industrielle Unternehmen immer stärker auf externe Zulieferer setzen, durchaus ein besonderes Modell. POMA Systems versucht bewusst, möglichst viele Prozesse selbst abzubilden – und das Unternehmen ist dabei längst nicht mehr nur in der Region aktiv. Die Kalbacher Lösungen kommen weltweit zum Einsatz. Das Unternehmen entwickelt hochautomatisierte Anlagen und innovative Lösungen für die Lackiertechnik, die bei namhaften Industrieunternehmen eingesetzt werden.

Sondermaschinenbau und Lackiertechnik

Zu den Schwerpunkten gehören unter anderem Farbwechsel- und Dosiertechnik, Molchsysteme und 2K-Technologie. Dabei verbindet POMA Systems klassisches Maschinenbau-Know-how mit Automatisierung und moderner Technologie. Ein wichtiger Bereich ist der Sondermaschinenbau. Daneben entwickelt und fertigt das Unternehmen Equipment- und Automatisierungslösungen für die Lackierindustrie. Vereinfacht gesagt geht es dabei um Systeme, mit denen industrielle Lackierprozesse automatisiert und präzise gesteuert werden können. 
Was für den Außenstehenden nach hochkomplexer Technik klingt, ist für die Mitarbeiter längst Alltag – und gleichzeitig eine Arbeit, bei der sich jedes Projekt wieder von anderen unterscheidet. Gerade diese individuellen Aufgaben sind Teil des Selbstverständnisses des Unternehmens. Vom ersten Entwurf bis zur fertigen Maschine bleibt die Verantwortung dabei möglichst im eigenen Haus. Das sorgt nicht nur für kurze Wege, sondern ermöglicht es auch, auf Kundenwünsche flexibel zu reagieren.

Volle Auftragsbücher statt Jubiläumsruhe

Dass POMA Systems nach 40 Jahren keineswegs auf der Stelle tritt, zeigt auch die aktuelle Situation. Die Auftragsbücher sind voll, die Mitarbeiter haben reichlich zu tun. Die wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten ändern daran offenbar wenig. Eine stabile Auftragslage, langjährige Kundenbeziehungen und kontinuierliche Investitionen in neue Technologien bilden die Grundlage für weiteres Wachstum. Für Mathiak ist das durchaus ein Grund zur Freude – aber kein Anlass, sich zurückzulehnen. 
Der Blick geht deshalb bereits wieder nach vorne. Moderne Farbversorgungssysteme, intelligente Automatisierungstechnik und effiziente Sondermaschinen für anspruchsvolle industrielle Anwendungen gehören zu den Bereichen, in denen POMA Systems seine Lösungen weiterentwickelt. Und auch das Grundprinzip des Unternehmens soll bleiben. „Alles unter einem Dach“ lautet die Devise – und damit verbunden die Idee, technische Herausforderungen möglichst umfassend selbst zu lösen.

Ein Tag für das Team

Am Freitagabend war davon zunächst wenig zu spüren. Nach einem Tag voller Eindrücke stand einmal nicht die nächste Maschine, der nächste Auftrag oder der nächste Liefertermin im Mittelpunkt. Im Hopfenglück wurde angestoßen, gegessen und erzählt. Es war der bewusste Gegenentwurf zum Arbeitsalltag – und damit vielleicht genau das passende Geschenk zum 40. Geburtstag eines Unternehmens, das in den vergangenen vier Jahrzehnten vor allem durch seine Mitarbeiter gewachsen ist. 
40 Jahre nach dem Start in einer kleinen Garage ist POMA Systems damit längst ein etablierter Bestandteil der Wirtschaft in der Region und weit darüber hinaus. Und während die Mitarbeiter am Freitagabend auf die vergangenen vier Jahrzehnte anstoßen konnten, richtet das Unternehmen den Blick bereits wieder nach vorne. Denn eines ist auch nach 40 Jahren klar: Die Geschichte von POMA Systems ist noch lange nicht zu Ende.

POMA Systems feiert 40-jähriges Jubiläum. Fotos: Janosch Hensel, POMA Systems