Lokales MKK 02.08.2026

300 Menschen setzen bei CSD Zeichen für Vielfalt und Toleranz

Schlüchtern (st) – Rund 300 Menschen haben sich am Samstagmittag in Schlüchtern versammelt, um beim Christopher Street Day (CSD) gemeinsam für Akzeptanz, Gleichberechtigung und Vielfalt einzutreten. Nach dem Anschlag auf den CSD in Berlin in der vergangenen Woche war die Stimmung zwar nachdenklich, zugleich aber auch von Zusammenhalt und Entschlossenheit geprägt.

Fotos: Stephanie Trapp

„Im Endeffekt haben wir schon eine gute Stimmung, eine traurige und auch eine wütende Stimmung. Ich glaube, es ist alles dabei“, sagte Organisator Steven Euler zu Beginn der Veranstaltung.

Treffpunkt war der Parkplatz am Untertor. Von dort aus zog der Demonstrationszug mit Regenbogenflaggen, Plakaten und Schildern durch die Schlüchterner Innenstadt bis zum Rathausplatz. Entlang der Strecke sorgten Polizei und weitere Einsatzkräfte mit Straßensperrungen für einen sicheren Ablauf der Veranstaltung.

Auf dem Rathausplatz angekommen, begrüßte Euler die Teilnehmer und griff in seiner Ansprache auch die Anfeindungen auf, die ihn im Vorfeld der Veranstaltung erreicht hatten. Unter anderem las er Kommentare vor, in denen der CSD kritisiert oder Unterstützer der Veranstaltung beleidigt wurden. Besonders deutlich wurde er bei einem Bild, das ihm nach eigenen Angaben zugesandt worden war und den Attentäter des Anschlags in Berlin zeigte. „Das ist pietätlos, asozial und richtig dreckig“, sagte Euler. Seine Worte wurden immer wieder von Applaus und zustimmenden Rufen der Teilnehmer begleitet.

Der diesjährige CSD stand unter dem Motto „Tragt Haltung, tragt Schwarz“. Viele Besucher waren deshalb bewusst in schwarzer Kleidung erschienen. „Schwarz ist nicht nur die Farbe der Trauer. Schwarz ist auch die Farbe des Widerstands und des Protests“, erklärte Euler. Gleichzeitig stehe die Farbe für die Trauer um die Opfer von Hass und Gewalt sowie um Menschen, die aufgrund von Ausgrenzung keinen anderen Ausweg mehr gesehen hätten.

Auch den Anschlag auf den Berliner CSD griff der Organisator in seiner Rede auf. Dieser dürfe nicht als Einzelfall betrachtet werden. Gewalt und Anfeindungen gegen queere Menschen seien weiterhin Realität und machten deutlich, wie wichtig Veranstaltungen wie der CSD seien.

CSD in Schlüchtern - Teil 1. Fotos: Stephanie Trapp