Lokales FD 21.04.2026

Zwischen Strafrecht und Netzwerken – Unternehmertreffen in Hünfeld

Hünfeld – Von Justin Klenner – Zum Netzwerken fanden sich am Montagabend etwa 100 Unternehmer aus Stadt und Region im Alten Lokschuppen in Hünfeld zusammen. Die Stadt Hünfeld sowie die Allianz-Versicherung Michael Wehner (Generalvertretung) hatten zum 24. Unternehmertreffen eingeladen. Nach den Grußworten von Bürgermeister Benjamin Tschesnok, Kreishandwerksmeister Thorsten Krämer, dem Ersten Kreisbeigeordneten Frederik Schmitt sowie Allianz-Generalvertreter Michael Wehner klärte Holger Wirthwein, Fachanwalt für Strafrecht, in einem spannenden Vortrag über das Thema Unternehmensstrafrecht auf.

Von links: Thorsten Krämer, Benjamin Tschesnok, Holger Wirthwein, Frederik Schmitt und Michael Wehner. Fotos: Justin Klenner.

In seiner Eröffnungsrede machte Bürgermeister Tschesnok auf die globale wirtschaftliche Entwicklung aufmerksam und schlug eine Brücke in der Region. Er sehe Politik und Wirtschaft in der Pflicht, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen und eng zusammenzuarbeiten, um den aktuellen Herausforderungen wirksam zu begegnen. In seiner Rede hob er die besondere Bedeutung von Kleinunternehmen hervor und forderte die Politik dazu auf, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen. „Das wichtigste Kapital von Kleinunternehmen sind die Menschen“, so Tschesnok. Daher freue er sich besonders, dass sich zum 24. Unternehmertreffen wieder zahlreiche Unternehmer aus Stadt und Region zusammenfänden, um zu netzwerken und sich auszutauschen. „Die lange Tradition hat zu Kontakten geführt, die weit über den Abend hinausgehen“, sagte der Bürgermeister und fügte abschließend hinzu: „Wir haben eine gemeinsame Verantwortung für unsere Stadt und Region.“

Der Erste Kreisbeigeordnete Frederik Schmitt bedankte sich bei den vielen Verantwortlichen für die langjährige Tradition des Unternehmertreffens. Für ihn sei es wichtig, regelmäßig mit den Unternehmern zusammenzukommen, in den Austausch zu gehen und dabei unterschiedliche Themen zu beleuchten. Im vergangenen Jahr habe das Thema „Nach dem Zollgewitter – Navigieren durch die Großmacht-Unsicherheit“ für reichlich Gesprächsstoff gesorgt. Das Unternehmertreffen biete immer wieder einen wichtigen Raum, um sich zu vernetzen und bei spannenden Vorträgen ins Gespräch zu kommen. Kreishandwerksmeister Thorsten Krämer schlug von Politik und Wirtschaft die Brücke zum Handwerk. Erst vor wenigen Wochen habe er über hunderte Nachwuchskräfte in den Gesellenstand erhoben und ihnen auf der Freisprechungsfeier mit auf den Weg gegeben, „dass ihnen die Welt offensteht“. Er hoffe, dass Hürden, wie die wirtschaftliche Lage und die aktuellen Kriege, in den kommenden Monaten überwunden werden können.

Auch Michael Wehner von der Allianz-Generalvertretung sagte als sponsor des 24. Unternehmertreffen einige Worte. Er machte in seiner Rede deutlich, wie wichtig die betriebliche Altersvorsorge sowie die Unternehmervorsorge seien. Auf den Verein „Glückstour – Schornsteinfeger helfen krebskranken Kindern“ machte Norbert Böth aufmerksam. In den vergangenen 21 Jahren kamen über acht Millionen Euro an Spenden zusammen, die allesamt Kindern zugutekam. In seiner Rede stellte Böth den Verein vor und freute sich, am 28. Mai während der Glückstour – einer großen Fahrradtour durch mehrere Städte – auch in der Computerstadt Halt zu machen. Dann werden Spenden in Gesamthöhe von 30.000 Euro an mehrere Organisationen übergeben.

Referent des 24. Unternehmertreffens war Holger Wirthwein. Unter dem Titel „Unternehmensstrafrecht“ klärte der renommierte Anwalt die Anwesenden darüber auf, wie schnell sie – auch ohne eigenes Verschulden oder böse Absicht – in den Fokus von Strafverfahren geraten und wie sie sich davor schützen können. „Unternehmer geraten häufiger in den Fokus von Verdachtsfällen, als ihnen lieb ist“, sagte Wirthwein. In seinem Vortrag sprach er über die Verantwortung von Unternehmern und darüber, was sie leisten müssen, um möglichst sicher durch ein Verfahren zu kommen und strafrechtliche Vorwürfe zu vermeiden. „Mit Strafrecht hat man im Leben meist nur einmal zu tun – wenn überhaupt. Unternehmer machen jedoch oft vieles falsch, bevor sie zu einem Verteidiger gehen.“ Im Anschluss wurde in lockerer Atmosphäre gemeinsam genetzwerkt. Service und Verkostung übernahmen an diesem Abend die Eventagentur „thieleEvent“ sowie das Süßwarengeschäft „Typisch Tobi“ aus Hünfeld.

Unternehmertreffen in Hünfeld. Fotos: Justin Klenner.