Dimitrij Ovtcharov nutzt seine Chancen gegen Jorgic nicht
Das Achtelfinal-Duell zwischen dem ehemaligen Weltranglistenersten Dimitrij Ovtcharov und dem dreimaligen Europe-Top-16-Sieger Darko Jorgic war eine ausgeglichene Partie mit vielen wechselnden Vorsprüngen, in der der Fuldaer jedoch nur den vierten Satz für sich entschied. Ovtcharov erarbeitete sich jedoch in den Endphasen der Durchgänge eins, drei und fünf weitere Chancen auf eine Ergebnisverbesserung. Doch der Slowene punktete in den entscheidenden Momenten punktete und sicherte sich mit einem 11:8, 11:5, 11:8, 10:12 und 11:9-Erfolg über den Champion des Jahres 2017 den Einzug in das Viertelfinale.
Dimitrij Ovtcharov sagte nach seinem Ausscheiden: „Im ersten Satz und im dritten habe ich nach Rückständen jeweils mit 8:7 geführt, auch im letzten hatte ich bei 8:5 eine Gelegenheit zu einem Satzgewinn. Es war also weitaus mehr drin, als das Ergebnis es ausdrückt, aber ich habe in den entscheidenden Momenten leider nicht gut genug agiert.“ Dennoch zog der zweimalige Olympiadritte Ovtcharov, der in der Vorrunde mit dem viermaligen WM-Dritten Liang Jingkun (China) besiegte, eine positive positive Bilanz und richtet den Blick bereits nach vorne: "Ich nehme viele positive spielerische Sachen von diesem World Cup mit und einen starken Sieg gegen Liang. Das ist wichtig, denn schon bald steht mit der Team-WM in London das Highlight des Jahres an – diese Titelkämpfe werden spannender denn je."
Ying Han liefert Shin Yubin ein offenes Duell
Nach Pflichtsiegen in der Vorrunde gegen Prithika Pavade (Frankreich) und Maylis Giret (Neukaledonien) ist Ying Han im Achtelfinale ausgeschieden. Die Weltranglisten-20. lieferte Südkoreas Medienstar Shin Yubin ein offenes Match. Zwar verliefen alle Sätze denkbar ausgeglichen, zum Gewinn eines der vier Spielabschnitte reichte es heute jedoch nicht. Bei zwei Gelegenheiten verpasste die Weltklasse-Abwehrspielerin auch durchaus gute Chancen: Anstelle eines Endergebnisses von 0:4 hätten die elektronischen Zähltafeln durchaus auch ein 2:2 als Zwischenstand ausweisen können.
So stand Ying Han bei einer 9:7-Führung im zweiten Satz dicht vor dem Ausgleich, im vierten Durchgang erkämpfte sich die 42-jährige Deutsche sogar eine 9:5-Führung und anschließend zwei Satzbälle in der Verlängerung. Doch am Ende jubelte auch diesmal die 21 Jahre jüngere Südkoreanerin. Ying Han, die wegen Kniebeschwerden in den letzten Wochen beim World Cup dick bandagiert an den Tisch ging, lobte ihre Gegnerin: „Ich wusste, dass es ein sehr schweres Match wird. Shin Yubin spielt wirklich vorzüglich gegen Abwehr und heute war sie zudem in sehr guter Form, das habe ich schon bei den ersten Ballwechseln gespürt. Ich hatte aber durchaus meine Chance, heute zwei Sätze zu gewinnen. Der World Cup war für mich ein gutes Turnier, ich habe besser als im letzten Jahr gespielt. Meinem Knie, in dem sich zuletzt etwas Wasser angesammelt hatte, geht es sehr gut - es hat meine Leistung nicht beeinträchtigt.“
Deutschlands Hoffnungen ruhen im Viertelfinale auf Sabine Winter
Die Hoffnungen der deutschen Fans ruhen im Viertelfinale nun alleine auf den Schultern von Sabine Winter. Für die Weltranglistenzwölfte kommt es dort zum erneuten Duell mit Wang Yidi. Nach zwei knappen Niederlagen im Jahr 2025 in der Verlängerung des Entscheidungssatzes beim Champions Yokohama sowie im Finale des Champions-Turniers in Montpellier bezwang die 33-jährige Europe-Top-16-Siegerin vor wenigen Wochen beim Singapore Smash erstmals die Nummer acht der Welt. Die Dachauerin, die am Donnerstag mit einem 4:1 über die Chinesin Qin Yuxuan zum zweiten Mal nach ihrem World-Cup-Debüt in Philadelphia die Runde der besten Acht erreichte, geht selbstbewusst in das mit Spannung erwartete vierte Aufeinandertreffen innerhalb eines Jahres, ordnet ihre Chance aber auch realistisch ein: „Im nächsten Spiel braucht es in jedem Fall das Beste von mir, um eine Chance zu haben. Ich bin der Underdog – ich weiß aber, wenn ich gut drauf bin, bin ich für sie unangenehm zu spielen und werde meine Chancen bekommen.“
