Einige Dinge hatten Bad Sodens Trainer Lars Schmidt beim 1:3 in Dörnberg „missfallen“ – nicht nur das Ergebnis: Die Chancenverwertung war erneut ausbaufähig, der Auftritt war insgesamt etwas „gedämpft“ und natürlich keinesfalls hilfreich, für die Situation, in der seine Mannschaft steckt. Während Hessen Kassel II die Hausaufgaben erledigte und nun zehn Punkte vorne ist, denkt in Bad Soden aktuell niemand mehr an den direkten Aufstieg: „Wir sind ja keine Fantasten – den zweiten Platz zu behaupten, ist überhaupt schon verdammt schwer“, so Schmidt. Und die Bilanz nach der Winterpause mit sieben Punkten aus fünf Spielen sei „keine, mit der du nochmal an Kassel rankommen kannst“.
Nach der Pleite beim Tabellenvierten in Dörnberg wird es aber nicht leichter: Es geht direkt beim Verfolger Steinbach weiter, der auf Platz drei liegt, und noch ein Spiel in der Hinterhand hat, mit dem der SVS an Soden noch vorbeiziehen könnte. „Sie sind erstmal in der besseren Ausgangslage“, stellt Schmidt fest. Doch verpasste Steinbach schon am vergangenen Wochenende den Sprung auf den Relegationsplatz – und verlor mit 2:3 in Wabern. „Die Tendenz bei ihnen ist aber etwas besser als bei uns“, meint Schmidt, schiebt aber direkt hinterher, „dass ich lange genug dabei bin und wir auch wissen, dass man das mit einem Spiel schon wieder in eine andere Richtung lenken kann“. Das Hinspiel gewann Soden mit 1:0, damals war Steinbach gerade abgestiegen, aber mittlerweile in der Verbandsliga angekommen, so Schmidt: „Sie sind deutlich schärfer eingestellt – und in Steinbach holt auch niemand im Vorbeigehen etwas“. Anto Vinojcic konnte mit Verdacht auf eine Gehirnerschütterung nicht trainieren, Spase Arsov ist wegen Magen-Darm auch noch fraglich und Hamed Noori fehlt gesperrt.
Auch auf Steinbacher Seite hadert Trainer Petr Paliatka noch mit dem vergangenen Wochenende und der Niederlage in Wabern: „Das war ein hartes und lehrreiches Spiel für uns. Allerdings muss man sagen, dass sowohl Bad Soden als auch wir Kassel durch die Niederlagen haben wegziehen lassen.“ Das bittere 2:3 durch einen Treffer in der Nachspielzeit will der SVS nun zuhause aber vergessen machen, betont der Steinbacher Coach: „Wenn man in Wabern nicht gewinnt, müssen die drei Punkte eben zuhause geholt werden. Ein Spiel gegen Bad Soden ist immer ein Highlight, viel mehr geht in der Verbandsliga eigentlich nicht. Die Jungs sollen das genießen, es kommen bestimmt auch ein paar Leute“, hofft Paliatka auf viele Zuschauer im heimischen Mühlengrund. „Letztendlich werden Tagesform, die richtige Einstellung und vielleicht auch ein bisschen Glück den Ausschlag geben“, vermutet der SVS-Trainer abschließend, der neben dem gesperrten Leon Wittke aller Voraussicht nach auch auf den angeschlagenen Lukas Hildenbrand verzichten muss.
