Fußball 12.04.2026

Verbandsliga – Traumtor und Platzverweise am Ausweichplatz

Leimbach (pf) – Ganz wilde Angelegenheit: Der KSV Hessen Kassel als Spitzenreiter der Fußball-Verbandsliga Nord ließ am Samstag Federn und spielte 1:1 (0:0) bei der SG Eiterfeld/Leimbach. Die mehr als 90 Minuten – die auf dem Rasen im Ortsteil Leimbach gespielt worden sind, weil auf der Eiterfelder Anlage gerade am Platz gearbeitet wird – beinhalteten ein Traumtor, einen verschossenen Elfmeter und zwei Platzverweise sowie ganz viel Diskussionsstoff.

Kevin Preis und die SG Eiterfeld/Leimbach knöpften Tabellenführer Hessen Kassel II ein Remis ab. Archivfoto: Natalia Lindt

Am Ende stand ein Zähler für den Tabellenführer aus Nordhessen, der weiterhin die sportliche Situation entspannt sieht: „Unser Ziel war Klassenerhalt. Es sind 23 Spiele gespielt und wir haben erst zwei Niederlagen und jetzt vier Unentschieden“, stellte Trainer Danny Overkamp richtig fest. Als Ausrede wollte er die Bedingungen nicht gelten lassen, durfte sich aber zumindest wundern: „Wir haben eine Kabine bekommen, in der sich zehn Spieler umziehen konnten. Dadurch mussten wir die Besprechung draußen machen. Auch der Platz soll keine Ausrede sein, sondern eher ein Lob für die junge Mannschaft, wie sie das angenommen hat“.

Die SG Eiterfeld/Leimbach wiederum hätte den Punkt gegen den Spitzenreiter vorher natürlich unterschrieben und hatte ihn sich am Ende auch verdient, befand Trainer Andjelko Urosevic: „Wir hatten am Ende auch die Konterchancen, aber haben sie leider nicht gut genug ausgespielt“, haderte er dann sogar noch ein wenig mit dem verpassten Sieg gegen neun KSVler: „Es hätte sich wahrscheinlich keiner beschwert, wenn wir hier noch gewinnen. Aber die Einstellung der Mannschaft war super, kämpferisch haben die Jungs alles gegeben“, sagte der Coach, der aber auch fair zugab, dass die Rote Karte gegen Ludger Kersting eher „Dunkelgelb“ war: Levi Köller dribbelte nach innen, Kersting erwischte ihn zwar „hart“, aber Rot sei „grenzwertig“ gewesen. Das sah auch KSV-Coach Overkamp so, der überhaupt eine klare Linie beim Referee vermisst hatte. Auch die Gelb-Rote Karte zuvor gegen Paul Stegmann war schon strittig, er nahm einen Ball volley, und traf „beim Durchschwingen“ des Beines dann den Gegner.

Doch das Spiel hatte noch viel mehr zu bieten: Kassel kam gut rein, wusste, dass Eiterfeld per Konter gefährlich sein kann, doch hatte selbst eine „schlechte Boxbesetzung“, so der Coach. Dann musste die Führung eben per Elfmeter her, der aus Eiterfelder Sicht wiederum auch strittig war. Doch Altmeister Sebastian Schmeer hämmerte den Ball zu hoch, er touchierte die Latte und rauschte über den Kasten. „Er hat glaube ich noch nie einen verschossen“, rätselte auch Overkamp, der sich nach Abpfiff länger mit Ex-Löwe Steven Rakk austauschte: „Er musste auch zugeben, dass es zur Pause 2:0 stehen kann“.

Stattdessen blieb es torlos, und die SGEL kam mit einem Paukenschlag aus der Kabine: Joshua Winter stand nach Köller-Flanke am langen Pfosten und nagelte den Ball per Volley genau unter die Latte. „Der ist wirklich ein guter, talentierter Spieler“, staunte Overkamp, wenngleich Winter die Kugel so auch nicht immer trifft.

Die Zuschauer verzückte es, doch Kassel drückte weiterhin auf den Ausgleich – und Schmeer machte seinen Fehlschuss wieder gut, indem er nach einem Eckball leichtes Spiel hatte, weil ihm der Ball vor die Füße fiel. Die folgenden 25 Minuten bis zum Ende wurden dann wild: Kassel war erst zu zehnt und dann nur noch zu neunt, doch machte es „zwar nicht überragend, aber wir hatten es weitgehend im Griff“, so Overkamp.

Eiterfeld/Leimbach: Budenz; Preis, Kurz, Rakk, Katzer, Winter, Schilling, Yildiz, Mertens, Wolf, L. Köller (67. Röhn, 71. Winter, 81. Erkan, 85. Petrich, 90.+3 R. Köller).

Hessen Kassel II: Sauer; Wagner, Kersting, Eckhardt, Schmeer, Hofert, Plavcic, Hagemann, Stegmann, Gül, Zenku (60. Klawonn, 60. Ljatifi, 78. Angong, 88. Schönewolf).

Schiedsrichter: Fabrice Jordan (Diemeltal)

Tore: 1:0 Joshua Winter (48.), 1:1 Sebastian Schmeer (65.)

Zuschauer: 150

Verschossener Foulelfmeter: Sebastian Schmeer (Kassel II, 21.) – an die Latte.

Gelb-Rote Karte: Paul Stegmann (Kassel II, 79.)

Rote Karte: Ludger Kersting (Kassel II., 83.) – wegen Tätlichkeit