Lokales FD 21.04.2026

Spektakulärer Kranhub am Hexenturm: Außentreppe eingesetzt

Fulda (sim) – Ein eindrucksvolles Bild bot sich am Montagmorgen am Hexenturm in Fulda: Unter den Blicken zahlreicher Interessierter wurde die neue Außentreppe des historischen Bauwerks per Kran millimetergenau eingesetzt. Damit wurde ein weiterer zentraler Bauabschnitt der laufenden Sanierung erfolgreich abgeschlossen.

Fotos: Christine Görlich.

Bereits seit den frühen Morgenstunden herrschte rund um die Baustelle reges Treiben. Absperrungen wurden eingerichtet, der Kran positioniert und die rund 7,5 Meter hohe sowie etwa 3,5 Tonnen schwere Stahlspindeltreppe für den Einhub vorbereitet.

„Die Caritas hat hier das Erbgrundstück und betreibt die Einrichtung. Ohne diese Unterstützung wäre dieses Projekt so nicht möglich gewesen“, betonte Stadtbaurat Daniel Schreiner vor Ort. Der Turm liege in einem sehr sensiblen Umfeld mit nur begrenzter Fläche. „Dafür ein ganz großes Dankeschön an die Caritas und insbesondere auch an Ansgar Erb, der das Projekt sehr konstruktiv begleitet hat“, so Schreiner weiter.

Auch der Umgang mit dem direkten Umfeld spielte während der Bauphase eine wichtige Rolle. „Es ist auch ein Eingriff in die Privatsphäre der dort lebenden Menschen. Umso wichtiger ist es, dass jetzt wieder Ruhe einkehren kann“, sagte Schreiner. Gegen Vormittag folgte dann der entscheidende Moment: Die Konstruktion wurde in einem Stück angehoben und langsam in Richtung Turm geführt. „Das erfordert absolute Präzision – jeder Zentimeter muss sitzen“, sagte Frank Volmer, Amtsleiter Gebäudemanagement, während des Hebevorgangs.

Auch logistisch stellte der Einsatz besondere Anforderungen. Die angrenzende Caritas-Einrichtung musste während der gesamten Arbeiten jederzeit erreichbar bleiben. „Das war eine enge Abstimmung, aber es hat sehr gut funktioniert“, ergänzte Ansgar Erb, Vorstandsmitglied der Caritas. Immer wieder verfolgten auch Passanten das Geschehen am Rande der Absperrungen. „Das sieht man wirklich nicht alle Tage – beeindruckend, wie so ein Bauteil hier in den Turm eingesetzt wird“, sagte Volmer.

Mit dem erfolgreichen Einbau der Außentreppe ist ein weiterer zentraler Abschnitt der Sanierung abgeschlossen. Der Hexenturm, dessen Ursprünge bis ins 12. Jahrhundert zurückreichen, wird seit Mai 2024 umfassend instand gesetzt. Zuvor waren bereits das Dach erneuert und im Inneren eine neue Treppenkonstruktion eingebaut worden.

„Es ist schön zu sehen, dass wir jetzt in die entscheidende Phase kommen“, so Schreiner abschließend. Ziel sei es, das historische Bauwerk künftig für Besucher erlebbar zu machen. Nach Abschluss der Arbeiten soll der Turm im Rahmen von Führungen zugänglich sein. Über die neue Außentreppe sowie die innere Konstruktion gelangen Besucher dann bis zur Aussichtsplattform, von der sich ein weiter Blick über die Innenstadt eröffnet. Der Kranhub am Montag markierte damit einen der sichtbarsten und zugleich spektakulärsten Schritte der gesamten Sanierung – und machte die Dimension des Projekts für viele erstmals wirklich greifbar.

Außentreppe am Hexenturm eingesetzt. Fotos: Christine Görlich.