Im Petersberger Schulviertel ist das Verkehrsaufkommen hoch. Besonders zur Bring- beziehungsweise Abholzeit am Morgen und Mittag sind die Straßen „An der Röthe“, „Am Watschelweg“ und „Friedrich-Jahn-Straße“ stark belastet. In der Vergangenheit gab es daher immer wieder Beschwerden von Anwohnern und Schulleitungen über zu schnelle Autofahrer und Falschparker. Um dem entgegenzuwirken, veranstaltete das Petersberger Ordnungsamt gemeinsam mit den Schulen und der Kreisverkehrswacht eine Verkehrsaktion. Am Mittwochmorgen versammelten sich vor dem Kompetenzzentrum für Sprache und Erziehung Vertreter aus der Politik, von Ordnungspolizei und Kreisverkehrswacht sowie Schüler der umliegenden Schulen. Ein mobiler Blitzer, der ab einer Überschreitung von sieben Stundenkilometern auslöste, erfasste die Geschwindigkeit der vorbeifahrenden Fahrzeuge und blitzte diese, wenn die erlaubte Schrittgeschwindigkeit überschritten wurde.
Nicht nur, wer etwas falsch gemacht hatte, wurde angehalten. Hatten sich die Autofahrer an die Schrittgeschwindigkeit gehalten, überreichten die Kinder eine Rose sowie einen selbst gebastelten „Strafzettel“. Bei einem Verstoß erhielten die Fahrer eine Zitrone und einen kleinen „Denkzettel“. „Wir sind auf Ihren Fahrstil sauer“, sagten die Schüler den Autofahrern. Die meisten sahen ihr Fehlverhalten ein und versprachen Besserung. Etwa 50 Fahrzeuge, darunter auch E-Scooter und Fahrradfahrer, wurden an der Kontrollstelle am Mittwochmorgen gemessen – 14 davon überschritten die erlaubte Schrittgeschwindigkeit.
Durch die Aktion erhoffen sich die Schulen und die Gemeinde, die Autofahrer stärker zu sensibilisieren. „Kinder sind die besten Polizisten der eigenen Eltern“, sagte Petersbergs Bürgermeisterin Claudia Brandes. Das erhöhte Verkehrsaufkommen führt Brandes vor allem auf die sogenannten „Elterntaxis“ zurück. Immer mehr Eltern fahren ihre Kinder vor der Arbeit direkt bis vor die Schule, statt sie einige Meter entfernt aussteigen zu lassen. Dabei beobachten Lehrkräfte, dass Schüler, die vor Unterrichtsbeginn bereits an der frischen Luft waren, morgens oft konzentrierter seien. „Es ist etwas anderes, direkt aus dem Bett in die Schule gefahren zu werden oder erst einige Minuten an der frischen Luft zu laufen“, erläuterte Brandes. Die Eltern könnten ihre Kinder beispielsweise auf dem großen Parkplatz am Waidesgrund absetzen und die restliche Strecke zu Fuß zurücklegen lassen. Das Ordnungsamt prüfe auch, wie künftig mit zu schnellen Fahrern und Falschparkern umgegangen werden soll. Aktuell wird über Poller oder gesonderte Parkplätze nachgedacht.
