Fünf Importspieler sollen in dieser Spielzeit eine zentrale Rolle einnehmen: Jagger Giles (24, Kalifornien), Lukas Boecking (23, Vancouver), Holt Egan (23, Virginia), Joaquin Andres (Valencia – zählt als Europäer nicht als Import auf dem Platz) und Kolton Richards (23, Florida) bringen nicht nur sportliche Qualität, sondern auch unterschiedliche Hintergründe und Erfahrungen mit nach Fulda. Für alle fünf ist der Schritt nach Deutschland Teil eines größeren Plans – sie wollen sich in Europa zeigen, Spielpraxis sammeln und sich für höhere Aufgaben empfehlen.
„Die Mannschaft ist on point“, sagt General Manager Frank Zinkand-Schreiner. „Die Imports sind seit vier Wochen da, voll integriert und bringen genau das mit, was wir uns erhofft haben. Wir sind guter Dinge, dass es erfolgreich losgehen kann.“
Der Weg nach Fulda: Scouting, Gespräche und Vertrauen
Der Weg der Spieler zu den Saints führt über die Plattform „Europlayers“ – eine Art digitale Transferbörse für American Football in Europa. „Das ist im Prinzip wie eine Datingbörse“, erklärt Zinkand-Schreiner mit einem Schmunzeln. „Unser Headcoach schaut sich Profile an, schreibt Spieler an – und genauso melden sich Spieler bei uns.“
Doch der Auswahlprozess ist komplex. Neben athletischen Fähigkeiten zählen Persönlichkeit, Einstellung und Teamfähigkeit. „Die Jungs schicken Highlight-Tapes, dann folgen Gespräche. Am Ende geht es darum: Passt der Spieler zu uns – sportlich und menschlich?“ Gerade auf Schlüsselpositionen sei die Suche anspruchsvoll: „Die Quarterback-Position ist extrem schwierig zu besetzen. Da muss wirklich alles stimmen.“ Mit Kolton Richards haben die Saints diese Schlüsselposition jedoch vielversprechend besetzt – der 23-Jährige aus Florida bringt die nötige Qualität und Spielübersicht mit, um die Offense zu führen.
Integration statt Isolation: WG, Alltag und Teamgeist
In Fulda angekommen, werden die Importspieler nicht isoliert behandelt – im Gegenteil: Integration ist ein zentrales Element des Konzepts. Die fünf Neuzugänge leben gemeinsam in einer Wohngemeinschaft, organisiert vom Verein und unterstützt durch Sponsoren.
„Da ist keiner separiert. Die sind mittendrin im Team, wachsen zusammen und unterstützen sich gegenseitig“, betont Zinkand-Schreiner. Auch im Alltag wird viel Wert auf Struktur gelegt: Autos und Roller sorgen für Mobilität, Sponsoren helfen bei Jobs und Zinkand-Schreiner regelt organisatorische Themen wie Versicherungen oder Wohnen, bevor die Neuen überhaupt in Deutschland ankommen.
„Das ist keine Einzelleistung – das ist komplette Teamarbeit“, sagt der GM. „Da sind fünf, sechs Leute im Hintergrund beteiligt. Jeder hilft jedem. Auch die Mannschaft selbst hilft, wo sie kann. Einer hatte zum Beispiel eine Küche übrig – das wird dann einfach weitergegeben. So funktioniert das hier.“ Diese enge Einbindung stärkt nicht nur den Teamgeist, sondern erleichtert auch die Anpassung an ein neues Umfeld – sportlich wie persönlich.
Sportlicher Anspruch: „Herausragend, fokussiert, engagiert“
Auch auf dem Feld zeigen sich die Verantwortlichen zufrieden. „Das, was wir sportlich bekommen haben, ist herausragend“, sagt Zinkand-Schreiner. „Die Jungs sind extrem fokussiert, sehr engagiert und wissen, warum sie hier sind.“ Die Motivation der Imports ist klar: Sie wollen sich präsentieren, Highlights sammeln und sich für größere Ligen empfehlen. „Das ist die Chance, die wir ihnen bieten – und das merkt man in jedem Training.“
Im Vergleich zu den Vorjahren erkennt der GM sogar eine klare Entwicklung: „Die Import-Crew ist dieses Jahr noch fokussierter und noch stärker auf das Spielgeschehen eingestellt als in den Jahren zuvor.“
Umbruch im Team – Chance für die zweite Reihe
Neben den Neuzugängen hat sich auch im bestehenden Kader einiges verändert. Besonders der Rücktritt von Quarterback Patrick Dendtler hat eine Lücke hinterlassen – sportlich wie emotional. Viele etablierte Spieler treten kürzer, gleichzeitig eröffnet sich Raum für neue Kräfte. „Da mussten andere nachrücken – und das haben sie richtig gut gemacht“, sagt Zinkand-Schreiner. „Die zweite Reihe hat sich nach vorne entwickelt. Das war wichtig für uns.“
Die letzten Wochen vor dem Saisonstart wurden gezielt genutzt, um Abläufe zu festigen und die Mannschaft einzuspielen. „Wir haben uns in den letzten 14 Tagen nochmal intensiv vorbereitet. Jetzt geht’s Schlag auf Schlag.“
Auftakt gegen Marburg: Offenes Duell erwartet
Mit den Marburg Mercenaries wartet direkt zum Start ein Gegner, der schwer einzuschätzen ist. „Marburg hat sich verändert, da muss man schauen, was einen erwartet“, so Zinkand-Schreiner. In der vergangenen Saison belegten die Gäste noch den zweiten Platz in der Division – einen Rang vor den Saints.
Trotzdem rechnet er mit einem engen Spiel: „Das wird ein solides Duell auf Augenhöhe. Man wird sich nichts schenken – das geht hin und her.“ Die Saints gehen dennoch selbstbewusst in die Partie: „Wir haben uns weiterentwickelt. Am Ende werden wir als Sieger vom Platz gehen – das ist eine realistische Einschätzung.“
Football-Tag in Johannesberg
Kickoff ist am Samstag um 15 Uhr in Johannesberg. Neben dem Sport erwartet die Zuschauer das gewohnte Rahmenprogramm mit Verpflegung und einer starken Atmosphäre. „Wie gewohnt gibt es unsere Burger-Palette – und wir hoffen auf einen tollen Football-Tag“, sagt Zinkand-Schreiner. Die Voraussetzungen sind geschaffen – jetzt gilt es, sie auch auf dem Feld zu bestätigen.
Der Spielplan der Fulda Saints im Überblick:
2. Mai, 15 Uhr: Fulda Saints – Marburg Mercenaries
9. Mai, 15 Uhr: Kassel Titans – Fulda Saints
17. Mai, 15 Uhr: Mainz Golden Eagles – Fulda Saints
30. Mai, 15 Uhr: Fulda Saints – Wetzlar Wölfe
6. Juni, 15 Uhr: Fulda Saints – Pirmasens Praetorians
21. Juni, 15 Uhr: Marburg Mercenaries – Fulda Saints
28. Juni, 15 Uhr: Rüsselsheim Crusaders – Fulda Saints
4. Juli, 15 Uhr: Fulda Saints – Mainz Golden Eagles
22. August, 15 Uhr: Fulda Saints – Bad Homburg Sentinels
30. August, 15 Uhr: Pirmasens Praetorians – Fulda Saints
