Fußball 29.04.2026

Regionalliga - Intensive Woche endet mit Remis: SGB hadert in Homburg

Fulda (sim) – Ein Punkt auswärts beim starken FC Homburg ist grundsätzlich kein schlechtes Ergebnis – doch nach dem Spielverlauf fühlt er sich für die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz eher wie zwei verlorene Punkte an. Beim 1:1 im Saarland spielte die Mannschaft von Trainer Daniyel Cimen eine komplette Halbzeit in Überzahl, konnte daraus aber zu wenig Kapital schlagen. Gleichzeitig war es bereits das dritte Spiel binnen weniger Tage in der Fußball-Regionalliga – und damit der Abschluss einer intensiven englischen Woche.

Foto: Christine Görlich.

„Ein Punkt in Homburg ist nicht verkehrt“, ordnete Cimen im Nachgang ein, schob aber direkt hinterher: „Wenn man den Spielverlauf sieht, waren auch drei Punkte drin.“ Vor allem die zweite Halbzeit ließ den Trainer etwas unzufrieden zurück. „Aufgrund der Überzahl ist es schade, dass wir es nicht schaffen, das zweite Tor zu machen. Chancen waren da.“

Tatsächlich erspielte sich die Barockstadt nach dem Seitenwechsel deutliche Vorteile. Mehr Ballbesitz, mehr Abschlüsse – doch die Konsequenz vor dem Tor fehlte. Göbel, Ivankovic, Schmitt oder auch Dittmann hatten Möglichkeiten, die Partie zu drehen. „Offensiv habe ich mir ein bisschen mehr gewünscht“, sagte Cimen. Defensiv hingegen stand seine Mannschaft stabil – gegen einen Gegner, den er bewusst lobte: „Wir reden von Homburg – die sind richtig stark.“

Dass die Gastgeber die Partie überhaupt lange offen hielten, lag auch an einem ärgerlichen Moment: Nach einem Konter brachte ein Foulspiel im Strafraum Homburg den Elfmeter ein, den Sean Busch zur Führung nutzte. „Da müssen wir einfach besser verteidigen“, analysierte Cimen die Szene kritisch. Die Reaktion seiner Mannschaft gefiel ihm dagegen: „Das zeigt, welches Selbstvertrauen in der Mannschaft steckt.“ Nur wenige Minuten später gelang Arcanjo Köhler der verdiente Ausgleich.

Englische Woche fordert ihren Tribut

Dass am Ende nicht mehr heraussprang, hatte auch mit der Belastung zu tun. Drei Spiele in kurzer Zeit hinterlassen Spuren. „Nach der englischen Woche haben in manchen Situationen Kraft und Konzentration gefehlt“, erklärte Cimen. Trotzdem zog er ein insgesamt solides Fazit: „Die Jungs haben drei Spiele durchgezogen und sind fit. Wichtig ist, dass wir ohne Blessuren geblieben sind.“

Zwischen Zufriedenheit und Anspruch bleibt dennoch ein schmaler Grat. „Zufrieden sind wir nicht – aber wir müssen mit dem Punkt leben“, sagte der Coach. Gleichzeitig machte er deutlich, welche Mentalität im Team steckt: „Wir haben immer die Gier, das Maximum rauszuholen.“

Besondere Umstände in Homburg

Die Partie stand zudem unter besonderen Vorzeichen. Der tragische Todesfall im Umfeld des FC Homburg hatte auch die Gäste nicht unberührt gelassen. „Das war eine absolute Schocknachricht, das hat man gespürt“, sagte Cimen rückblickend. „Es ist keine einfache Situation für den FC Homburg. Hut ab, wie sie damit umgehen.“ Das Sportliche rückte dadurch zumindest zeitweise in den Hintergrund.

Blick nach vorne

Sportlich zog Cimen ein differenziertes Fazit zur englischen Woche: „Klar, wenn wir die Spiele einzeln betrachten, war in Sandhausen mehr drin, gegen Kassel war es ein Spiel, das in beide Richtungen hätte laufen können – mit dem besseren Ende für uns – und in Homburg müssen wir mit dem Punkt leben“, sagte der Trainer einige Tage nach den Partien. „Das zeigt, dass das Pendel immer in jede Richtung ausschlagen kann. Wir sind nicht zufrieden, aber auch nicht komplett unzufrieden mit dem Verlauf.“

Für die Barockstadt bleibt der klare Fokus: von Spiel zu Spiel denken und den eigenen Weg konsequent fortsetzen. Die Qualität dafür ist vorhanden – das hat die Mannschaft in dieser intensiven Woche mehrfach gezeigt.

Die nächsten Aufgaben haben es allerdings in sich: Am Samstag kommt mit dem Tabellenzweiten SGV Freiberg ein Topteam in die Johannisau, ehe wenig später das Duell mit dem Spitzenreiter aus Großaspach folgt. „Beides Mannschaften mit enormer Qualität – deswegen stehen sie dort, wo sie stehen“, so Cimen. „Wir freuen uns darauf, uns mit den Besten messen zu können.“