Noch läuft nicht alles perfekt, das weiß der neue Betreiber selbst. „Wir haben ein Soft Opening gemacht – neues Team, neue Karte, neues System. Bis wir uns da einspielen, dauert es ein bisschen“, sagt Mattera. Doch genau dieser bewusste Start gehört zum Konzept: Schritt für Schritt wachsen, statt hektisch alles auf einmal zu wollen. Ein Neustart mit Plan – aber ohne Eile.
Zurück zu den Wurzeln – und ein Schritt weiter
Das „bondi“ ist kein neues Projekt, sondern ein vertrauter Ort mit Geschichte. 2009 eröffnete Matteras Mutter hier ursprünglich eine Eisdiele. Über die Jahre entwickelte sich das Konzept weiter – vom kleinen Deli hin zum Bistro und schließlich zum Restaurant.
Für Mattera war klar: Der Neustart soll diese Geschichte nicht ersetzen, sondern fortführen. „Mir war wichtig, dass es wieder so aussieht, wie in der Zeit als meine Mutter das „bondi“ geführt hat – aber moderner“, sagt er. Entsprechend wurde in den vergangenen Wochen intensiv gearbeitet: renoviert, gestrichen, geschliffen, geölt. Auch die Küche wurde grundlegend gereinigt, strukturiert und technisch neu aufgestellt.
Das Ergebnis ist ein Raum, der vertraut wirkt und gleichzeitig neu gedacht wurde. Eingedeckte Tische mit Stoffservietten, klare Linien, eine offene Küche – kleine Details, die bewusst gesetzt sind und den Charakter des Hauses unterstreichen. Kein Bruch mit der Vergangenheit, sondern eine Weiterentwicklung mit Respekt vor der eigenen Geschichte.
Pizza als Herzstück
Im Mittelpunkt der neuen Karte steht die Pizza – genauer gesagt: die „Pizza Napoletana Contemporanea“. Ein Begriff, der für viele Gäste zunächst erklärungsbedürftig ist, für Mattera aber eine klare Philosophie beschreibt. „Mehr Hydration, stärkeres Mehl, längere Gehzeit – der Teig braucht bis zu 72 Stunden“, erklärt er. Verwendet werden ausschließlich hochwertige Zutaten aus Italien, vor allem aus Kampanien: Fior di Latte, ausgewähltes Olivenöl, traditionelles Mehl. Die Herstellung folgt klaren Regeln, die Qualität vor Geschwindigkeit stellen. Das Ziel ist eine Pizza, die leicht bleibt – auch nach dem Essen. „Die liegt nicht schwer im Magen“, sagt Mattera. „Das ist eine Pizza, die man komplett isst – sogar den Rand.“
„Fatto con amore“ – mehr als ein Leitsatz
Über dem Ofen steht ein Satz, der das Selbstverständnis des neuen „bondi“ auf den Punkt bringt: Fatto con amore – gemacht mit Liebe. Für Mattera ist das kein Spruch für die Wand, sondern ein Anspruch an jeden einzelnen Teller. „Ich will nicht, dass wir einfach nur Essen rausgeben“, sagt er. „Der Gast soll rausgehen und sagen: Das war wie in Italien. Das war eine Erfahrung.“
Qualität vor Tempo
Statt auf schnelle volle Tische setzt Mattera auf einen kontrollierten Aufbau. „Mir geht es nicht um Quantität, sondern um Qualität“, betont er. Fehler am Anfang will er vermeiden – denn gerade der erste Eindruck bleibe langfristig hängen.
Deshalb wird das Konzept Schritt für Schritt erweitert: Neben dem klassischen Restaurantbetrieb sind ein strukturierter Mittagstisch sowie eine Aperitivo-Zeit am Nachmittag geplant – mit kleinen Snacks, Getränken und italienischem Lebensgefühl.
Auch die Karte soll weiter wachsen. Perspektivisch sind frischer Fisch, hochwertige Fleischgerichte und eine größere Auswahl an Weinen vorgesehen. Ein eigener Weinkühlschrank mit Platz für über 200 Flaschen ist bereits in Vorbereitung.
Ein Ort zum Ankommen
Wer das „bondiì“ betritt, merkt schnell: Hier geht es nicht nur ums Essen. Es geht um Atmosphäre, um Ruhe, um ein Gefühl von Ankommen mitten in der Stadt. „Ich will, dass die Leute hier reinkommen und sich wohlfühlen“, sagt Mattera. „Dass sie bleiben. Und gerne wiederkommen.“ Der Neustart ist gemacht. Jetzt beginnt die eigentliche Entwicklung: langsam, bewusst und mit klarer Handschrift. Ein Restaurant, das wachsen soll – mit Geduld, mit Anspruch und vor allem: mit viel Herz.
