Das Rhönhäuschen gilt seit Jahrzehnten als feste Größe in der Region. Gelegen im Biosphärenreservat Rhön zwischen Ehrenberg und Bischofsheim, war es für Wanderer, Ausflügler und Rhönliebhaber über viele Jahre eine der bekanntesten gastronomischen Adressen. Entsprechend groß ist nun das Interesse an der Wiedereröffnung. „Wir waren schon lange auf der Suche nach einem Objekt, das zu uns passt. Über Umwege wurde uns das Rhönhäuschen angeboten“, erzählt Leonard Vörding im Gespräch mit der Osthessen-Zeitung. Für ihn ist es mehr als nur ein neuer Arbeitsplatz: „Ich komme aus Poppenhausen und kenne das Haus seit Jahrzehnten. Da ist auch ein persönlicher Bezug da.“
Bei der Renovierung setzten die neuen Pächter bewusst auf Zurückhaltung. „Wir haben nur das Nötigste gemacht – Küche und Thekenbereich. Vieles haben wir erhalten oder nur teilweise erneuert. Gerade den alten Charme haben wir beibehalten“, sagt Vörding. Genau dieser Charakter soll auch künftig bestehen bleiben. Die Resonanz auf den Neustart ist bereits jetzt enorm. „Das Telefon klingelt ununterbrochen, wir bekommen viel positives Feedback“, berichtet er. Auch spontane Besucher sind ausdrücklich willkommen. „Die Leute dürfen bei uns jederzeit mal reinschauen“, ergänzt Katharina Vörding.
Noch läuft nicht alles perfekt – insbesondere in der Küche gibt es aktuell Einschränkungen. „Wir hängen da noch etwas hinterher, weil wir momentan kein Gas haben“, erklärt Vörding. Deshalb wird zunächst mit einer kleineren Speisekarte gestartet. „Aber wir kriegen das alles hin.“ Kulinarisch setzen die neuen Betreiber klar auf Regionalität – mit einem modernen Ansatz. Klassiker wie Rhönforelle und Wildgerichte bleiben feste Bestandteile der Karte. „Wir wollen das Niveau etwas anheben und kreativer werden, aber es soll für jeden etwas dabei sein“, sagt Vörding, der gelernte Koch ist.
Ein besonderes Augenmerk liegt zudem auf der Getränkekarte. „Uns war wichtig, auch viele fränkische Weine anzubieten“, sagt Katharina Vörding, die als Sommelière ausgebildet ist. Dabei setzt das Team bewusst auf kleinere, weniger bekannte Winzer. „Da sind einige spannende Sachen dabei.“ Bier bleibt dennoch selbstverständlich Teil des Angebots – „das gehört einfach zur Rhön“.
Auch bei den Produkten achten die Vördings auf Regionalität: Fleisch und Wurst stammen unter anderem von der Metzgerei Zink, der Kaffee kommt aus Bad Neustadt. Insgesamt stehen zudem 17 Zimmer inklusive Frühstück für Gäste zur Verfügung – ein Angebot, das das Rhönhäuschen auch für mehrtägige Aufenthalte attraktiv macht. Die offizielle Wiedereröffnung steigt am 1. Mai. Los geht es ab 11.30 Uhr, ab 15 Uhr sorgt Live-Musik für zusätzliche Stimmung. „Wir freuen uns riesig, endlich aufmachen zu können“, sagt Katharina Vörding.
Rund 80 Plätze im Innenbereich sowie etwa 50 Sitzplätze im Außenbereich stehen zur Verfügung, zusätzlich sind weitere Stehplätze geplant. Parallel läuft weiterhin die Personalsuche – insbesondere in der Küche. „Wir suchen noch zwei Köche“, sagt Vörding. Seit rund sechs Wochen arbeiten die neuen Pächter mit Hochdruck an der Vorbereitung. Viel wurde renoviert, dekoriert und organisiert – der Feinschliff folgt nun Schritt für Schritt im laufenden Betrieb. „Wir freuen uns einfach, wieder das zu machen, was wir am liebsten tun.“
Geöffnet ist das Rhönhäuschen künftig von Donnerstag bis Montag: Von 12 bis 16 Uhr wird eine reguläre Karte angeboten, zwischen 16 und 18 Uhr eine kleinere Auswahl und ab 18 bis 21 Uhr wieder die große Karte. Dienstag und Mittwoch sind Ruhetage. Mit dem Neustart verbindet sich im Rhönhäuschen also nicht nur eine Wiedereröffnung, sondern auch ein klares Versprechen: regionale Küche, ehrliche Gastfreundschaft – und ein Stück gelebte Rhöner Tradition.
