Als Gäste begrüßte der Kreisschülerrat Landrat Thorsten Warnecke, Lisa Simla, Schulsozialarbeiterin an der Modellschule Obersberg, sowie Ludwig Thiede, Geschäftsführer der gGmbH Life Teach Us.
Zum Thema mentale Gesundheit verabschiedete der Kreisschülerrat ein eigenes Forderungspapier, das in den kommenden Wochen an politische Entscheidungsträger auf Kreis- und Landesebene übergeben werden soll. Darin fordert das Gremium unter anderem den deutlichen Ausbau der Schulpsychologie, flächendeckende Schulsozialarbeit, mehr Präventionsangebote im Schulalltag sowie niedrigschwellige und digitale Hilfsangebote für Schülerinnen und Schüler. Zudem spricht sich der Kreisschülerrat für eine bessere Finanzierung entsprechender Angebote aus und kritisiert eine aus ihrer Sicht unzureichende Umsetzung zentraler Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag.
„Psychische Belastungen an Schulen nehmen seit Jahren sichtbar zu. Gleichzeitig erleben wir, dass die Landesregierung zwar viele Ankündigungen macht, aber konkrete Verbesserungen ausbleiben“, erklärt Kreisschulsprecher Elias Philipp Herzog. „Wer es mit Bildung ernst meint, darf mentale Gesundheit nicht länger als Randthema behandeln. Wir brauchen mehr Schulpsychologen, stärkere Schulsozialarbeit und endlich echte Unterstützung für die Kommunen statt immer neuer Belastungen.“
Auch Viktoria Fischer betont die Bedeutung schneller Hilfsangebote: „Schule muss ein Ort sein, an dem Schülerinnen und Schüler, wenn sie Hilfe benötigen, schnell und unkompliziert Unterstützung finden können. Fehlende Angebote und die Angst vor Stigmatisierung dürfen nicht dazu führen, dass junge Menschen mit ihren Problemen allein gelassen werden.“
Ein weiterer Schwerpunkt der Sitzung war der Umgang mit Unterrichtsausfall. Dazu tauschte sich der Kreisschülerrat mit der Initiative Life Teach Us aus. Diese vermittelt Ehrenamtliche an Schulen, die während ausfallender Stunden Einblicke in Berufe, Lebenswege und Hobbys geben und so praxisnahe Bildung ermöglichen.
„Unterrichtsausfall darf nicht länger bedeuten, dass Schülerinnen und Schüler nur beschäftigt werden. Schule muss auf das echte Leben vorbereiten“, so Herzog. „Wenn ein Dachdecker, eine Gründerin oder ein Investmentbanker aus ihrem Alltag berichten, entstehen Einblicke, die kein Arbeitsblatt ersetzen kann.“
Kritisch äußerte sich der Kreisschulsprecher zudem zur aktuellen Praxis in vielen Schulen: „Während jedes Jahr tausende Unterrichtsstunden ausfallen, werden vielerorts noch immer Mandalas gemalt oder reine Beschäftigungsaufgaben verteilt. Das ist nicht der Anspruch moderner Bildung.“
Ziel des Kreisschülerrates sei es daher, mehr Schulen im Landkreis als Partnerschulen für Programme wie Life Teach Us zu gewinnen und Unterrichtsausfälle künftig stärker praxisorientiert zu nutzen.
