Wer das Gelände betrat, tauchte schnell in eine andere Welt ein. Auf zwei Etagen erstreckt sich eine Vielzahl an Becken und Terrarien – rund 35 Aquarien und Terrarien werden hier von den Vereinsmitgliedern betreut. „Jedes Becken hat seinen eigenen Verantwortlichen“, erklärte Melanie El Mohmad vom Verein „Scalare“. „Der Verein stellt die Technik und das Wasser – aber um die Tiere kümmern sich die Mitglieder selbst.“
In vielen Aquarien hatte sich über den Winter einiges getan. Becken wurden neugestaltet, hunderte Fische eingesetzt. Herzstück ist ein großes Meerwasserbecken, dessen Betrieb besonders aufwendig ist. „Das ist von den Energiekosten her ungefähr vergleichbar mit einer ganzen Etage“, sagte El Mohmad. Temperatur, Salzgehalt und Licht müssen exakt abgestimmt werden. Eine spezielle Lichtanlage simuliert sogar natürliche Tagesabläufe – von Sonnenaufgang bis Gewitter. „So bekommen die Tiere ein möglichst realistisches Umfeld“ erklärt El Mohmad.
Neben bunten Korallen und verschiedenen Fischarten waren auch bekannte Aquarienbewohner zu sehen – darunter Scalare, das Wappentier des Vereins. Aber auch ungewöhnlichere Arten zogen die Aufmerksamkeit auf sich: etwa ein einzelner Piranha. „Die gelten oft als aggressiv, sind in der Natur aber eher so etwas wie die Gesundheitspolizei“, erklärte El Mohmad: „Sie reagieren vor allem auf Blut im Wasser und nicht auf Menschen.“
Nicht nur unter Wasser gab es viel zu entdecken. Im Terrarienbereich warteten Schlangen, Geckos, Vogelspinnen und Amphibien auf die Besucher. Besonders beliebt waren jedoch die beiden Kuba Krokodile Klara und Willi, die seit vielen Jahren im Tümpelgarten leben. Die Tiere gelten als ausgesprochen intelligent. „Sie erkennen uns an den Schritten und reagieren sogar auf ihre Namen“, berichtete El Mohmad. Auch bei der Reinigung ihres Geheges zeigten sie ein erstaunliches Verhalten: „Wenn wir hinten öffnen, gehen sie selbstständig in einen anderen Bereich und beobachten genau, was wir machen.“
Die Haltung der Tiere erfolgt unter strengen Auflagen und wird regelmäßig kontrolliert. Dabei spielt auch der Artenschutz eine Rolle: Kuba Krokodile sind in freier Wildbahn bedroht. „Reinerbige Tiere wie unsere sind wichtig für Zuchtprogramme“, so El Mohmad. In der Vergangenheit konnten bereits mehrfach Jungtiere aufgezogen werden.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt im Tümpelgarten auf dem ehrenamtlichen Engagement. Rund 130 Mitglieder zählt der Verein, viele bringen sich aktiv ein – nicht nur bei der Tierpflege. „Hier kann jeder etwas beitragen“, sagte El Mohmad: „Der eine kennt sich mit Technik aus, der andere mit Tieren oder organisiert Veranstaltungen.“
Auch für Besucher lohnte sich der Auftakt: Neben der Ausstellung lud das weitläufige Gelände mit Gehegen und der Lage direkt an der Fulda zum Verweilen ein. Zum Saisonstart gab es Fischbrötchen, an den Ostertagen zusätzlich Kaffee, Kuchen und Angebote für Kinder.
Wer am Karfreitag vorbeischaute, bekam nicht nur exotische Tiere zu sehen, sondern auch einen Einblick in die Arbeit eines Vereins, der seit Jahrzehnten mit viel Leidenschaft betrieben wird. „Es macht einfach Spaß zu sehen, dass es den Tieren gut geht“, sagte El Mohmad. „Und wenn die Besucher das mitnehmen, haben wir schon viel erreicht.“
