Kellerkrimi in Horas: Schlitzerland geht auf Sieg
Der FV Horas könnte sich mit einem Sieg am Sonntag auf acht Punkte von der SG Schlitzerland distanzieren. Für Trainer Michael Finke wäre selbst in diesem Fall noch keine endgültige Entscheidung gefallen. „Auch mit drei Punkten gegen sie sind wir noch in keinem sicheren Hafen“, betont der Coach. Mit Prognosen müsse vorsichtig umgegangen werden, da in dieser Liga nahezu alles passieren könne. Ohnehin müssten für dieses Szenario erst einmal die drei Punkte am Sonntag eingefahren werden. „Ich erwarte genau wie im Hinspiel einen Fight“, so der Übungsleiter. In der Hinrunde konnte seine Mannschaft in Schlitz mit 2:1 gewinnen. Finke erwartet einen Gegner mit viel Mentalität, dem das eigene Team entschlossen entgegensteuern müsse. Gelingt dies, soll der Partie mit der eigenen Spielstärke der Stempel aufgedrückt werden. Aber: „Wir werden nicht mit der vollen Kapelle auflaufen“, verrät Finke. Viele Spieler seien leicht angeschlagen, weshalb finale Entscheidungen noch ausstehen.
Bei der SG Schlitzerland ist die Marschroute hingegen klar definiert: „Wir gehen voll auf Sieg“, erklärt Trainer Christian Muhl. Die Mannschaft bestreite die verbleibenden Partien wie Pokalspiele, um weiterhin in Schlagdistanz zum rettenden Ufer zu bleiben. Dass die nötige Qualität vorhanden ist, bewies das Team am vergangenen Spieltag durch den 1:0-Erfolg gegen den FSV Germania Fulda – ein Kellerduell vor dem nächsten Kellerduell, den mit Horas wartet nun der nächste Tabellennachbar. Die Stimmung innerhalb des Kaders sei durchweg positiv – unabhängig von Sieg oder Niederlage. „Wir haben einen guten Spirit“, so Muhl, auch wenn das Lächeln im Training nach einem Erfolg natürlich noch ein bisschen größer ausfalle. Beim Blick auf das Personal verschwindet dieses Lächeln jedoch schnell, da die Verletzungsprobleme nicht abreißen. „Uns fällt eine komplette Startelf weg“, konstatiert der Trainer mittlerweile. Dennoch werde am Sonntag eine schlagkräftige Truppe auf dem Platz stehen.
Spannend wird das erste Spiel des SC Borussia Fulda nach der Trennung von Meik Voll – es geht nach Simmershausen. Bei Germania gegen Petersberg geht es im direkten Duell für beide Teams um etwas.
Offene Rechnungen und mögliche Hilfe „von oben“
Für Dittlofrod/Körnbach steht im Norden ein strapaziöses Wochenende an: Am Freitag wartet Nachbar SV Steinbach II, und am Sonntag der aktuell zweitplatzierte Hünfelder SV II. „Das ist ein straffes Programm“, weiß Trainer Marko Karamatic. Dennoch sei es wichtig, jetzt nicht nachzulassen. „Wir wollen den Schwung aus dem letzten Spiel mitnehmen“, erklärt er nach dem 6:2-Sieg gegen die SG Rotenburg/Lispenhausen am vergangenen Spieltag, der zu einem Trainerwechsel beim Gegner geführt hatte. Dies sei die vielleicht beste Saisonleistung, mindestens aber die beste Leistung der Rückrunde gewesen, hebt der Trainer hervor. Der Fokus liege zunächst aber nur auf Freitag, der Trainer nimmt gar das Wort Pflichtaufgabe in den Mund. Dabei sei es unerheblich, mit welchem Kader Steinbach anreise, sofern der Anschluss an die oberen Tabellenplätze gewahrt bleiben soll. Steinbac II wiederum musste zuletzt gar das Heimspiel gegen Bebra mangels Personal absagen. Erst nach dem Abpfiff folgt der Blick auf den Sonntag, der bei einem vorherigen Sieg ein Duell zweier punktgleicher Teams bieten könnte. Einen kleinen Ausblick gibt Karamatic dann doch noch: Mit der Zweitvertretung des Hünfelder SV werde eine eventuell von oben verstärkte Mannschaft und ein „harter Brocken“ erwartet. „Das ist aktuell die formstärkste Mannschaft der Liga“. Zudem besteht aus dem Hinspiel, in dem es eine deutliche 2:7-Heimniederlage setzte, noch eine Rechnung. Dittlofrod/Körnbach geht mit einer Serie von sechs Spielen ohne Niederlage in die beiden Partien – am Ende des Wochenendes sollen im Idealfall acht stehen. Personell ist Leonhard Käsmann aufgrund von muskulären Problemen fraglich.
Gespielt wird in Hünfeld am Sonntag auf dem Kunstrasen: Der Trainer der Hünfelder Reserve, Niclas Rehm, weiß, dass seine Mannschaft in Topspielen Leistung abrufen kann, So viel ist spätestens nach dem 5:0-Sieg gegen Weiterode kein Geheimnis mehr. „Wir wissen aber, dass wir wieder auf eine Mannschaft mit viel Qualität treffen, gerade in der Offensive“, so Rehm. In diesem Spitzenspiel werden „Kleinigkeiten entscheiden“. Ein Faustpfand könnte die Defensive sein, die mit nur 25 Gegentoren die beste der Liga darstellt. „Es gilt natürlich auch für Sonntag, dass wir erstmal sicher stehen wollen und dann unsere Qualitäten auch offensiv ausspielen wollen“, erklärt der Trainer. Mit Blick auf die langfristigen Ziele möchte der HSV II so lange wie möglich oben verweilen, von mehr spricht Rehm noch nicht, sondern zahlt lieber ins Phrasenschwein: „Wir schauen von Spiel zu Spiel. Ob Spieler aus der ersten Mannschaft, die bereits am Freitag in der Hessenliga antritt, aushelfen werden, stehe noch nicht genau fest.
Günther vor Derby: „Serie ist der innere Antrieb“
Die SG Kerzell hat einen echten Lauf: Acht Siege in Folge gelangen der Helvetia, und plötzlich hat Kerzell sogar wieder alles in eigener Hand, was Platz zwei in der Kreisoberliga Süd angeht, wo die TSG Lütter zuletzt mehrfach patzte. Doch ein Derby nach dem anderen: Zunächst empfängt die SGK am Sonntag (15 Uhr) den noch abstiegsbedrohten SV Welkers.
Sieg auf Sieg ließ die Helvetia folgen, seit Mitte Oktober kennt Kerzell kein anderes Ergebnis mehr in der Liga. Doch zuletzt gab es nur ein 1:0 gegen Lauter. „Das war der erwartet schwere Gegner, eine tiefstehende Mannschaft, die emotional verteidigt hat“, sagt Trainer Florian Günther. Erst Benedict Reith mit einem Jokertor Sekunden nach seiner Einwechslung brachte die Erlösung. Günther schwärmt: „Das ist ein wichtiger Faktor im Moment, dass wir eine super Bank haben, mit der wir noch enorm viel Schwung bringen können. Das kenne ich auch anders. Aber das ist natürlich unser Luxus gerade“. Der Charakter im Team sei stark, jeder erfülle seine Rolle, so der Coach.
Rückblende: In der Gruppenliga-Abstiegssaison war die Kerzeller Heimbilanz ein Horror, nur ein Sieg gelang in 15 Spielen. Diesen „Fluch“ hat das Team besiegt, gewann alleine nach der Winterpause schon vier Heimspiele und freut sich unter anderem auch noch auf Lütter zuhause. „Der Sportplatz ist wieder eine Festung geworden, die Zuschauer kommen und feuern an, eine gewisse Euphorie ist entfacht“, stellt Günther fest. Und der neunte Sieg in Folge winkt: „Das ist eine Serie, die man selten sieht. Das ist auch der innere Antrieb der Mannschaft“. Leon Lomb fällt mit einem gebrochenen Finger weg, dafür kehren Janik Hörl und Kapitän Tristan Niklas wieder in den Kader der Kerzeller zurück. Und aus der Position in Lauerstellung, das weiß auch Günther, ist seine Mannschaft nun wieder in der Lage, aus eigener Kraft Platz zwei zu erreichen – ohne den Abzug von drei Punkten zum Saisonstart wäre die Helvetia schon vor Lütter. „Das war lange Zeit gar kein Thema, jetzt kommt es natürlich wieder auf. Aber wir versuchen das intern zu verdrängen“, betont der Trainer.
Schon am Freitag startet der Spieltag in Rothemann mit einer Nachholpartie: Die SG Bellings/Hohenzell reist nochmal an und spielt sicher auch für Jan Zellmann, der beim ersten Duell mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden musste.
Kreisoberliga Mitte
Sonntag
15 Uhr
FT Fulda – Bachrain
Hilders/Simmershausen – Borussia Fulda (in Simmershausen)
Dipperz/Dirlos – Müs (in Dirlos)
Haimbacher SV – Pilgerzell
Germania Fulda – Petersberg
Horas – Schlitzerland
Edelzell/Engelhelms – Ehrenberg (in Engelhelms)
Reulbach/Brand – Marbach/Dietershan (in Brand)
Kreisoberliga Süd
Freitag
18.30 Uhr
Rothemann – Bellings/Hohenzell
Samstag
16 Uhr
Mittelbach – Lütter
Sonntag
15 Uhr
Kerzell – Welkers
Lauter – Schmalnau/Hettenhausen (in Frischborn)
Weyhers – Grimmstadt
Löschenrod – Huttengrund
Rothemann – Gundhelm/Hutten
Hosenfeld – Flieden II
Rückers – Bellings/Hohenzell
Kreisoberliga Nord
Freitag
19 Uhr
Dittlofrod/Körnbach – SV Steinbach II
Kiebitzgrund/Rothenkirchen – Praforst (in Rothenkirchen)
Philippsthal – Weiterode
Sonntag
15 Uhr
Kiebitzgrund/Rothenkirchen – Großentaft (in Langenschwarz)
Haunetal – Weiterode (in Wehrda)
Philippsthal – SV Steinbach II
Wölf – Friedewald/Ausbach
Rotenburg/Lispenhausen – Jossatal (in Rotenburg)
Hünfelder SV II – Dittlofrod/Körnbach
15.15 Uhr
Bebra – Gudegrund
