KOL Mitte: Vorentscheidung im Abstiegskampf?
Auch wenn die Leistungen von Germania Fulda zuletzt gegen Petersberg stimmte, ging der FSV bereits zum dritten Mal in Folge leer aus. Bitter, wie Trainer Hysen Haxhiu es beschreibt. „Wenn du schon da unten stehst, hast du dann auch kein Glück mehr“. Ähnlich sieht es auch beim Gegner aus: Bereits seit über einem Monat konnte der TSV keine Punkte mehr einfahren – die letzten vier Partien verlor die Elf von Dennis Fischer allesamt mit 1:2. Dennoch weiß der Coach um die Wichtigkeit des Spiels, allerdings auch um den Stellenwert der restlichen Partien in der Saison. Dass die letzten Spiele alle knapp verloren gingen, hängt auch mit der personellen Situation der Pilgerzeller zusammen: Zu den drei Langzeitverletzten gesellte sich nach dem Spiel am vergangenen Wochenende gegen den Haimbacher SV nun noch ein weiterer Akteur aufgrund eines Muskelfaserrisses, zudem sind Luis Schröder und Benedikt Herget seit Wochen angeschlagen. „Wir haben Woche für Woche mindestens drei A-Jugendliche dabei. Die Spielen bereits am Samstag 90 Minuten und stehen dann bei mir in der Startelf“, hadert Fischer.
Die Hausherren hingegen würden mit einem Sieg nach langer Zeit die Abstiegsplätze verlassen und an den Gästen vorbeiziehen. „Es ist ein Zwölf-Punkte-Spiel für uns“, betont Haxhiu: „Das wird Abstiegskampf pur.“ Die Zuschauer sollten daher keinen fußballerischen Leckerbissen erwartet, so der Germania-Coach: „Da sind eher andere Tugenden gefordert.“ Trotz der Ergebniskrise sei die Stimmung innerhalb der Mannschaft gut, wobei auch Haxhiu auf einige, wichtige Stammkräfte verzichten muss. So fallen neben Kapitän Mehmet Corumlu auch Sphend Brovina und Mevlan Xhaferi aus – das wiederum gibt Spielern aus der zweiten Reihe ihre Chance. „Wir müssen punkten und dürfen nicht verlieren“, fordert Haxhiu und macht deutlich: „Am Sonntag wird sich entscheiden, ob wir drin bleiben oder es runter geht“ – Fischer konnte sich dem nur anschließen: „Für uns ist es ein Mini-Endspiel. Wenn wir das verlieren, wird der Abstand größer.“
Krisengipfel in Welkers
Es ist das Duell zweier Tabellennachbarn, deren Formkurve zuletzt deutlich nach unten zeigte. Der SV Welkers um Trainer Onur Özger konnte im gesamten Kalenderjahr 2026 noch keinen einzigen Punkt verbuchen. „Die Rückrunde ist ein Totalausfall“, erklärte der Cheftrainer. Aktuell kommen beim Tabellendreizehnten viele Faktoren zusammen, die zu dieser Bilanz führen, dennoch steht das Team noch sechs Punkte über dem Strich. Im kommenden Spiel wartet nun der TSV Weyhers, der ebenfalls dringend Punkte benötigt. Trotz der Sieglos-Serie gibt sich Özger kämpferisch: „Wir wollen mit breiter Brust spielen.“ Den Kampfgeist wolle er seiner Mannschaft nicht absprechen und erwartet am Sonntag ein intensives Kampfspiel. Für die verbleibenden sechs Partien fordert er, im Kopf alles auf null zu setzen, da die Qualität des Kaders für ihn unbestritten ist: „Mit der Mannschaft haben wir unten eigentlich nichts zu tun.“ Personell sieht es gut aus; lediglich hinter Patrise Gjocaj steht arbeitsbedingt ein Fragezeichen.
Die Gäste aus Weyhers werden derweil von einem alten Bekannten angeführt: Trainer Deniz Yildirim trainierte den SV Welkers früher selbst als Cheftrainer und kennt den Gegner daher bestens. „Ich weiß, dass die Jungs eine enorme Qualität haben“, erklärte er mit Blick auf seine ehemalige Wirkungsstätte. Besondere Brisanz aufgrund der Vergangenheit möchte er jedoch nicht heraufbeschwören, da in der aktuellen Lage ohnehin jedes Spiel zählt. Der TSV rangiert derzeit auf dem 14. Tabellenplatz – vier Punkte hinter Welkers und nur zwei Zähler vor dem ersten Abstiegsrang. Yildirim richtet den Fokus daher primär darauf, den Abstand nach hinten zu vergrößern. Ein Torspektakel wie beim 5:3-Sieg im Hinspiel erwartet er unter den veränderten Vorzeichen nicht: „Ich denke, dass es abwartender wird.“ Priorität habe für ihn zunächst die defensive Stabilität. Immerhin entspannt sich die personelle Lage etwas, da einige verletzte Stammkräfte in den Kader zurückkehren.
Aufstiegskampf im Norden spitzt sich zu
In der Kreisoberliga Nord wird es derweil im Aufstiegskampf richtig heiß. Die FSG Bebra, die im Moment von der Spitze grüßt, darf sich die Ergebnisse der Konkurrenz entspannt anschauen, denn sie bekommen die drei Punkte am grünen Tisch zugesprochen und haben offiziell spielfrei. Die Zweitvertretung des Hünfelder SV möchte dem Tabellenführer jedoch auf den Fersen bleiben und gleichzeitig den Aufstiegsrelegationsplatz verteidigen. Nach dem 4:1-Erfolg gegen die SG Eiterfeld/Leimbach II unter der Woche steht für den HSV am Sonntag um 15 Uhr die Auswärtspartie bei der FSG Jossatal an.
Der ESV Weiterode lauert punktgleich mit den Hünfeldern auf Platz drei, hat aber noch ein Spiel in der Hinterhand. Die Weiteroder empfangen zeitgleich die SG Eiterfeld/Leimbach II. Als Vierter im Bunde mischt zudem die SG Dittlofrod/Körnbach mit, die aktuell drei Zähler hinter dem Verfolgerduo steht, aber noch zwei Partien weniger als die Hünfelder absolviert hat. Auf sie wartet am Wochenende ein straffes Programm mit zwei Spielen: Am Freitag um 19.30 Uhr gastiert die Mannschaft beim SC Gudegrund, bevor am Sonntag um 15 Uhr das Heimspiel gegen die FSG Kiebitzgrund/Rothenkirchen folgt.
Kreisoberliga Mitte
Sonntag
15 Uhr
Petersberg – Horas
Pilgerzell – Germania Fulda
FT Fulda – Haimbacher SV
Müs – Bachrain
Borussia Fulda – Dipperz/Dirlos
Marbach/Dietershan – Hilders/Simmershausen (in Marbach)
Edelzell/Engelhelms – Schlitzerland (in Edelzell)
Kreisoberliga Süd
Sonntag
15 Uhr
Huttengrund – Rothemann (in Eckardroth)
Grimmstadt – Löschenrod (in Steinau)
Welkers – Weyhers
Schmalnau/Hettenhausen – Kerzell (in Hettenhausen)
Lauter – Lütter (in Maar)
Flieden II – Rückers
Gundhelm/Hutten – Hosenfeld (in Hutten)
15.30 Uhr
Bellings/Hohenzell – Mittelkalbach (in Hohenzell)
Kreisoberliga Nord
Freitag
19 Uhr
Haunetal – Praforst (in Wehrda)
Kiebitzgrund/Rothenkirchen – Rotenburg/Lispenhausen (in Rothenkirchen)
19.30 Uhr
Gudegrund – Dittlofrod/Körnbach (in Niedergude)
Sonntag
12.30 Uhr
SV Steinbach II – Wölf
15 Uhr
Gudegrund – Philippsthal (in Niedergude)
Weiterode – Eiterfeld/Leimbach II
Großentaft – Haunetal
Jossatal – Hünfelder SV II (in Niederjossa)
Friedewald/Ausbach – Praforst (in Friedewald)
15.15 Uhr
Dittlofrod/Körnbach – Kiebitzgrund/Rothenkirchen
