Trainer Meik Voll ordnet die Rückschläge klar ein: „Dass wir nicht durch die Liga fliegen, war uns bewusst. Aber die letzten beiden Spiele waren natürlich alles andere als zufriedenstellend.“ Den Anfang machte die Partie gegen Horas. Ein Gegner, der stärker auftrat, als es die Tabellenposition vermuten lässt, und seine Qualität auf den Platz brachte. Borussia hingegen fand kaum Zugriff auf das Spiel. „Das hat bestätigt, dass Horas besser ist, als es die Tabelle zeigt“, so Voll. Seine Mannschaft wirkte über weite Strecken ideenlos und fand kein Mittel, um dem Spiel eine eigene Richtung zu geben.
Noch deutlicher wurden die Probleme im darauffolgenden Spiel gegen die SG Edelzell/Engelhelms. Auf dem kleinen, engen Platz entwickelte sich eine Partie, die von langen Bällen und viel Körperlichkeit geprägt war – Elemente, auf die Borussia keine Antwort fand. „Das war ein Tag zum Vergessen. Wir hatten kaum Lösungen, kaum Chancen. Es hätte auch höher ausgehen können“, erklärt Voll. Zwischenzeitlich sei intern sogar nur noch über Ergebniskosmetik gesprochen worden – ein klares Zeichen für die Unterlegenheit an diesem Tag.
Auffällig: In beiden Spielen fehlte es weniger an Einsatz oder Einstellung als vielmehr an Durchschlagskraft und Anpassungsfähigkeit. „Ich kann der Mannschaft die Motivation nicht absprechen. Aber wir müssen wieder galliger werden“, fordert der Trainer. Gegen die körperbetonte Spielweise der Gegner habe sein Team schlicht keine Mittel gefunden. Trotz der beiden Niederlagen bleibt die Ausgangslage komfortabel – auch, weil Verfolger SG Ehrenberg zuletzt selbst Punkte liegen ließ. Borussia steht weiterhin an der Spitze, eine Rolle, die die Mannschaft bereits seit längerer Zeit innehat. Neu ist sie also nicht – wohl aber die Art und Weise, wie zuletzt damit umgegangen wurde. „Gejagt zu werden ist schwieriger, als der Jäger zu sein. Darauf müssen wir uns einstellen – das haben wir in den letzten beiden Spielen nicht gut gemacht“, sagt Voll selbstkritisch. Während Borussia in den Wochen zuvor genau in dieser Rolle überzeugt hatte, fehlte zuletzt die nötige Konsequenz. Der Druck von oben ist kein neuer – aber einer, mit dem die Mannschaft aktuell wieder besser umgehen muss.
Die aktuelle Phase sieht der Trainer daher auch als wichtigen Lernprozess. Die Mannschaft habe in dieser Saison bereits unterschiedliche Gesichter gezeigt – nun gehe es darum, wieder zur stabilen Form zurückzufinden. Intern werde intensiv an Ursachenforschung betrieben. Ein möglicher Wendepunkt könnte ausgerechnet das kommende Stadtderby gegen den FSV Germania Fulda sein. Der Gegner steckt zwar tief im Tabellenkeller, präsentierte sich zuletzt aber deutlich verbessert und konnte unter anderem den Tabellenzweiten SG Ehrenberg schlagen. „Sie haben sich in der Rückrunde gefangen und kämpfen sich raus. Das wird ein ganz anderes Spiel“, erwartet Voll. Für Borussia bietet das Derby damit die Chance zur Reaktion – sportlich wie mental. „Wir wollen den Bock umstoßen und einiges wieder gut machen“, gibt der Trainer die Richtung vor. Gerade mit Blick auf die Historie und das Hinspiel, das im Stadion ausgetragen wurde, steckt in dieser Partie zusätzliche Brisanz.
Klar ist: Der Anspruch ist unverändert hoch - Voll will logischerweise auf einem der ersten beiden Plätze ins Ziel kommen - nur ein Aufstieg würde eine erfolgreiche Saison darstellen. Dieses Ziel ist eindeutig formuliert: „Wir wollen bestenfalls natürlich den ersten Platz verteidigen.“ Die jüngsten Ergebnisse haben gezeigt, wie eng die Liga tatsächlich ist. Für Borussia Fulda kommt es nun darauf an, die richtigen Lehren daraus zu ziehen – bevor aus einem Dämpfer eine echte Schwächephase wird.
