Lokales FD 27.04.2026

Kleidertauschparty in Fulda: Nachhaltig stöbern für den guten Zweck

Fulda – Von Silas Messing – Gut erhaltene Kleidung weitergeben statt wegwerfen: Unter diesem Motto hat die Initiative „Kleidertausch Fulda“ am Sonntag zur Kleidertauschparty in die Pestalozzischule eingeladen – und traf damit den Nerv der Zeit. Rund 200 Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, Kleidungsstücke zu tauschen, Neues zu entdecken und gleichzeitig etwas Gutes zu tun.

Foto: Silas Messing.

„Wir machen das, um das Bewusstsein für nachhaltige Mode zu stärken“, erklärt Mitorganisatorin Ann-Katrin Jehn. Second-Hand sei früher oft als „uncool“ abgestempelt worden, doch das habe sich deutlich verändert. „Ich habe selbst eine Tochter, und da fragt man sich schon, wie sich der ganze Konsum auswirkt und was man selbst beitragen kann“, sagt Jehn. Zwar könne man die Welt damit nicht allein verändern, „aber wir leisten unseren Anteil – und jeder kann mitmachen“.

Das Konzept ist einfach: Jeder Teilnehmer durfte bis zu sieben Kleidungsstücke abgeben. Für jedes Teil, das von der Tauschbörse mitgenommen wurde, fiel ein symbolischer Beitrag von einem Euro an, der vollständig gespendet wird. „Wir sind positiv überrascht von der Resonanz“, sagt Mitorganisatorin Lena Schleicher. Die Auswahl vor Ort habe viele Besucher erstaunt – statt ausrangierter Ware fanden sich zahlreiche gut erhaltene und modische Stücke.

Auch beim Förderverein der Pestalozzischule, der von der Aktion profitiert, ist die Freude groß. „Uns ist ganz wichtig zu betonen, dass der Erlös zu 100 Prozent unseren Kindern zugutekommt“, sagt die erste Vorsitzende Lorena Buzoku. Die hohe Beteiligung habe selbst die Organisatoren überrascht: „Mit so viel Volumen und so vielen Besuchern hätten wir nicht gerechnet.“

Die Einnahmen fließen in unterschiedliche Projekte der Schule. Dazu zählen unter anderem Zuschüsse für Klassenausflüge, etwa in den Zoo oder ins Kino, aber auch notwendige Anschaffungen. „Manche Dinge werden vom Schulträger nicht übernommen, etwa bestimmte Apps oder zusätzliche Angebote. Da unterstützen wir gezielt“, erklärt Buzoku. Auch der Unterhalt von Schulbussen werde mitfinanziert. Ziel sei es, den Schülerinnen und Schülern den Alltag zu erleichtern: „Jeder hat sein Päckchen zu tragen. Da möchten wir es den Kindern so einfach wie möglich machen.“

Neben dem guten Zweck überzeugte die Veranstaltung auch durch ihre Atmosphäre. Das Organisationsteam arbeitete eingespielt zusammen, vieles lief nahezu automatisch. Für die Besucher gab es zudem Kaffee, Kuchen und weitere Angebote vor Ort. Die Kleidertauschparty zeigt: Nachhaltigkeit, soziales Engagement und Gemeinschaft lassen sich erfolgreich verbinden – und kommen in Fulda immer besser an.

Kleidertauschparty in Fulda. Fotos: Silas Messing.