Um 9.17 Uhr fiel der Startschuss: Der simulierte Verkehrsunfall in der Tunnelröhre in Fahrtrichtung Frankfurt wurde gemeldet. Laut Angaben der Organisatoren waren insgesamt acht Fahrzeuge in das Szenario eingebunden. Insgesamt zehn verletzte Personen mussten versorgt werden, eine Person galt als verstorben. Mehrere Menschen waren in ihren Fahrzeigen eingeklemmt, ein Dummy befand sich unter einem Pkw. Für ein besonderes Hindernis sorgte die zusätzliche Rauchentwicklung im Tunnel, welche die Sicht sowie die Orientierung der Einsatzkräfte erheblich erschwerte. Auch die Verkehrssituation rund um Neuhof wurde in das Szenario einbezogen. Durch die Sperrung kam es zu Einschränkungen und Stau im Ortsbereich.
„Es ist seit 2014 die erste Vollübung dieser Art“, erklärte Adrian Vogler, Kreisbrandinspektor, im Vorhinein. Die Einsatzleitung wurde erstmals am Betriebsgebäude oberhalb des Tunnels eingerichtet. Von dort aus sollte ein neuer Einsatzplan auch praktisch getestet werden. Nach Angaben von Fachdienstleiter Steffen Hohmann liefen die Vorbereitungen für die Übung bereits seit Januar, in den vergangenen zwei Wochen seien die Detailplanungen intensiviert werden. Vor Ort verfolgten unter anderem der Landrat Bernd Woide, Erster Kreisbeigeordneter Frederik Schmitt, die Bürgermeister der beteiligten Gemeinden sowie Kreisbrandinspektor Adrian Vogler die Übung. Woide sprach von einem „äußerts komplexen Vorgang“ und dankte den Einsatzkräften im Namen aller Ehrengäste für ihr außerordentliches Engagement: „Es ist keinesfalls selbstverständlich, hier diesen Einsatz zu zeigen“. Auch Julia Rös, Außenstellenleiterin der Autobahn GmbH in Fulda, lobte den Einsatz der Kräfte. Das Szenario sei sehr anspruchsvoll gewesen, das Engagement aller Beteiligten sei somit von großer Bedeutung.
Nach ersten Einschätzungen verlief die Übung erfolgreich, berichtete Wehrführer Sebastian Waider. Nun sollen die gewonnen Erkenntnisse in den kommenden Wochen detailliert ausgewertet werden und anschließend in Verbesserungen umgesetzt werden. Bei der Lagebesprechung der Einsatzleitung wurden besonders Kommunikationsprobleme angemerkt. An der Übung beteiligt waren Feuerwehren aus Rommerz, Hattenhof, Hauswurz, Flieden, Rückers, Eichenzell, Rothemann, Löschenrod und Mittelkalbach. Hinzu kamen Kräfte der Gefahrenabwehr des Landkreises Fulda, die Brandschutzaufsicht, die Informations- und Kommunikationsgruppe, die Führungsgruppe Technische Einsatzleitung, die Leitstelle Fulda, der Rettungsdienst mit zwei Notarzteinsatzfahrzeugen und vier Rettungswagen, die Tunnelleitzentrale Eschwege, Autobahnpolizei Petersberg sowie Vertreter der Autobahn GmbH.
