Ausgangspunkt der Überlegungen war eine Initiative der SG Barockstadt selbst. „Die Idee kam von uns, das Spiel in Fulda auszutragen“, erklärt Barockstadt-Vorstand Martin Geisendörfer. In der Folge reiste eine fünfköpfige Kommission des Verbandes an, um die Gegebenheiten im Stadion zu prüfen. Die Eindrücke vor Ort fielen offenbar positiv aus. „Eine Kommission bestehend aus fünf Personen war dann auch vor Ort im Stadion bei uns und die Kommission war eigentlich auch positiv gestimmt, dass wir das bei uns austragen können“, so Geisendörfer weiter. Dennoch blieb es am Ende bei der ursprünglichen Entscheidung für Offenbach. Hintergrund sind vor allem bereits bestehende Festlegungen und organisatorische Rahmenbedingungen, die sich kurzfristig nicht mehr ändern ließen. „Sie konnten die Festlegung, dass das Finale in Offenbach stattfindet, nicht mehr zurücknehmen“, schildert Geisendörfer den Verlauf. Einen direkten Austausch mit Drittligist Wiesbaden habe es bezüglich der Thematik nicht gegeben, es sei jedoch zu hören gewesen, dass eine Austragung in Fulda bei den Verantwortlichen des SVWW in der hessischen Landeshauptstadt nicht auf breite Zustimmung gestoßen wäre. „Mit Wehen Wiesbaden waren wir in keinem direkten Kontakt, wir haben auch nur gehört, dass sie dagegen gewesen sein sollen“, sagt Geisendörfer.
Neben der sportlichen Komponente spielte für die SG Barockstadt auch der wirtschaftliche Aspekt eine Rolle. Ein Heimspiel hätte nicht nur für eine besondere Atmosphäre gesorgt, sondern mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch für höhere Einnahmen – vor einer geringeren Kulisse in Offenbach droht so ein finanzielles Minusgeschäft. „Finanziell wäre es natürlich besser gewesen für uns, es wären garantiert mehr Zuschauer gewesen, die Hütte wäre voll gewesen“, betont Geisendörfer. So aber müssen sich beide Finalisten auf ein Endspiel in Offenbach einstellen – mit ungewisser Zuschauerresonanz: Das Finale geht im Rahmen des Finaltages der Amateure am 23. Mai über die Bühne, von der Hessenliga abwärts sind an diesem Datum jedoch nahezu alle Ligen der Region im Einsatz. Für die SG Barockstadt ist die Entscheidung zwar enttäuschend, wird jedoch akzeptiert. „Letztendlich muss es jetzt in Offenbach gespielt werden, damit können wir aber umgehen“, stellt Geisendörfer klar. Sportlich geht der Blick ohnehin nach vorne: Gegen den klassenhöheren SV Wehen Wiesbaden geht die Barockstadt als Außenseiter ins Rennen, will sich aber keinesfalls verstecken. „Wehen ist natürlich der Favorit, aber wir sehen trotzdem unsere Chance“, so Geisendörfer.
