Die Schlussphase auf der Hünfelder Rhönkampfbahn hatte es nochmal in sich: Max Vogler hatte für den HSV knapp zehn Minuten vor dem Ende am zweiten Pfosten auf 2:0 erhöht, die Eintracht kam durch einen sehenswerten Treffer in den Winkel durch Kapitän Nico Ochojski jedoch nochmal ran und drückte in der Nachspielzeit auf den Ausgleich – die Gastgeber verteidigten den knappen Vorsprung jedoch bis zum Schlusspfiff, der Jubel bei Trainer Johannes Helmke und Co. kannte im Anschluss keine Grenzen. „Das war ein überragendes Spiel von uns. Ich habe den Jungs von Anfang an gesagt, wir müssen mutig sein und leidenschaftlich bis zur letzten Minute verteidigen. Das ist uns heute gelungen“, freute sich der Hünfelder Coach: „Wir hatten in beiden Halbzeiten große Chancen und haben gleichzeitig nicht viel zugelassen. Am Ende ist das ein verdienter Heimsieg.“
Von Beginn an sahen die über 500 Zuschauer bei bestem Fußballwetter ein Hessenliga-Spiel auf außerordentlich hohem Niveau: Sowohl die Gäste aus der Bankenmetropole als auch das Team von Johnny Helmke schenkten sich nichts, wenngleich es vor den Toren selten gefährlich wurde – was allerdings auch mit der herausragenden Defensivarbeit beider Mannschaften zu tun hatte. Sowohl der HSV als auch der Eintracht-Nachwuchs agierten im Spiel nach hinten mit höchster Konzentration – wenn es allerdings doch mal gefährlich wurde, brannte es aber zumeist lichterloh, und das öfter im Strafraum der Gäste: Jemal Kassa meldete die Hausherren nach einer knappen Viertelstunde erstmals an, nur drei Minuten später tauchte dann Marcel Trägler in der Box auf und ging zu Boden – Schiedsrichter Gahis Safi ließ jedoch weiterspielen, eine zumindest zweifelhafte Entscheidung (18.). Helmke und Co. konnte das jedoch egal sein: Keine 60 Sekunden später fand Leon Zöll mit einem herrlichen Diagonalball Mark Zentgraf auf der rechten Seite, der frei vor SGE-Keeper Amil Siljevic auftauchte und den Schlussmann mit einem sehenswerten Heber düpierte (19.).
Auf der anderen Seite musste auch Jannis Maul das ein oder andere Mal eingreifen, wirklich gefährlich wurde der Frankfurter Nachwuchs jedoch kaum – stattdessen hätte die Hünfelder Pausenführung durchaus noch höher ausfallen können: Nach 35 Minuten lag der Ball nach einem Treffer von Trägler erneut im Tor der Gäste, die Fahne ging jedoch hoch – wieder eine knappe Entscheidung, die zum Nachteil des HSV getroffen wurde. Kurz vor der Pause konnte die SGE dann einen Schuss von Luca Uth gerade noch vor der Linie klären, die Gäste waren mit dem knappen 0:1 nach 45 Minuten durchaus noch gut bedient.
Aus der Kabine kamen die Gäste jedoch mit einer ordentlichen Portion Wut im Bauch, die Halbzeitansprache von Trainer Dennis Schmitt hatte offenbar Wirkung gezeigt. Die Frankfurter wechselten darüber hinaus zur Pause gleich drei Mal und drückten mit dem Wiederanpfiff aufs Gaspedal, der unglückliche Lukas Sonnenwald und Keito Kumashiro verpassten jedoch den Ausgleich. In der Folge stand dann erneut das Schiedsrichtergespann im Fokus, Gahis Safi traf einige zweifelhafte Entscheidungen und sorgte so mit dafür, dass sich die Gemüter zunehmend erhitzten – vor den Toren wurde es allerdings wieder ruhiger, der HSV fand nun aber wieder besser in die Partie. Der eingewechselte Max Lindemann hätte nach etwas mehr als einer Stunde nach einem katastrophalen Rückpass erhöhen können, der Barockstadt-Leihgabe versagten jedoch die Nerven – Max Vogler machte es in der Schlussphase jedoch besser und sorgte mit dem 2:0 für die vermeintliche Vorentscheidung.
Die Gäste kamen in der letzten Minute der regulären Spielzeit zwar nochmal ran, die Hünfelder brachten das Ergebnis am Ende jedoch über die Zeit und konnten sich nach einer starken Leistung über den dritten Sieg in Folge freuen. „Wir genießen das heute, das ist gerade ein wirklich schönes Gefühl. Ich glaube, alle die hier waren, haben es nicht bereut. Das war ein rundum gelungener Abend und definitiv Werbung für den Fußball in Hünfeld“, bilanzierte ein glücklicher Johannes Helmke abschließend.
Hünfeld: Maul; Kemmerzell (88. Häuser), Zöll, Dücker, Paliatka (56. Vogler), Uth, Fröhlich (90.+2 Kümmel), Gadermann, Zentgraf, Kassa (70. Lindemann), Trägler
Eintracht Frankfurt: Siljevic; Spahn, Is, Sonnenwald (65. Doumbia), Bauer (46. Starodid), Yildirim (46. Dills), Kosugi, Etse (46. Wünsch), Ochojski, Maluze, Kumashiro
Schiedsrichter: Gahis Safi (Ober-Wöllstadt)
Tore: 1:0 Mark Zentgraf (19.), 2:0 Max Vogler (81.), 2:1 Nico Ochojski (89.)
Zuschauer: 700
