Kopfbälle und schön herausgespielte Tore prägten das Geschehen im beschaulichen Erbach, wo die Fans unzufrieden waren: Der Mäzen-Dorfklub, der verheißungsvoll in die Hessenliga gestartet war und im September noch 4:0 in Hünfeld gewann, taumelt weiter den Abstiegsplätzen entgegen.
Der HSV erwischte wiederum in diesem Rückspiel einen Start nach Maß, Sven Kemmerzell köpfte nach knapp sechs Minuten, einem langen Einwurf und einem Torwartfehler von Carl Leonhard zur Führung ein. Aber Trainer Johannes Helmke gab zu: „Danach mussten wir leiden auf dem großen Kunstrasen. Hummetroth kam immer besser rein“. Giuseppe Signorelli besorgte schließlich den verdienten Ausgleich, und Hünfeld „rettete“ sich mit etwas Glück und dem 1:1 in die Pause, auch weil ein mögliches Foul von Aaron Gadermann nicht zu einem Elfmeter für den SVH führte. Helmke gab dort seinen Mannen klare Dinge mit auf den Weg: „Wir wollten aufhören zu hadern, sind selbst stark genug und mussten wieder mit mehr Selbstvertrauen spielen“.
Zwei, drei kleine taktische Kniffe dazu, ein höheres Anlaufen in Hälfte zwei – und schon war der HSV wieder besser drin im Spiel. „Das war eine super Reaktion von der Mannschaft“, lobte der Coach. Jannis Maul, der schon im ersten Durchgang mehrmals klasse reagierte, zeichnete sich immer wieder aus, vorne verwertete dann Marcel Trägler einen Steckpass zur erneuten Führung. Mit diesem Tor war Hünfeld auf der Siegerstraße und spielte es selbstbewusst zu Ende. Nochmal Trägler nach Konter und toller Hereingabe von Paliatka sorgten für das 3:1. Am Sieg konnte dann auch das zweite Kopfballtor von Signorelli in der langen Nachspielzeit nichts mehr ändern, bei dem Maul einmal an diesem Tag am Ball vorbeiflog.
Dem HSV war es egal: Bei einem „starken Gegner“, wie Helmke betonte, war die 40-Punkte-Marke geknackt. Sorgen, dass in der kommenden Saison kein Hessenliga-Fußball auf der Rhönkampfbahn gespielt wird, muss sich nun gar keiner mehr machen. Eher hat der HSV nun andere Ziele, und darf sich nun mit der Übermannschaft, der U21 von Eintracht Frankfurt, zuhause messen.
Hummetroth: Leonhard; Vrella, Hamm, Mladenovic (83. Dias), Signorelli, Klein (76. Borger), Raitz, Zehnder, Pfeiffer (76. Sommer), De Oliveira, Khan Agha (85. Gräf).
Hünfelder SV: Maul; Kemmerzell, Zöll (65. Häuser), Dücker, Paliatka jr. (79. Vogler), Uth, Fröhlich, Lindemann (55. Kassa), Gadermann, Trägler, Zentgraf (85. Kümmel).
Schiedsrichter: Michele Abbondanza (Kohlheck)
Tore: 0:1 Sven Kemmerzell (6.), 1:1 Giuseppe Signorelli (36.), 1:2 Marcel Trägler (65.), 1:3 Marcel Trägler (75.), 2:3 Giuseppe Signorelli (90.+4)
Zuschauer: 200
