Lokales FD 02.04.2026

Gottesdienst mit der Lebenshilfe zum Welt-Down-Syndrom-Tag

Fulda (pm/gü) – Es war ein Bild voller Leben, das sich an einem Sonntag im März in der vollbesetzten Stadtpfarrkirche bot. Wo sonst oft andächtige Stille herrscht, war diesmal Kinderlachen, tolle Musik, fröhliches Plappern und das lebhafte Treiben zahlreicher Familien zu hören. Anlässlich des Welt-Down-Syndrom-Tags feierte die Gemeinde einen Familiengottesdienst, der ein klares Zeichen für Inklusion und das christliche Miteinander setzte.

Fotos: Lebenshilfe Fulda.

Unter dem zentralen Thema „Wo wir zusammen sind, ist Heimat“ luden die Pfarrei und die Lebenshilfe Fulda besonders jene Familien ein, die ein Kind oder Familienmitglied mit Trisomie 21 in ihrer Mitte haben. In seiner Begrüßung machte der Professor Roth als Zelebrant deutlich, dass Heimat weit über die eigenen vier Wände hinausgeht: „Heimat ist da, wo man verstanden wird, ohne sich erklären zu müssen. Sie ist zu Hause, in der Gemeinschaft und ganz besonders hier, in der Kirche“, so der Pfarrer. Er freute sich sehr über die große Anzahl an Kindern und Jugendlichen, die an diesem Sonntag ihre Messdienerdienst ableisteten – und auch hier natürlich: eine inklusive Messdienergruppe mit zusätzlichem Chromosom.

Im Zentrum der Liturgie stand das Evangelium über die Auferweckung des Lazarus. In einer kindgerechten Ansprache wurde deutlich: Selbst Jesus, der Sohn Gottes, war auf menschliche Nähe angewiesen. „Auch Jesus brauchte Freunde wie Lazarus, Martha und Maria“. Zur Freundschaft gehören auch Gefühle wie Traurigkeit oder Enttäuschung, dennoch ist das Vertrauen unter Freunden am wichtigsten. Freundschaft schenkt Leben und in diesem Sinne lässt Jesus Lazarus wieder leben. Diese Botschaft schlug die Brücke zum Hier und Jetzt: Im Gottesdienst feiern wir diese Heimat gemeinsam. Es wurde deutlich, dass die Kirche gerade durch die Vielfalt der Menschen – mit und ohne Behinderung – zu einer lebendigen Gemeinschaft wird, in der Gott spürbar ist. Passend zum Thema Freunde präsentierten einige Kinder und Jugendliche aus der Pfarrei einen Tanz, der viele Kinder zum Mittanzen einlud.

Für die musikalische Gestaltung sorgte die Band „Re-think“ der St-Kilians-Gemeinde Kalbach, die den Kirchenraum mit moderner Energie füllte. Mit ihren rhythmischen Liedern und einfühlsamen Texten schafften sie es, dass kaum jemand ruhig in den Bänken sitzen blieb. Besonders bei den Segensliedern klatschten die Kinder begeistert mit, und die Freude der Familien mit ihren Kindern mit Down-Syndrom steckte die gesamte Gemeinde an. Nach dem Gottesdienst wurden die Gottesdienstbesucher in das Haus der Kirche zum „Fastenessen“ eingeladen. Viele nahmen das Angebot an und nutzten die Gelegenheit, sich bei Suppe, Kuchen und Getränken auszutauschen. Es war spürbar: In diesem Gottesdienst wurde die „Heimat in Gott“ nicht nur gepredigt, sondern durch das herzliche Miteinander der vielen Gäste ganz praktisch gelebt.