„Wir machen das seit dem Jahr 2002“, erläuterte Melanie Hartmann mit Blick auf die langjährige Historie des Zukunftstags am Standort. Seit dem Jahr 2023 richtet sich das Angebot in Hünfeld explizit auch an Jungen, um die Nachwuchsförderung auf breiter Basis voranzutreiben. Für viele Teilnehmende war es der erste Kontakt mit der Bundespolizei, darunter auch der zehnjährige Schüler Schekeb: „Ich habe mich noch nicht entschieden, aber finde den Beruf sehr spannend“, berichtete er über seine ersten Eindrücke.
Was genau hinter den Toren der Abteilung passiert, lernten die Schüler an sieben verschiedenen Stationen kennen. Bei der Unterstützungseinheit stand die Dokumentation von Einsätzen im Fokus. Die Jugendlichen besichtigten ein spezialisiertes Kamerafahrzeug, bedienten die vier Meter hohe Kamera und suchten versteckte Gegenstände auf dem Gelände. „Das Fahrzeug wird für Versammlungslagen, Demonstrationen, Fußballeinsätze genutzt – da, wo viele Menschen zusammenkommen“, erklärte ein Polizeibeamter den Einsatzwert der Technik.
Wasserwerfer im Einsatz und Brandschutzübung
An der zweiten Station stand die Sicherheit im Vordergrund: Hier lernten die Jugendlichen, wie im Brandfall richtig gelöscht wird. Für die 13-jährige Jana von der Wigbertschule war dieser praktische Teil besonders aufschlussreich: „Man bekommt mal einen Einblick, was die alles hier so machen“, fasste die Schülerin ihre Erfahrungen zusammen. Parallel dazu konnten bei einer Brandschutzübung Geschicklichkeit und Präzision am Wasserschlauch unter Beweis gestellt werden.
Actionreich gestaltete sich zudem die Vorführung der Wasserwerfer. Die Teilnehmenden durften nicht nur in die tonnenschweren Fahrzeuge einsteigen, sondern auch die Druckgewalt der Wasserwerfer-Schläuche testen.
Sportliche Teamarbeit und polizeiärztlicher Dienst
Einen fachspezifischen Einblick bot der polizeiärztliche Dienst. Hier lernten die Schüler einen speziell konzipierten Rettungswagen kennen. „Der Polizei-KTW ist extra für uns entworfen worden“, betonte ein Beamter. Das Fahrzeug sei bewusst kleiner und wendiger gebaut, um Sanitäter und Ärzte auch in unübersichtlichen Einsatzlagen sicher zum Notfallort zu bringen.
Sportlich wurde es in der Sporthalle und auf der Laufbahn. Während bei den Selbstbehauptungsübungen das Selbstvertrauen und das richtige Verhalten in Konflikten geschult wurden, forderte ein Team-Parcours die volle körperliche Einsatzbereitschaft unter schwerer Körperschutzausstattung (KSA). Da die Zeit erst gestoppt wurde, wenn das letzte Mitglied die Linie passierte, stand die Teamfähigkeit im Vordergrund.
Vielfältige Karrierewege in Hünfeld
Zum Abschluss durften sich die Teilnehmenden in der Spurensicherung ausprobieren und eigene Fingerabdrücke nehmen. Die Bundespolizeiabteilung Hünfeld, in der derzeit 683 Polizeivollzugsbeamte sowie 64 Zivilbeschäftigte tätig sind, bietet weit mehr als den klassischen Polizeidienst. Hartmann verdeutlichte, dass in Hünfeld auch Zivilberufe wie Verwaltungsangestellte, Kfz-Mechatroniker oder sogar Damen-Maßschneiderinnen ausgebildet werden. Mit umfassenden Informationen über die verschiedenen Karriere- und Ausbildungsmöglichkeiten sowie einer Menge an neuen Erfahrungen im Gepäck verließen die Jugendlichen am Nachmittag das Gelände.
