Lokales VB 19.04.2026

Geplante Übernahme: Edeka startet Gespräche mit tegut-Mitarbeitern

Osthessen (pk) – Seit über einem Monat herrscht Gewissheit: Die Schweizer Genossenschaft Migros Zürich zieht sich mit ihren tegut-Filialen aus dem deutschen Supermarktgeschäft zurück. Dass Edeka Interesse an der Übernahme zahlreicher Geschäfte hat, ist längst kein Geheimnis mehr – die finale Entscheidung des Kartellamtes steht allerdings weiterhin aus. Der Lebensmittel-Einzelhandelsriese nimmt nun aber erste Gespräche mit den tegut-Mitarbeitern auf.

Foto durch KI generiert.

Florian Kramm, Geschäftsführer von Edeka Hessenring, gab bekannt, dass die offizielle Anmeldung zur Übernahme der schließenden Märkte beim Bundeskartellamt eingereicht wurde. „Ein Kauf muss ganz formell eingereicht werden, die Anmeldung ist Ende März erfolgt“, erläuterte der Geschäftsführer. Eine frühere Einreichung unmittelbar nach Bekanntgabe der Schließungen sei nicht möglich gewesen. Nun liege die Entscheidung beim Bundeskartellamt, das den Sachverhalt intensiv prüfen werde. Ein exakter Zeitrahmen für diesen Prozess lasse sich derzeit kaum abschätzen. „Es ist von vielen Monaten auszugehen, wir hoffen aber natürlich, dass es schnell geht“, so Kramm. Sobald eine positive Entscheidung vorliege, wolle das Unternehmen die Umsetzung mit höchster Priorität vorantreiben.

Seit Edeka die Pläne zur Expansion öffentlich machte, erreichten das Unternehmen zahlreiche Kundenanfragen. Laut Kramm treiben die Bürger vor allem zwei Sorgen um: „Die häufigsten Anfragen waren, ob ihr tegut bestehen bleibt“, berichtet er über die Befürchtungen der Stammkundschaft. Zudem steht die Frage im Raum, wie sich das Sortiment im Falle einer Übernahme verändern würde. Besonders das markante Bio-Angebot, etwa von Marken wie „Zwergenwiese“, steht im Fokus des Kundeninteresses. Edeka signalisierte bereits, bei einer erfolgreichen Übernahme Artikel mit besonders hohem Zuspruch genau unter die Lupe zu nehmen, zudem sei eine Erweiterung des Sortiments geplant. Fest steht jedoch, dass sich die Preisstruktur vieler Lebensmittel künftig am Edeka-Preissegment orientieren werde. Direkte Absprachen bezüglich diverser Produkte mit den betroffenen tegut-Filialen gibt es nicht. „Das dürfen wir nicht, wir sind immer noch Wettbewerber“, stellte Kramm klar.

Trotz des Wettbewerbs steht die Zukunft der Belegschaft im Vordergrund: Edeka plant, in naher Zukunft direkt mit den tegut-Mitarbeitern in Kontakt zu treten – und zwar unabhängig davon, ob die jeweilige Filiale letztlich übernommen wird. Dass dieser Schritt Zeit in Anspruch nahm, liege zum einen daran, dass tegut zunächst interne Gespräche mit ihren Mitarbeitern führen wollte, und zum anderen an der Abwicklung des Ostergeschäfts. „Hier geht es darum, Möglichkeiten zu schaffen, Fragen und Sorgen loszuwerden“, erklärte Kramm. Er betonte, dass es essenziell sei, die Angestellten nicht in Ungewissheit zu lassen: „Die Gespräche werden in den nächsten Tagen anlaufen“.