Lokales FD 09.04.2026

Fulda stellt sich quer wählt Vorstand - Generationswechsel steht an

Fulda (pm/gü) – Mit klaren Worten gegen Rechtsextremismus, einem angekündigten Generationswechsel an der Spitze und einem breiten gesellschaftlichen Bündnis im Rücken hat „Fulda stellt sich quer“ auf seiner Jahreshauptversammlung ein deutliches politisches Signal gesetzt. Andreas Goerke wurde erneut zum Vorsitzenden gewählt – kündigte jedoch zugleich an, letztmalig für dieses Amt kandidiert zu haben.

Andreas Goerke wurde erneut zum Vorsitzenden gewählt. Archivfoto: Görlich Media.

„Ich kandidiere heute zum letzten Mal – nicht, weil ich gehe, sondern weil ich übergebe. An eine neue Generation“, sagte Goerke. Als stellvertretende Vorsitzende wurden Hans Martin Schubert und Anja Kress gewählt. Komplettiert wird der Vorstand durch Martin Uebelacker, David Kress, Jens Schuch, Maike Gerhard sowie Katharina Kaufmann. Der Verein wächst weiter: Mit knapp über 300 Mitgliedern ist „Fulda stellt sich quer“ nach eigenen Angaben inzwischen der größte kommunale antirassistische Verein in Deutschland. Die Aktivitäten reichen von Demonstrationen und Bildungsarbeit über Gedenkveranstaltungen bis hin zu konkreter Solidarität. Besonders betont wurde die enge Zusammenarbeit mit Kirchen, Sozialverbänden und zahlreichen bürgerlichen Initiativen. „Das zeigt: Der Widerstand gegen Rassismus und Rechtsextremismus kommt aus der Mitte der Gesellschaft“, so der Tenor der Versammlung.

Im Zentrum der Jahreshauptversammlung stand eine klare politische Analyse: Der Verein sieht einen zunehmenden Rechtsruck – auch in Fulda – und benennt die AfD als treibende Kraft dieser Entwicklung. „Das ist kein Protest. Das ist eine Entscheidung für Spaltung und Ausgrenzung“, machte Goerke deutlich. „Fulda stellt sich quer“ kündigte an, seine Arbeit gegen rechtsextreme Strukturen und die AfD konsequent fortzusetzen. Man werde sich weder einschüchtern lassen noch politische Positionen relativieren. Ein neues Positionspapier für 2026 wurde intensiv diskutiert. Es beschreibt den Verein als klare antifaschistische und außerparlamentarische Kraft, die auf Widerspruch und aktive Intervention setzt. Über die endgültige Verabschiedung wird auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung entschieden.

Für 2026 kündigte der Verein einen zentralen Schwerpunkt an: den 25. Todestag von Dorit Botts, die 2001 in Fulda von einem Rechtsextremisten ermordet wurde. Gemeinsam mit Partnern sollen im August 2026 konkrete Gedenkaktionen stattfinden. Ziel ist es, die Tat sichtbar zu machen und die Auseinandersetzung mit rechter Gewalt in Fulda stärker in die Öffentlichkeit zu tragen.

Neben zahlreichen Aktionen, Bildungsangeboten und Protesten soll 2026 insbesondere die Einbindung junger Menschen gestärkt werden – auch als Folge des eingeleiteten Generationswechsels. Die zentrale Botschaft der Versammlung war: „Fulda stellt sich quer“ will auch künftig eine laute, sichtbare und unbequeme Stimme gegen Rechtsextremismus bleiben – gemeinsam mit einem breiten Bündnis aus Zivilgesellschaft, Kirchen und sozialen Organisationen.