Lokales FD 16.04.2026

Führungswechsel bei Kreishandwerkerschaft: Henke folgt auf Leipold

Fulda (pm/gü) – Sie ist „das Gesicht der Kreishandwerkerschaft (KH) Fulda“, jetzt verabschiedet sich die langjährige Geschäftsführerin Gabriele Leipold schrittweise aus der Führungsriege. Zum Nachfolger der 65-Jährigen wählte die Delegiertenversammlung der Kreishandwerkerschaft am Dienstagabend nun Lukas Henke, der bereits seit Januar die stellvertretende Geschäftsführung innehatte. Leipold sagt, es sei der Zeitpunkt gekommen, das Zepter an die jüngere Generation zu übergeben, die mit zahlreichen Ambitionen sicherlich auch vieles anders machen werde.

Bei der Staffelstabübergabe (von rechts): der stellvertretende Kreishandwerksmeister Michael Wißler, die langjährige KH-Geschäftsführerin Gabriele Leipold, Kreishandwerksmeister Thorsten Krämer, der neue KH-Geschäftsführer Lukas Henke und der stellvertretende Kreishandwerksmeister Christoph Abel. Foto: KH

Neun Jahre lang hatte Leipold die Organisation maßgeblich und mit viel Herzblut geprägt, zahlreiche Neuerungen eingeführt und etabliert, darunter das Groß-Event „Handwerk.Lokal.Erleben“, das bereits zweimal Tausende Menschen ein ganzes Wochenende lang in die Fuldaer Innenstadt lockte, und sie hat insgesamt das Handwerk in der Region noch sichtbarer gemacht. Leipold wurde am 31. Mai 1960 in Fulda geboren, schloss die Marienschule 1979 mit Abitur ab. Es folgte das Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule Fulda – 1985 dann der Abschluss als Diplom-Betriebswirtin. Leipold war daraufhin zunächst als Berater-Assistentin bei einer Unternehmensberatung tätig. Ab Herbst 1987 übernahm sie die Betriebswirtschaftliche Beratung beim Fleischerverband Hessen. Nach Familienpause mit drei Kindern startete sie 2010 ihren beruflichen Wiedereinstieg als Betriebswirtschaftliche Beraterin bei der Handwerkskammer Kassel. 2017 folgte dann der Wechsel zur Kreishandwerkerschaft Fulda: Ab Januar 2018 fungierte Gabriele Leipold dort zunächst als stellvertretende Geschäftsführerin. Im Frühjahr 2019 wurde ihr die Geschäftsführung des Trägervereins für die Stufenausbildung der Bauwirtschaft Fulda e.V. übertragen, im August 2024 erfolgte dann eine Umformung des Vereins zur BBO Fulda Bildungszentrum Bau Osthessen gGmbH.

Nach Ausscheiden des vormaligen KH-Geschäftsführers Dr. Herbert Büttner im Sommer 2019 übernahm Gabriele Leipold zunächst kommissarisch die Geschäftsführung der Kreishandwerkerschaft Fulda. Am 4. Dezember 2019 wurde sie von den Delegierten der Kreishandwerkerschaft zur Geschäftsführerin gewählt und übernahm diese Position offiziell am 1. Januar 2020. Leipold liegen die Region Fulda, das Handwerk und das persönliche Netzwerken seit jeher am Herzen. Sie machte sich für Fachkräfte-Akquise und Nachwuchs-Werbung mit besonderen Aktionen stark und baute die Serviceorientierung der KH weiter aus. Unter ihrer Führung wurde das Magazin der Kreishandwerkerschaft überarbeitet und modernisiert, und sie etablierte Neuerungen mit großer Signalwirkung, wie etwa das eingangs erwähnte Handwerk.Lokal.Erleben.

 

Thorsten Krämer: „Seite an Seite gearbeitet“

Kreishandwerksmeister Thorsten Krämer bezeichnet Gabriele Leipold als „eine Frau, die für das Handwerk brennt und lebt“. Er sei sehr dankbar für die „sehr erfolgreiche Zusammenarbeit“. Krämer war etwa zeitgleich, als Leipold Geschäftsführerin wurde, Kreishandwerksmeister geworden. „Wir haben Seite an Seite gearbeitet, im Schulterschluss immer an einem Strang gezogen – auf sie war immer Verlass“, würdigt er ihr langjähriges Engagement. Ihr sei es auch maßgeblich zu verdanken gewesen, dass Handwerk.Lokal.Erleben – „ihr Baby“, wie er sagt – zum vollen Erfolg für das heimische Handwerk wurde. Leipold habe zudem an den regionalen Schnittstellen der KH großen Einsatz gezeigt, zum Beispiel in Kooperation mit Stadt und Landkreis, den Kommunen oder Schulen. Krämer bezeichnet Gabriele Leipold nicht nur als das Gesicht der Kreishandwerkerschaft, sie sei über viele Jahre auch „das Gesicht des heimischen Handwerks“ gewesen.

 

Michael Wißler: „Sie kennt keine Fünf-Tage-Woche“

Das bekräftigt auch der stellvertretende Kreishandwerksmeister Michael Wißler in seiner Funktion als Beiratsvorsitzender der BBO Fulda Bildungszentrum Bau Osthessen gGmbH und ehemals Vorsitzender des Trägervereins für die Stufenausbildung der Bauwirtschaft Fulda e.V. Gabriele Leipold sei in einer schwierigen Situation zur Kreishandwerkerschaft gekommen, hätte erst einmal vieles sichten und ordnen müssen, um die Organisation wieder auf solide Beine zu stellen. „Das hat sie mit Bravour gemeistert“, so Wißler. Gabriele Leipold agiere mit Herzblut, kenne keine Fünf-Tage-Woche. Sie sei immer sehr verbunden gewesen mit den Innungsbetrieben – „es war alles sehr freundschaftlich und vertrauensvoll in der Zusammenarbeit“, betont Wißler. Er freue sich entsprechend über die weitere Unterstützung Leipolds bei der aktuellen Modernisierung der BBO Fulda gGmbH: Gabriele Leipold ist noch bis Ende des Jahres bei der Kreishandwerkerschaft als Senior-Koordinatorin für spezielle Aufgaben der Geschäftsführung beschäftigt. In dieser Funktion bleibt sie auch weiterhin Geschäftsführerin der BBO Fulda Bildungszentrum Bau Osthessen gGmbH.

 

Erfolgreiche Arbeit weiter ausbauen

Lukas Henke, seit 15. April nun der neue Geschäftsführer der KH Fulda, bedankte sich für das Vertrauen der Delegiertenversammlung. Er wolle die erfolgreiche Arbeit seiner Vorgängerin für die Kreishandwerkerschaft weiter ausbauen. Der 31-Jährige war vor seinem Start bei der KH Fulda zuletzt in Doppelfunktion als Geschäftsstellenleiter des Landesinnungsverbands des Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerks Hessen sowie als Referent für Betriebswirtschaft und Tarifwesen beim Bundesverband Deutscher Steinmetze in Frankfurt tätig. Lukas Henke lebt in Bad Salzschlirf. Er ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.