Steigende Kosten, rückläufige Druckvolumina und der Strukturwandel in der Branche setzen klassische Produktionsmodelle unter Druck, stellt die Druckerei Rindt fest. Selbst moderne Investitionen, darunter eine hochleistungsfähige Bogenoffsetmaschine im siebenstelligen Bereich, die vor einigen Jahren angeschafft wurde, haben unter den aktuellen Marktbedingungen nicht die notwendige wirtschaftliche Stabilität sichern können, bedauert die Druckerei in einem Statement. „Die Rahmenbedingungen haben sich schneller verändert als die Amortisationszyklen solcher Investitionen“, erläutert Geschäftsführer Sebastian Jerabeck dazu.
Ein weiterer Grund sei die angespannte wirtschaftliche Lage in der Region und darüber hinaus, ergänzt Jerabeck: „Zahlreiche größere Unternehmen stehen unter Druck, was sich direkt auf die Auftragslage der Druckerei ausgewirkt hat.“ Paradoxerweise sei auch die moderne technische Ausstattung mittlerweile zum Problem geworden: In den vergangenen Jahren investierte das Unternehmen erheblich in seinen Maschinenpark und galt als leistungsfähig und technisch gut aufgestellt. Doch der Strukturwandel der Druckbranche sei spürbar, solche Hochleistungsmaschinen würden sich nur mit deutlichen Preisnachlässen auslasten lassen, schildert Jerabeck – ein weiterer Faktor, der die wirtschaftliche Schieflage verstärkte.
Aber: Es wurde an die Mitarbeiter gedacht, denn gleichzeitig entstehen neue Perspektiven: Ein Teil der Belegschaft wechselt zum Druckhaus Waitkewitsch in Alsfeld, teilt das Unternehmen mit. Damit werde nicht nur wertvolles Know-how gesichert, sondern es könne auch ein Teil der bestehenden Kundenbeziehungen nahtlos weitergeführt werden. Der Fall Rindt stehe exemplarisch für den tiefgreifenden Wandel der Druckindustrie. Und eine über 90-jährige Geschichte unter dem Namen endet.
