Lokales FD 24.04.2026

Dirk Fischer zum Vorsitzenden der Gemeindevertretung gewählt

Eichenzell (sk) – Die neugewählten Gemeindevertreter in Eichenzell stimmten geheim über den neuen Vorsitzenden ab. Mit 19 Stimmen wurde der Eichenzeller Ortsvorsteher Dirk Fischer von der SPD gewählt. Julian Rudolf (CDU) erhielt 18 Stimmen – was der Anzahl der CDU-Vertreter entspricht. Neue Erste Beigeordnete wurde Cornelia Böhm von der CDU.

Foto: Stefan Krug

Eröffnet wurde die Sitzung von Bürgermeister Johannes Rothmund, der seine Gratulation an die Gewählten, diese verbunden mit dem Dank an die ausgeschiedenen bisherigen Mandatsträger, mit einem Aufruf verband: „Zu Beginn darf ich mir etwas wünschen, auch wenn das so nicht vorgesehen ist: Das es in der kommenden Periode gelingt, in Ruhe und Sachlichkeit Entscheidungen zum Wohle unserer Gemeinde und unserer Bürger zu treffen.”


Die Wahl des Vorsitzenden der Gemeindevertretung leitete Alfons Schäfer (CWE) als am längsten ununterbrochen dem Gremium angehörender Mandatsträger – er ist seit 1993 Gemeindevertreter. Nachdem er namentlich die ausgeschiedenen Vertreter verabschiedet und die neuen begrüßt hatte, hier besonders Joachim Bohl, welcher vor zwei Jahren krankheitsbedingt ausgeschieden war und nun wieder gewählt wurde, beendete auch er seine Rede mit einem Appell: „Das Ziel allen kommunalpolitischen Handelns, nämlich als gewählte Vertreterinnen und Vertreter der Bürgerschaft für die Bürger zu handeln, muss oberstes Ziel allen Handelns sein. Die Kommunalpolitik darf nicht durch Parteizwänge bestimmt werden. An uns liegt es, das hier bei uns durchaus bestehende Vertrauen in die Politik zu sichern und zu stärken.”


Zur Wahl des Vorsitzenden gab es zwei Vorschläge. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Markus Roth schlug Julian Rudolf als Kandidat der größten Fraktion vor, der über umfangreiche kommunalpolitische Erfahrung und gleichzeitig das beste Einzelergebnis aller Kandidaten bei der Wahl erzielt hatte. Andreas Maraun, SPD-Fraktionsvorsitzender, erwiderte, dass Dirk Fischers Kompetenz außer Frage stehe: „Wir hätten versucht, einen Ausgleich über alle Fraktionen zu finden – das wollte eine Fraktion nicht.” Nachdem Fischer gewählt war, bedankte er sich mit mahnenden Worten: „Ich denke, wir haben harte fünf Jahre hinter uns. Wir sollten jetzt einen Cut machen und alle einen Gang zurückschalten.” Bei der Wahl seiner vier geplanten Stellvertreter wurde ein Platz nicht besetzt. Erster Stellvertreter wird Joachim Bohl (CDU), zweiter Christoph Jestädt (Bürgerliste) und dritter Simon Jestädt (CDU). FDP-Kandidat Jonas Jestädt erhielt nicht genug Stimmen und ein weiterer der Bürgerliste zustehender Platz blieb unbesetzt, da diese nur einen Kandidaten aufgestellt hatte.


Gegen die Stimmen der CDU wurde beschlossen, den Gemeindevorstand um eine Position zu erweitern und die Ausschüsse um ein Mitglied zu verkleinern, auf jeweils neun ehrenamtliche Mitglieder. Markus Roth hatte jeweils acht Mitglieder beantragt, da damit eine „faire und verhältnismäßige Sitzverteilung” erreicht würde, die das Wahlergebnis „so genau wie möglich widerspiegle”. Joachim Weber widersprach. Seine Partei habe sich gemeinsam mit mehreren Fraktionen um eine „faire, dem Wahlergebnis entsprechende Verteilung der Positionen eingesetzt”, für alle zu wählenden Positionen: „Alle Fraktionen außer der CDU haben diesen Weg mitgetragen. Die CDU hat sich dagegen so verhalten, als hätte sie über eine absolute Mehrheit zu verfügen.” Mit der später festgelegten Ausschussstärken und der Anzahl der Beigeordneten würde ein gerechtes Abbild des Wahlergebnisses erreicht.


Die neun Mitglieder der vier Ausschüsse wurden ebenfalls in geheimer Wahl festgelegt. Die bisher übliche Praxis, diese durch die Fraktionen zu benennen, hatten alle Vertreter außer der CDU abgelehnt, da, so Joachim Weber, dadurch Alfons Schäfer als fraktionsloser Einzelabgeordneter, ausgeschlossen würde. Gewählt wurden jeweils vier CDU-Vertreter, je zwei über die Listen der Bürgerliste und der SPD sowie ein FDP-Mitglied. Über die SPD-Liste ist auch Alfons Schäfer in zwei Ausschüssen vertreten.


Durch die vielen geheimen Wahlen – auch für Mitglieder der Verbandsversammlung des Abwasserverbands und des Eigenbetriebs Breitband gab es keine Verständigung zwischen den Fraktionen – konnte die Tagesordnung nicht komplett abgearbeitet werden. Einer der letzten Punkte war die Wahl der, jetzt neun, ehrenamtlichen Beigeordneten, der in Übereinstimmung der Fraktionen vorgezogen wurde. Von den Listen der Parteien wurden gewählt: Cornelia Böhm, Christoph Müller, Andrè Müller und Alexander Knobloch (alle CDU), Helmut Gladbach, Günter Wohlert (beide Bürgerliste), Martina Köhler (SPD), Edeltraut Schütt (CWE) und Valentin Witzel (FDP). Edeltraut Schütt erhielt drei Stimmen, obwohl es nur einen CWE-Vertreter gibt. Gleichzeitig fehlten der Bürgerliste und der SPD jeweils eine Stimme. Für Andrè Müller und Cornelia Böhm rücken Maresa Belle und Lina Götze in die Gemeindevertretung nach. Bürgermeister Rothmund gratulierte den neu gewählten und betonte dabei ausdrücklich, dass es damit erstmals eine weibliche stellvertretende Bürgermeisterin in Eichenzell gibt – das Amt des Ersten Beigeordneten geht automatisch an den an erster Stelle genannten in der Liste mit den meisten Stimmen. Er vereidigte die neu gewählten, noch ohne Valentin Witzel. Erst durch Veröffentlichung im Amtsblatt wird die erhöhte Anzahl der beigeordneten rechtskräftig und auch Witzel kann sein Mandat antreten. In der nächsten Sitzung stehen dann die nach mehr als drei Stunden nicht mehr abgearbeiteten, weiteren Wahlen und die Beschlussfassung über die Ehrung und Verabschiedung ausgeschiedener Mandatsträger an.

Konstituierende Sitzung der Eichenzeller Gemeindevertretung. Fotos: Stefan Krug