In ihrem aktuellen Buch „Der Schlüssel würde noch passen“ erzählt Dr. Irina Scherbakowa, Gründungsmitglied der Menschenrechtsorganisation Memorial, die 2022 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, von den kurzen Jahren der Perestroika. Sie berichtet vom Alltag und vom politischen Aufbruch in Moskau und auf dem Land zu Beginn 1990er-Jahre. Sie beschreibt die ungewohnte Freiheit und wie die Menschen mehr schlecht als recht damit umzugehen lernten, aber auch die Entstehung einer Privatwirtschaft ohne Regeln, die viele Menschen in Russland in die Armut stürzte sowie Politikern wie Putin den Aufstieg ermöglichte. Scherbakowas Thema ist auch ihre bis heute andauernde aktive politische Tätigkeit und das scheinbar unaufhaltsame Abgleiten Russlands in die Diktatur. Ihre beeindruckenden Moskauer Erinnerungen sind dicht verwoben mit der Geschichte Russlands im 20. Jahrhundert und ihrem lebenslangen Kampf gegen Staatsterror und für die Erinnerung.
Im Rahmen der Buchvorstellung und des Gesprächs wird die Autorin ausgehend von persönlichen Erinnerungen auf Russlands Entwicklung vom Stalinismus über die Sowjetunion bis zur Gegenwart blicken und aufzeigen, wie Geschichte und Gegenwart ineinandergreifen und wie Erinnerungskultur und politisches Handeln zusammenhängen.
Impuls und Gespräch
Dr. Irina Scherbakowa - Historikerin, Publizistin, Mitbegründerin der 2022 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten Menschenrechtsorganisation Memorial
Sascha Tamm – Koordinierender Referent Europa/Amerika der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, ehemaliger Leiter des Stiftungsbüros in Moskau
Moderation: Andreas Christ, Geschäftsführer edu:impact UG – Agentur für politische Bildung und Kommunikation
Um Anmeldung wird gebeten an E-Mail katholische.akademie@bistum-fulda.de. Veranstaltungsort: Katholische Akademie im Bonifatiushaus Fulda, Neuenberger Str. 3-5, 36041 Fulda
