Die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von 1776 gilt als Gründungsdokument moderner Demokratie und als Meilenstein im Ringen um Gleichheit. Doch das berühmte Versprechen, „dass alle Menschen gleich geschaffen sind“, war von Beginn an von Widersprüchen und Ausschlüssen geprägt. Der Vortrag zeichnet nach, wie dieses Gleichheitsversprechen über 250 Jahre hinweg immer wieder neu interpretiert, erweitert und zugleich begrenzt wurde – von den Revolutionen des 18. Jahrhunderts über die Bürgerrechtsbewegung bis hin zu aktuellen Krisenphänomenen wie Populismus und wachsender sozialer Ungleichheit unter Donald Trump.
Im Zentrum steht die Frage, wie die Idee der Gleichheit historisch an die Nation gebunden wurde – und wie sie bis heute als Mechanismus der Inklusion und Exklusion wirkt. Der Abend schließt mit einem Plädoyer, das Gleichheitsversprechen der Aufklärung in einer globalisierten Welt neu zu denken und gegen exkludierende Vereinnahmungen zu verteidigen. Referent: Christian Lammert ist Politikwissenschaftler und Professor am John-F.-Kennedy-Institut für Nordamerikastudien der FU Berlin. 2022 veröffentlichte er gemeinsam mit Boris Vormann die Studie Das Versprechen der Gleichheit. Legitimation und die Grenzen der Demokratie.
Anmeldungen werden erbeten per E-Mail katholische.akademie@bistum-fulda.de. Veranstaltungsort ist die Katholische Akademie im Bonifatiushaus Fulda, Neuenberger Straße 3-5, 36041 Fulda.
